Kennt ihr dieses Gefühl? Im Schrank stehen so viele ungelesene Bücher, die Wunschliste wächst und wächst – und trotzdem rennt man durchs Leben wie der Hase aus Alice im Wunderland, mit dem ständigen Ruf im Kopf: „Keine Zeit, keine Zeit!“
Wenn ich ehrlich bin, liegen bei mir gerade drei angefangene Bücher auf dem Couchtisch. Dazu noch ein weiteres zum Schwedischlernen. Sie schauen mich jeden Tag ein bisschen vorwurfsvoll an. Und doch komme ich kaum voran. Die Lust ist da, die Bücher sind da – nur die Energie fehlt oft.
Vor ein paar Tagen bin ich beim Durchscrollen meiner abonnierten Blogs wieder bei Moira hängen geblieben. Sie veranstaltet schon seit einiger Zeit einen Leseabend. Kein großes Event, kein Druck – einfach ein fester Termin mit sich selbst. Meist freitagabends ab 19 oder 20 Uhr. Man verabredet sich mit dem eigenen Buch und liest so weit, wie es eben geht. Nicht mehr, nicht weniger.
Ganz so heroisch wie Moira möchte (und kann) ich als Fatigue‑Patient nicht sein. Das angefangene Buch in einem Rutsch beenden und direkt das nächste anfangen. Das ist für mich nicht realistisch. Bücher dürfen bei mir nachwirken. Manchmal brauchen sie Ruhe, manchmal brauche ich sie. Und das ist okay.
Moira beantwortet an diesen Abenden ein paar simple Fragen, die mir erstaunlich gut gefallen:
Worum geht es gerade?
Wie fühlt sich das Buch im Moment an?
Was ist mein Ziel für heute – auch wenn es nur ein paar Seiten sind?
Das passt eigentlich perfekt zu meiner Leseecke, in der ich Bücher vorstelle und rezensiere. Deshalb möchte ich diese Lesenacht auch bei mir einziehen lassen – als festes, aber sanftes Format. Ohne Leistungsdruck. Ohne Muss. Ganz egal, ob Papierbuch oder E‑Book. Hauptsache lesen. Hauptsache Zeit für Geschichten.
Vielleicht habt ihr ja Lust, euch anzuschließen.
Ganz leise. Ganz in eurem Tempo.
Machst du mit?
Mir ist diese Challenge auch schon einige Male untergekommen und auch bei mir liegen mitunter zwei/drei Bücher rum, die ich gerade lese bzw beenden sollte. Mich jedoch dieser Challenge anschließen? Eher nicht, da ich mich dann wieder selber unter Stress setze. Wünsche jedoch allen anderen viel Spaß dabei.
Gerade das mit dem Druck ist ja nicht gewollt.
Freitag Abend lesen, so viel oder so wenig wie man schafft, möchte oder kann.
OHNE Druck!
Als Autorin möchte ich mal anmerken, dass ich Druck beim Lesen für die lesende Person nicht gut finde. Im Gegenteil, ich freue mich, wenn mir Leser sagen, dass meine Bücher nachwirken müssen. Das ist das schönste Kompliment, das man mir machen kann. Denn auch wenn ich einen ungewöhnlichen Genre-Mix schreibe, so sind die Themen dahinter bewusst zum Nachdenken gewählt. Und nachdenken kann man eben am besten, wenn etwas in einem nachwirkt oder nachschwingt.
Liebe Grüße
Daira
Danke für deine Worte.
So geht es mir auch.
Ein Buch darf wirken und nachklingen und dann entscheide ich mich für das nächste.
Deswegen möchte ich die Lesenacht auch dafür nutzen, einfach eine Verabredung mit sich selbst und dem Buch zu haben, eine Art regelmäßige Booktime.
Alles andere wird sich dann entwickeln.
Wir sind ja nicht mehr in der Schule wo ein Buch bis zum Stichtag X gelesen sein muss.
Genau das. Ich finde es schön, wenn man mir sagt, dass man meine Bücher nicht mehr aus der Hand legen kann. Aber zwingen sie zu lesen, in einem bestimmten Tempo womöglich? Nee, die Schule ist schon lange aus. 😉
Liebe Grüße
Daira