Miniauszeit im Alltag – kleine Fluchten, die Großes bewirken

Kleine Auszeiten, Miniurlaube, kurze Fluchten aus dem Alltag – für mich sind sie unverzichtbar. Und das nicht erst, seit ich mich intensiv um meine Eltern kümmere. Gerade dann, wenn das Leben dichter, fordernder und emotionaler wird, brauchen wir Inseln der Ruhe. Momente, in denen wir kurz durchatmen und wieder bei uns selbst ankommen können.

Als Achtsamkeitstrainer habe ich einen ganzen Blumenstrauß an Möglichkeiten zur Verfügung. Einige davon möchte ich heute mit dir teilen – vielleicht ist ja auch eine Inspiration für deine eigene Miniauszeit dabei.

Die heissgeliebte Tasse Kaffee

Wer hier öfter liest, wird sich erinnern: Sie darf nicht fehlen – meine heissgeliebte Tasse Kaffee.
Nur ich und der Kaffee. Kein Handy. Kein Buch. Kein Fernseher.

Ich sitze einfach da, halte die warme Tasse in den Händen, genieße den Duft und den Geschmack. Mein Blick schweift umher, ohne Ziel, ohne Aufgabe. Jetzt im Frühling und Sommer besonders gern auf dem Balkon oder im Garten. Ein paar Minuten, die mir unglaublich viel zurückgeben.

Mein Garten – Zufluchtsort mit Erde unter den Fingern

Mein Garten ist mein persönlicher Rückzugsort. Ja, er bedeutet Arbeit – aber genau das stört mich nicht. Im Gegenteil.
Nichts entspannt mich mehr, als stupide hinter dem Rasenmäher herzulaufen oder mit den Händen in den Beeten zu buddeln. Die Bewegung, der Geruch der Erde, das sichtbare Ergebnis – all das erdet mich im wahrsten Sinne des Wortes.

Achtsamkeit durch die Linse

Und dann sind da noch die vielen Blüten und kleinen Tierchen, die ich so gern fotografiere.
Wenn ich die Kamera in der Hand habe, gibt es nur noch das Motiv. Volle Konzentration. Achtsames Entdecken von Details, Spielen mit Perspektiven und Licht, Ausprobieren verschiedener Blickwinkel.

In diesen Momenten bin ich ganz im Hier und Jetzt. Alles andere tritt in den Hintergrund.

Waldbaden für die Seele

Ganz bei mir bin ich auch im Wald. Die unzähligen Grüntöne, das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel – und dieser ganz besondere Geruch. Die Terpene, die die Bäume abgeben, entfalten ihre wohltuende Wirkung ganz unbemerkt.

Je nach Stimmung laufe ich zügig oder ganz langsam. Manchmal brauche ich Bewegung, manchmal Stille. Beides darf sein.

Kreativ sein mit Gips

Langsam und vorsichtig werde ich auch, wenn ich mit Gips gieße und kreativ arbeite.
Die Formen sorgfältig füllen, warten, bis der richtige Moment zum Entformen gekommen ist. Behutsam lösen, damit alles heil bleibt. Und wenn schließlich alles getrocknet ist, darf die Kreativität freien Lauf nehmen.

Diese ruhigen, konzentrierten Tätigkeiten haben etwas Meditatives – sie bringen mich raus aus dem Kopf und rein ins Tun.

Miniauszeiten müssen nicht groß, teuer oder aufwendig sein. Oft sind es die kleinen Dinge, die uns wieder Kraft schenken, wenn wir ihnen bewusst Raum geben.

Welche Auszeiten gönnst du dir im Alltag?

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken teilst.

Lesenacht meets Leseecke

Kennt ihr dieses Gefühl? Im Schrank stehen so viele ungelesene Bücher, die Wunschliste wächst und wächst – und trotzdem rennt man durchs Leben wie der Hase aus Alice im Wunderland, mit dem ständigen Ruf im Kopf: „Keine Zeit, keine Zeit!“

Wenn ich ehrlich bin, liegen bei mir gerade drei angefangene Bücher auf dem Couchtisch. Dazu noch ein weiteres zum Schwedischlernen. Sie schauen mich jeden Tag ein bisschen vorwurfsvoll an. Und doch komme ich kaum voran. Die Lust ist da, die Bücher sind da – nur die Energie fehlt oft.

Vor ein paar Tagen bin ich beim Durchscrollen meiner abonnierten Blogs wieder bei Moira hängen geblieben. Sie veranstaltet schon seit einiger Zeit einen Leseabend. Kein großes Event, kein Druck – einfach ein fester Termin mit sich selbst. Meist freitagabends ab 19 oder 20 Uhr. Man verabredet sich mit dem eigenen Buch und liest so weit, wie es eben geht. Nicht mehr, nicht weniger.

Ganz so heroisch wie Moira möchte (und kann) ich als Fatigue‑Patient nicht sein. Das angefangene Buch in einem Rutsch beenden und direkt das nächste anfangen. Das ist für mich nicht realistisch. Bücher dürfen bei mir nachwirken. Manchmal brauchen sie Ruhe, manchmal brauche ich sie. Und das ist okay.

Moira beantwortet an diesen Abenden ein paar simple Fragen, die mir erstaunlich gut gefallen:
Worum geht es gerade?
Wie fühlt sich das Buch im Moment an?
Was ist mein Ziel für heute – auch wenn es nur ein paar Seiten sind?

Das passt eigentlich perfekt zu meiner Leseecke, in der ich Bücher vorstelle und rezensiere. Deshalb möchte ich diese Lesenacht auch bei mir einziehen lassen – als festes, aber sanftes Format. Ohne Leistungsdruck. Ohne Muss. Ganz egal, ob Papierbuch oder E‑Book. Hauptsache lesen. Hauptsache Zeit für Geschichten.

Vielleicht habt ihr ja Lust, euch anzuschließen.
Ganz leise. Ganz in eurem Tempo.

Machst du mit?

Das kleine Glück finden – gerade dann, wenn alles schwer ist

In meinem Umfeld hagelt es gerade Nachrichten, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen: Rezidive, Metastasierungen, „austherapiert“ – dieses Wort, das sich anfühlt wie ein Schlag – und leider auch Todesfälle.
Etwas, womit ich in meiner Bubble leider öfter zu tun habe als der Ottonormalbürger.

Und doch.
Mitten in all dem Schweren, mitten in der Müdigkeit, der Traurigkeit, der Sorge, gibt es sie: diese kleinen, zarten Momente, die sich wie ein warmer Hauch auf die Seele legen.

Nicht das große Glück.
Nicht das „Alles wird gut“-Feuerwerk.
Eher wie ein Schmetterling am Wegesrand, der sich kurz neben dich setzt und dir ein Lächeln entlockt, obwohl du dachtest, heute gäbe es dafür keinen Platz.

Das kleine Glück ist leise – aber es ist da

Ich erinnere mich an die Corona-Pandemie, als unter dem Hashtag #3positiveDingesdesTages so viele Menschen begonnen haben, das Kleine zu sehen.
Ein Sonnenstrahl auf dem Küchenboden.
Ein gutes Gespräch.
Ein Lied, das plötzlich wieder Mut macht.
Ein Kaffee, der genau im richtigen Moment warm in den Händen liegt.

Damals haben wir kollektiv geübt, das Schöne nicht zu übersehen.
Inzwischen ist das im Sande verlaufen – verständlich, denn das Leben hat uns alle wieder eingesogen.

Aber ich finde: Gerade jetzt lohnt es sich, das wieder aufleben zu lassen.
Nicht als Challenge.
Nicht als toxische Positivität.
Sondern als sanfte Erinnerung daran, dass das Leben mehr ist als die Schwere, die uns manchmal umgibt.

Das kleine Glück muss nichts Großes sein

Es muss nicht laut sein.
Es muss nicht perfekt sein.
Es muss nicht einmal lange dauern.

Das kleine Glück ist:

  • der Moment, in dem die Katze sich an dich schmiegt
  • der Duft von Regen auf warmem Asphalt
  • ein Satz, der dich berührt
  • ein Lachen, das du nicht erwartet hast
  • ein Mensch, der einfach da ist
  • ein Abendhimmel, der dich kurz staunen lässt
  • ein Atemzug, der leichter fällt als der davor

Es sind diese Mini-Momente, die uns daran erinnern, dass wir noch fühlen, noch leben, noch verbunden sind.

Warum wir das Kleine brauchen?

Gerade in der Krebs-Community, gerade in Zeiten, in denen Nachrichten schwerer wiegen als sonst, brauchen wir diese kleinen Lichtpunkte.
Sie sind kein Wegschauen.
Sie sind kein „Alles ist gut“.
Sie sind ein „Ich halte mich fest an dem, was mich trägt“.

Das kleine Glück ist wie ein Anker.
Wie ein leises „Ich bin noch da“.
Wie ein Faden, der uns durch die dunkleren Tage zieht.

Vielleicht sollten wir wieder damit anfangen

Vielleicht sollten wir wieder teilen, was uns gut tut.
Vielleicht sollten wir wieder hinschauen, wo das Leben uns kleine Geschenke hinlegt.
Vielleicht sollten wir wieder üben, das Schöne zu sehen – nicht, weil das Schwere verschwindet, sondern weil wir beides tragen dürfen.

Ich fange heute wieder damit an.
Mit einem kleinen Moment.
Mit einem kleinen Glück.

Und du?

Perfektionismus versus eigene Kapazitäten – Wenn der Körper neue Grenzen setzt


Seit meiner Brustkrebserkrankung begleitet mich Fatigue. Ein unsichtbarer, unberechenbarer Gast, der sich nicht an Pläne hält. Früher war ich gefühlt zu 1000 % zuverlässig. Termine einhalten, Aufgaben erledigen, für andere da sein – das war mein Selbstverständnis. Heute passiert es, dass ich „kurz vor der Angst“ absagen muss, Aufgaben nicht schaffe oder mich selbst ausbremse, obwohl ich es besser weiß.

Und dann sitzt er plötzlich neben mir: der Gedanke, unzuverlässig zu sein. Der Gedanke, andere könnten das alles besser. Der Gedanke, nicht mehr die zu sein, die ich einmal war.

Warum ist es so schwer, diese Veränderungen anzunehmen?

Weil Perfektionismus ein alter, treuer Begleiter ist. Er hat uns lange gedient: als Antrieb, als Struktur, als Identität. Wenn der Körper plötzlich andere Kapazitäten hat, gerät dieses innere System ins Wanken. Es fühlt sich an, als würde ein Teil von uns verschwinden.

Doch eigentlich passiert etwas anderes:
Wir müssen lernen, uns neu zu begegnen.

Veränderung anzunehmen bedeutet nicht, aufzugeben. Es bedeutet, die Realität zu würdigen. Und das ist schwer, weil wir gleichzeitig Abschied nehmen müssen – von der früheren Leistungsfähigkeit, von alten Rollen, von Erwartungen, die nicht mehr passen.

Warum stellen wir unser Licht so in den Schatten?

Weil wir gelernt haben, unseren Wert über Leistung zu definieren.
Weil „Ich kann gerade nicht“ sich anfühlt wie ein persönliches Versagen.
Weil wir uns selbst oft härter beurteilen als jeden anderen Menschen.

Und weil Fatigue, Schmerz oder Erschöpfung uns in einen Zustand bringen, in dem Selbstmitgefühl schwerer fällt. Der Körper ist müde, die Seele gleich mit.

Doch das Licht ist nicht weg. Es ist nur anders geworden. Vielleicht weicher. Vielleicht leiser. Aber es ist da.

Was macht das mit mir?

Es macht mich verletzlich.
Es macht mich menschlich.
Es zwingt mich, hinzuschauen.

Und manchmal macht es mich wütend, traurig oder hilflos.
Aber es öffnet auch Räume, die früher keinen Platz hatten:
Räume für Pausen. Für Ehrlichkeit. Für Selbstfürsorge. Für ein neues Verständnis von Stärke.

Als Achtsamkeitstrainerin habe ich viele Werkzeuge, die ich meinen Klient*innen an die Hand gebe. Doch wenn es um mich selbst geht, stelle ich mir gern ein Bein. Das ist kein Widerspruch – das ist menschlich. Wir alle sind Experten für andere und Lernende für uns selbst.

Ein neuer Umgang mit den eigenen Kapazitäten

Vielleicht ist das die eigentliche Einladung dieser Zeit:

  • Nicht mehr alles zu schaffen, sondern das Richtige.
  • Nicht mehr perfekt zu funktionieren, sondern authentisch zu leben.
  • Nicht mehr über die eigenen Grenzen zu gehen, sondern sie zu ehren.

Fatigue zwingt mich, meine Energie wie ein kostbares Gut zu behandeln. Und vielleicht ist das – bei aller Härte – auch eine Form von Weisheit.

Ein Gedanke zum Schluss

Perfektionismus war lange mein Motor.
Heute ist es meine Menschlichkeit.

Ich lerne, mich mit meinen neuen Kapazitäten zu akzeptieren. Nicht jeden Tag gelingt es. Aber jeder Tag bringt eine Chance, milder mit mir zu sein.

Und vielleicht ist genau das die Art von Zuverlässigkeit, die jetzt zählt:
Die Zuverlässigkeit, mir selbst treu zu bleiben.


Der Achtsamkeitstrainer und die eigene Achtsamkeit


Warum auch wir, die andere begleiten, manchmal stolpern – und was ich mir selbst rate.

Als Achtsamkeitstrainer gebe ich euch hier regelmäßig Impulse mit auf den Weg. Vor einiger Zeit habe ich eine kleine Sonntagsreihe gestartet, in der ich euch mitnehme in meine Welt – in Routinen, Gedanken, Praxis. Ich arbeite vor Ort und online mit Menschen, die neugierig sind, die sich entwickeln wollen, die sich selbst wieder näherkommen möchten.

Viele von euch wissen: Ich engagiere mich seit Jahren in der Frauenselbsthilfe Krebs, helfe privat oft und gern, und bin – wie ich immer scherzhaft sage – ein „beschäftigter Rentner“.
Wäre da nicht die Fatigue, die mich seit der Krebstherapie begleitet. Sie nimmt mir nicht nur körperliche Energie, sondern fordert auch meine Psyche heraus. Und genau hier beginnt das Thema dieses Beitrags.

Was rät der Achtsamkeitstrainer sich selbst?

Die kurze Antwort:
Genau das, was ich auch euch rate – nur muss ich es mir selbst manchmal doppelt so deutlich sagen.

Ich verordne mir regelmäßige Termine bei meiner lieben Kathrin Unger: Massage, Entspannung, Hypnose – alles, was Körper und Geist wieder sortiert.
Ich führe einen Kalender, der Außenstehende in die Verzweiflung treiben würde: digital und analog, mit geblockten Zeiten vor und nach Terminen, mit To‑Dos, die ich abhake, mit kleinen Notizen, die mich daran erinnern, Pausen nicht nur zu planen, sondern auch einzuhalten.

Mein Handy hat verschiedene Fokuszeiten bekommen:

  • damit ich wirklich Mittagspause habe
  • damit ich während der Lymphdrainage nicht angerufen werde
  • damit WhatsApp nicht rund um die Uhr Aufmerksamkeit verlangt

Denn auch ich habe Feierabend. Und Wochenende. Und Grenzen.

Meine kleinen Inseln im Alltag

Ich gehe in den Wald.
Ich lese.
Ich stricke abends bei sanfter Musik oder meinen Lieblingsalben.
Oder ich sitze einfach mit einer Tasse Kaffee da und genieße den Moment, ohne etwas leisten zu müssen.

Das klingt alles wunderbar – und das ist es auch.
Aber: Trotzdem komme ich an meine Grenzen.
Trotzdem stürzt der schön geplante Tag manchmal wie ein Kartenhaus in sich zusammen, weil das Leben eben nicht fragt, ob es gerade passt.

Merkt ihr was?

Auch als Achtsamkeitstrainer bin ich nicht perfekt.
Ich bin nicht immer gelassen, nicht immer achtsam, nicht immer im Flow.
Ich bin ein Mensch – mit Geschichte, mit Herausforderungen, mit guten Tagen und mit solchen, an denen ich mich selbst daran erinnern muss, was ich anderen beibringe.

Und genau das macht mich empathisch.
Ich kenne euren Struggle, weil ich ihn selbst erlebe.
Ich weiß, wie schwer es ist, achtsam zu sein, wenn der Alltag brennt.
Und ich weiß, wie wertvoll es ist, wenn man sich selbst nicht verurteilt, sondern liebevoll an die Hand nimmt.

Mein Impuls für euch

Nehmt den Druck raus.
Ihr müsst nicht perfekt sein.
Ihr müsst nicht jeden Tag meditieren, journalen, atmen, reflektieren, dankbar sein und gleichzeitig alle To‑Dos abhaken.

Jeder findet seine eigene Methode.
Und manchmal ist die achtsamste Entscheidung einfach:
„Heute mache ich nur das, was mir gut tut.“

Wenn ihr das schafft – auch nur für ein paar Minuten – dann seid ihr schon mitten in der Achtsamkeit.


Was ist eine geführte Meditation?


Eine geführte Meditation ist wie eine kleine Reise, bei der du nicht allein unterwegs bist.
Jemand oder ich begleitet dich mit Worten, Bildern und sanften Impulsen, damit du leichter in die Ruhe findest. Du musst nichts wissen, nichts können, nichts vorbereiten. Du darfst einfach zuhören und dich tragen lassen.

Während einer geführten Meditation leitet meine Stimme dich Schritt für Schritt an:
Sie erinnert dich daran, deinen Atem wahrzunehmen.
Sie lädt dich ein, deinen Körper zu spüren.
Sie führt dich in innere Bilder, in Gefühle, in Räume der Stille.
Und sie holt dich am Ende wieder sanft zurück.

Geführte Meditationen sind besonders hilfreich, wenn der Geist unruhig ist oder du Schwierigkeiten hast, allein in die Stille zu finden.
Die Worte geben deinem Denken eine Richtung, damit es nicht ständig abschweift.

Gleichzeitig entsteht ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit – du musst dich nicht „anstrengen“, sondern darfst dich einfach einlassen.

Ob im Sitzen, Liegen oder sogar im Gehen:
Eine geführte Meditation schenkt dir einen Moment, in dem du dich gehalten fühlst.
Einen Moment, in dem du bei dir ankommst.
Einen Moment, der nur dir gehört.

Sie ist ein sanfter Einstieg in die Welt der Achtsamkeit – und für viele Menschen der erste Schritt zu mehr innerer Ruhe.

Möchtest du solche Meditationen regelmäßig erleben?
Dann kannst du von mir geführte Meditationen bekommen – abgestimmt auf deine Bedürfnisse, deinen Alltag und das, was dir gerade guttut.
Ob für mehr Ruhe, Klarheit, Erdung oder Leichtigkeit:
Ich begleite dich gern.

Wenn du mit mir arbeiten möchtest, melde dich einfach.
Gemeinsam finden wir heraus, welche Form der Meditation dich am besten unterstützt.


Achtsamkeit im Ehrenamt – Zwei besondere Nachmittage im SRH Hospiz Werdau


Es gibt Begegnungen, die bleiben. Zwei solcher besonderen Termine liegen hinter mir: zwei Nachmittage voller Aufmerksamkeit, Offenheit und ehrlicher Menschlichkeit.
Auf Einladung des SRH Hospiz Werdau durfte ich mit Menschen arbeiten, die ihre Zeit, ihre Kraft und vor allem ihr Herz in das Ehrenamt im Hospiz einbringen.

Diese Gruppe war so vielfältig wie ihre Aufgaben. Einige pflegen den Garten, andere kümmern sich um Öffentlichkeitsarbeit, wieder andere schenken den Gästen das Wertvollste, was wir geben können: Zeit, Nähe und Präsenz. Jede dieser Tätigkeiten ist wichtig. Jede verlangt Achtsamkeit. Und jede fordert auch, gut bei sich selbst zu bleiben.

Achtsamkeit im Ehrenamt – ein Balanceakt

Wer im Hospiz begleitet, begegnet dem Leben in seiner ganzen Tiefe. Freude, Dankbarkeit, Stille, Abschied – all das liegt oft nah beieinander. Umso wichtiger ist es, dass Ehrenamtliche Wege finden, sich selbst nicht zu verlieren, sondern gut für sich zu sorgen.

Genau darum ging es in unserem Workshop:
Wie kann ich achtsam bleiben, wenn es emotional wird?
Wie finde ich kleine Inseln der Ruhe?
Wie kann ich mich selbst stärken, um für andere da zu sein?

Vom Duftanker bis zur alten Buche

Wir haben viel gesprochen, gelacht, nachgedacht und ausprobiert. Besonders schön war der Moment, als wir gemeinsam den Duftanker getestet haben – ein kleines, feines Werkzeug, das hilft, innere Ruhe und Sicherheit schnell wiederzufinden.

Zum Abschluss sind wir hinaus in den Garten gegangen. Dort steht eine beeindruckende, alte Buche – kraftvoll, weit verzweigt, ein stiller Zeuge vieler Geschichten. Unter ihr haben wir eine Baummeditation erlebt: Atmen, anlehnen, spüren, loslassen. Ein Moment, der uns alle verbunden hat.

Achtsamkeit zeigt sich in den kleinen Dingen

Aus diesen beiden Nachmittagen ist etwas Wertvolles entstanden:
ein lebendiger Austausch, ehrliche Gespräche und das gemeinsame Gefühl, dass Achtsamkeit nichts Großes sein muss. Sie zeigt sich in kleinen Gesten, in einem Atemzug, in einem Blick nach innen. Und sie ist so individuell wie jeder Mensch, der sich im Hospiz engagiert.

Ich bin dankbar für diese Begegnungen und für all die Menschen, die mit so viel Herz im Ehrenamt wirken. Sie machen die Welt stiller, wärmer und menschlicher.


Atemmeditation – Ankommen im eigenen Rhythmus


Die Atemmeditation ist eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Formen der Achtsamkeit.
Sie braucht keine besondere Umgebung, keine Vorbereitung, keine Stille im Außen.

Alles, was du brauchst, trägst du bereits in dir: deinen Atem.

Setz dich bequem hin oder lege dich entspannt ab.
Und dann beginne einfach zu beobachten.

Beobachte deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen.
Spüre, wie sich dein Brustkorb hebt und wieder senkt.
Wie sich dein Bauch ausdehnt und zurückzieht.
Wie die Atemluft in dich einströmt – kühl, frisch – und wieder ausströmt – warm, weich, vertraut.

Lass deinen Atem kommen und gehen, ganz natürlich, ganz mühelos.

Manchmal wird es dabei im Kopf laut. Gedanken springen, drängen, kommentieren.
Das ist vollkommen normal.

Dein Geist tut nur das, was er gewohnt ist.

Wenn du merkst, dass du abschweifst, lade ihn freundlich zurück – ohne Druck, ohne Bewertung.

Wenn deine Gedanken gar keine Ruhe geben, kannst du deinen Atem zählen:

  • Auf 4 einatmen
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 4 den Atem halten
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 6 ausatmen
    1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6
  • Eine kurze Atempause
    1 – 2 – 3 – 4

Und dann beginnt der Rhythmus von vorn.
Sanft. Gleichmäßig. Tragend.

Diese kleine Atemfolge schenkt deinem Geist eine Aufgabe, damit er sich beruhigen kann. Gleichzeitig hilft sie deinem Körper, in einen ruhigeren, klareren Zustand zu finden.

Wenn du die Übung beendet hast, nimm dir einen Moment Zeit.
Spüre nach.

Wie hat sich das für dich angefühlt?
Konntest du deinem Atem folgen – und nicht deinen Gedanken?


Du möchtest mit mir arbeiten – vielleicht tiefer in die Meditation eintauchen, mehr Ruhe in deinen Alltag bringen oder herausfinden, welche Form der Achtsamkeit dir guttut.
Dann kontaktiere mich gern.
In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was du brauchst.

Gemeinsam finden wir heraus, wie ich dich unterstützen kann – sanft, alltagsnah und in deinem eigenen Tempo.

Waldbaden im Raum oder online???

Waldbaden im Raum oder online klingt im ersten Moment wie ein Widerspruch. Schließlich lebt Waldbaden doch vom Eintauchen in die Natur, vom Duft der Bäume, vom Rascheln der Blätter, vom Lichtspiel zwischen den Zweigen.

Und trotzdem: Es geht. Es funktioniert. Und es fühlt sich – wenn man sich darauf einlässt – erstaunlich stimmig an.

Nicht besser, nicht schlechter. Einfach anders.

Im Februar habe ich für euch die Fortbildung für Waldbaden Kursleiter bei Katharina Nathe von Achtsame Walderlebnisse absolviert zum Thema Waldbaden im Raum oder online anleiten.

Warum?

Weil ich oft mit Clienten arbeite, die entweder nicht in der Lage sind in den Wald zu gehen oder wir zu weit auseinander wohnen. Trotzdem wollen sie mit mir arbeiten.

Mit guter Vorbereitung ist das auch überhaupt kein Problem und fühlt sich, wenn man sich drauf einlässt, genauso gut an wie direkt im Wald.

Man kann den Klienten bestimmte Dinge sammeln lassen, man kann selbst sammeln und es zur Verfügung stellen, selbst der Haushalt gibt Dinge her, die sich verwenden lassen. Nicht zuletzt kann man mit naturreinen Aromaölen unterstützen.

Ich freue mich, euch zukünftig also auch im Raum oder online begleiten zu können, wenn es ums Thema Waldbaden geht.

Meldet euch gern, wenn ihr Interesse habt.

Gehmeditation für den unruhigen Körper und Geist


Manchmal ist der Körper zu unruhig, um still zu sitzen.
Manchmal kreisen die Gedanken so schnell, dass Stille eher Druck als Entlastung erzeugt.

Genau dann kann Gehmeditation ein liebevoller Weg sein, um wieder bei dir anzukommen.

Gehmeditation bedeutet, Schritt für Schritt in den Moment zurückzufinden. Du musst nichts festhalten, nichts erzwingen, nichts „richtig“ machen.
Du gehst einfach – und lässt deinen Atem, deinen Rhythmus, deinen Körper den Weg bestimmen.

Es ist eine Meditation, die Bewegung erlaubt.
Eine Meditation, die dich mitnimmt, statt dich zu bremsen.

Eine Meditation, die deinem unruhigen Körper Raum gibt und deinem Geist eine Aufgabe: den nächsten Schritt.

Beim Gehen spürst du, wie deine Füße den Boden berühren.

Wie sich dein Gewicht verlagert.

Wie die Luft deine Haut streift.

Wie dein Atem sich einpendelt.

Du wirst langsamer, weicher, klarer – nicht, weil du es musst, sondern weil es ganz von selbst geschieht, wenn du dich dem Gehen hingibst.

Gehmeditation ist wie ein leiser Dialog zwischen dir und der Erde:
Ich bin hier. Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug.

Sie hilft dir, aus dem Kopf in den Körper zu kommen. Aus dem Denken ins Spüren. Aus der Unruhe in eine sanfte, natürliche Bewegung, die dich trägt.


Mini-Übung: Gehmeditation für unruhige Momente

  1. Beginne dort, wo du gerade bist.
    Du brauchst keinen besonderen Ort. Ein Flur, ein Gartenweg, ein Stück Wald, ein Zimmer reichen völlig.
  2. Nimm einen Atemzug, bevor du losgehst.
    Spüre deine Füße am Boden. Lass die Schultern sinken.
  3. Setze einen ersten Schritt – bewusst.
    Spüre, wie der Fuß abrollt. Wie der andere folgt. Finde deinen eigenen Rhythmus.
  4. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Gehen.
  • Wie fühlt sich der Boden an
  • Welche Bewegungen entstehen im Körper
  • Wie verändert sich dein Atem
  1. Wenn Gedanken kommen, nimm sie wahr und lass sie weiterziehen – wie Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Kehre sanft zu deinen Schritten zurück.
  2. Beende die Übung bewusst.
    Bleib kurz stehen. Spüre nach. Vielleicht ist etwas weicher geworden. Vielleicht auch nicht. Beides ist vollkommen in Ordnung.