In meinem Umfeld hagelt es gerade Nachrichten, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen: Rezidive, Metastasierungen, „austherapiert“ – dieses Wort, das sich anfühlt wie ein Schlag – und leider auch Todesfälle.
Etwas, womit ich in meiner Bubble leider öfter zu tun habe als der Ottonormalbürger.
Und doch.
Mitten in all dem Schweren, mitten in der Müdigkeit, der Traurigkeit, der Sorge, gibt es sie: diese kleinen, zarten Momente, die sich wie ein warmer Hauch auf die Seele legen.
Nicht das große Glück.
Nicht das „Alles wird gut“-Feuerwerk.
Eher wie ein Schmetterling am Wegesrand, der sich kurz neben dich setzt und dir ein Lächeln entlockt, obwohl du dachtest, heute gäbe es dafür keinen Platz.
Das kleine Glück ist leise – aber es ist da
Ich erinnere mich an die Corona-Pandemie, als unter dem Hashtag #3positiveDingesdesTages so viele Menschen begonnen haben, das Kleine zu sehen.
Ein Sonnenstrahl auf dem Küchenboden.
Ein gutes Gespräch.
Ein Lied, das plötzlich wieder Mut macht.
Ein Kaffee, der genau im richtigen Moment warm in den Händen liegt.
Damals haben wir kollektiv geübt, das Schöne nicht zu übersehen.
Inzwischen ist das im Sande verlaufen – verständlich, denn das Leben hat uns alle wieder eingesogen.
Aber ich finde: Gerade jetzt lohnt es sich, das wieder aufleben zu lassen.
Nicht als Challenge.
Nicht als toxische Positivität.
Sondern als sanfte Erinnerung daran, dass das Leben mehr ist als die Schwere, die uns manchmal umgibt.
Das kleine Glück muss nichts Großes sein
Es muss nicht laut sein.
Es muss nicht perfekt sein.
Es muss nicht einmal lange dauern.
Das kleine Glück ist:
- der Moment, in dem die Katze sich an dich schmiegt
- der Duft von Regen auf warmem Asphalt
- ein Satz, der dich berührt
- ein Lachen, das du nicht erwartet hast
- ein Mensch, der einfach da ist
- ein Abendhimmel, der dich kurz staunen lässt
- ein Atemzug, der leichter fällt als der davor
Es sind diese Mini-Momente, die uns daran erinnern, dass wir noch fühlen, noch leben, noch verbunden sind.
Warum wir das Kleine brauchen?
Gerade in der Krebs-Community, gerade in Zeiten, in denen Nachrichten schwerer wiegen als sonst, brauchen wir diese kleinen Lichtpunkte.
Sie sind kein Wegschauen.
Sie sind kein „Alles ist gut“.
Sie sind ein „Ich halte mich fest an dem, was mich trägt“.
Das kleine Glück ist wie ein Anker.
Wie ein leises „Ich bin noch da“.
Wie ein Faden, der uns durch die dunkleren Tage zieht.
Vielleicht sollten wir wieder damit anfangen
Vielleicht sollten wir wieder teilen, was uns gut tut.
Vielleicht sollten wir wieder hinschauen, wo das Leben uns kleine Geschenke hinlegt.
Vielleicht sollten wir wieder üben, das Schöne zu sehen – nicht, weil das Schwere verschwindet, sondern weil wir beides tragen dürfen.
Ich fange heute wieder damit an.
Mit einem kleinen Moment.
Mit einem kleinen Glück.
Und du?















