Das kleine Glück finden – gerade dann, wenn alles schwer ist

In meinem Umfeld hagelt es gerade Nachrichten, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen: Rezidive, Metastasierungen, „austherapiert“ – dieses Wort, das sich anfühlt wie ein Schlag – und leider auch Todesfälle.
Etwas, womit ich in meiner Bubble leider öfter zu tun habe als der Ottonormalbürger.

Und doch.
Mitten in all dem Schweren, mitten in der Müdigkeit, der Traurigkeit, der Sorge, gibt es sie: diese kleinen, zarten Momente, die sich wie ein warmer Hauch auf die Seele legen.

Nicht das große Glück.
Nicht das „Alles wird gut“-Feuerwerk.
Eher wie ein Schmetterling am Wegesrand, der sich kurz neben dich setzt und dir ein Lächeln entlockt, obwohl du dachtest, heute gäbe es dafür keinen Platz.

Das kleine Glück ist leise – aber es ist da

Ich erinnere mich an die Corona-Pandemie, als unter dem Hashtag #3positiveDingesdesTages so viele Menschen begonnen haben, das Kleine zu sehen.
Ein Sonnenstrahl auf dem Küchenboden.
Ein gutes Gespräch.
Ein Lied, das plötzlich wieder Mut macht.
Ein Kaffee, der genau im richtigen Moment warm in den Händen liegt.

Damals haben wir kollektiv geübt, das Schöne nicht zu übersehen.
Inzwischen ist das im Sande verlaufen – verständlich, denn das Leben hat uns alle wieder eingesogen.

Aber ich finde: Gerade jetzt lohnt es sich, das wieder aufleben zu lassen.
Nicht als Challenge.
Nicht als toxische Positivität.
Sondern als sanfte Erinnerung daran, dass das Leben mehr ist als die Schwere, die uns manchmal umgibt.

Das kleine Glück muss nichts Großes sein

Es muss nicht laut sein.
Es muss nicht perfekt sein.
Es muss nicht einmal lange dauern.

Das kleine Glück ist:

  • der Moment, in dem die Katze sich an dich schmiegt
  • der Duft von Regen auf warmem Asphalt
  • ein Satz, der dich berührt
  • ein Lachen, das du nicht erwartet hast
  • ein Mensch, der einfach da ist
  • ein Abendhimmel, der dich kurz staunen lässt
  • ein Atemzug, der leichter fällt als der davor

Es sind diese Mini-Momente, die uns daran erinnern, dass wir noch fühlen, noch leben, noch verbunden sind.

Warum wir das Kleine brauchen?

Gerade in der Krebs-Community, gerade in Zeiten, in denen Nachrichten schwerer wiegen als sonst, brauchen wir diese kleinen Lichtpunkte.
Sie sind kein Wegschauen.
Sie sind kein „Alles ist gut“.
Sie sind ein „Ich halte mich fest an dem, was mich trägt“.

Das kleine Glück ist wie ein Anker.
Wie ein leises „Ich bin noch da“.
Wie ein Faden, der uns durch die dunkleren Tage zieht.

Vielleicht sollten wir wieder damit anfangen

Vielleicht sollten wir wieder teilen, was uns gut tut.
Vielleicht sollten wir wieder hinschauen, wo das Leben uns kleine Geschenke hinlegt.
Vielleicht sollten wir wieder üben, das Schöne zu sehen – nicht, weil das Schwere verschwindet, sondern weil wir beides tragen dürfen.

Ich fange heute wieder damit an.
Mit einem kleinen Moment.
Mit einem kleinen Glück.

Und du?

Mein persönliches Ostern – sieben Jahre später


Im März vor sieben Jahren lag ich im Krankenhaus und hatte meine erste brusterhaltende Operation.
Horst flog raus.
Ein Abschied, bei dem ich keine Träne vergossen habe – und das sagt eigentlich schon alles.

Was ich damals nicht ahnte:

Während ich mich von diesem ungebetenen Untermieter verabschiedete, begann gleichzeitig etwas Neues. Neben mir lag eine Frau, die am selben Tag operiert wurde, ein ähnliches Schalentier verabschiedet hatte und mit der ich sofort eine Verbindung spürte. Aus dieser zufälligen Bettnachbarschaft ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute hält. Manchmal schenkt das Leben einem genau dann Menschen, die bleiben, wenn man selbst gerade dabei ist, so vieles loszulassen.

Der Plan, der keiner blieb

Ich war fest davon überzeugt, dass ich den Krebs los sein würde, die Bestrahlung noch durchziehe, zur Reha fahre und dann langsam wieder in meinen Beruf zurückkehre.
Ein klarer Weg. Ein Plan, der sich gut anfühlte.

Doch das Leben hatte andere Ideen.

Schon bald zeigte sich ein Lymphödem am rechten Arm. Weitere Operationen folgten. Und aus dem „Zurück in den Job“ wurde ein zäher Kampf um die Erwerbsminderungsrente bis 2021.
Es war, als würde ich durch einen Nebel irren, in dem die alten Wege plötzlich verschwunden waren.

Warum ich das alles schreibe?

Wir feiern Ostern. Und obwohl ich nicht gläubig bin, berührt mich dieser Gedanke von Neubeginn jedes Jahr aufs Neue. Für mich ist Ostern weniger ein religiöses Fest, sondern vielmehr ein Symbol für das Erwachen der Natur, für das erste zarte Grün nach dem Winter, für den Frühling.

Und ohne anmaßend sein zu wollen:
Der März 2019 war mein persönliches Ostern.

Ich musste mich verabschieden – von meinem alten Leben, meinem Beruf, meiner Arbeitsfähigkeit, meiner früheren Zuverlässigkeit. Und leider auch von Menschen, die mich auf diesem neuen Weg nicht begleiten konnten oder wollten.

Doch gleichzeitig begann etwas Neues.
Ein Weg, der nicht geplant war, aber sich nach und nach zeigte.
Ein Weg, der mich zu mir selbst zurückgeführt hat – zu meinen Kapazitäten, zu meiner Kreativität, zu meiner Fähigkeit, andere zu begleiten.

Ein Neubeginn, den ich nicht gesucht habe – aber der mich verändert hat

Den Krebs hätte ich wirklich nicht gebraucht!
Aber er hat mir – bei allem Schmerz, bei aller Erschöpfung – auch eine Chance gegeben.
Eine Chance, mein Leben neu zu ordnen.
Eine Chance, milder mit mir zu werden.
Eine Chance, ein Kapitel zu öffnen, das ich sonst vielleicht nie betreten hätte.

Heute, sieben Jahre später, schaue ich auf diesen März zurück wie auf einen Wendepunkt.
Nicht glorifiziert, nicht verklärt – aber mit einem tiefen Verständnis dafür, dass Abschiede manchmal der Anfang von etwas sind, das wir uns noch gar nicht vorstellen können.

Und vielleicht ist das der eigentliche Zauber des Frühlings:
Er erinnert uns daran, dass selbst nach den härtesten Wintern etwas Neues wachsen kann.

Dankbarkeit

Heute ist der 4. Advent

Ein komischer Advent in unserer Familie dieses Jahr.
Meine Mama liegt seit 18.11. im Krankenhaus, hat eine komplizierte Sigmadivertikulitis mit geplatztem Dickdarm auf etwa 10cm Länge und Bauchfellentzündung nur knapp überlebt.

Mutti macht inzwischen Fortschritte, wechselt am 23.12. in die Kurzzeitpflege und soll Ende Januar wieder nach Hause kommen.
Da gibt es noch viel zu tun und zu regeln für mich.

UND um meinen am Freitag 90 gewordenen Papa muss ich mich auch kümmern.

Hier steht deshalb nur die Hälfte an Deko, einen Weihnachtsmarkt hab ich dieses Jahr nicht besucht, keine Weihnachtsfeier oder Ähnliches.
Stattdessen abends ein Glühwein, ein bisschen Musik und Strickzeug zum runterkommen, wenn dann endlich auch die Bürokratie erledigt war.
Ein Baum – weiß ich noch nicht.

Und das bei mir Weihnachtskind!

Ich habe es tatsächlich geschafft ein paar Wichtelpäckchen zu verschicken, bei Post mit Herz mitzumachen und den engsten Kreis mit Weihnachtspost zu beglücken.

Was ich diesen Advent erfahren habe ist DANKBARKEIT.

Dankbar für unser persönliches Weihnachtswunder.


Dankbar für die Möglichkeiten der modernen Medizin.

Dankbar für die Hilfe, die uns zuteil wurde.

Dankbar für Freundschaft, die nicht viel fragt, sondern einfach da ist.

Dankbar für freundliches und fürsorgliches Pflegepersonal trotz Personalmangel und Stress.

Dieses Jahr ist der Advent nicht komisch, er ist besonders, weil er uns gezeigt hat, was wirklich zählt.

#advent #weihnachten #dankbarkeit #familie #freundschaft

Krebsfreundschaften

Neulich habe ich gelesen:

Ohne den Krebs, hätte ich viele liebe Menschen nicht kennengelernt.

Wohl wahr!

Ab Diagnose bis jetzt 7 Jahre danach, habe ich viele liebe Menschen kennengelernt, die ich ohne dieses Setting nicht getroffen hätte.

Wie so Vieles, was ich ohne den Krebs nie gewagt, erlebt oder erfahren hätte.

Wir sind eine Gemeinschaft von Menschen, die durch ihre Diagnose alle im selben Boot sitzen. Manch einer nur als Passagier, manch einer am Ruder, ein paar leider auch am Ausstieg. Alle teilen das gleiche Schicksal, keiner hat es sich ausgesucht oder gewünscht, alle müssen wir da durch.

Krebsfreundschaften sind etwas besonderes, oft kostbar und manchmal leider zeitlich begrenzt. In dem Wissen pflegen wir sie und es sind uns oft Mühen oder Kilometer unwichtig, wenn es gilt füreinander da zu sein.

Deswegen war ich heute in Chemnitz, um Francesca zu treffen, die ihrerseits zum Abschied im Hospiz eine Freundin besucht hat.

Francesca ist meine Kämpferin, den Brustkrebs überwunden, stellt sie sich zum zweiten Mal einem Sarkom und obwohl sie gerade wieder in Therapie ist, fährt sie ihre Freundin besuchen. Da konnte ich nicht nein sagen, als sie fragte ob wir uns treffen. Auch, weil ich sie ein bisschen auffangen möchte nachdem sie bei ihrer Freundin war.

Auch wenn ich euch allen solch bedingungslosen und engen Freundschaften von Herzen wünsche, so möchte ich, dass es keine Krebsfreundschaften sind.

Es ist Brustkrebs Monat!

Informiert euch!

Nehmt die Vorsorgeangebote der Krankenkassen war.

Tastet euch ab!

Krebs macht keine Unterschiede!

Krebs kann jeden treffen!

Beitragsreihe mit Soraya Frie

Stell dir vor, du hast als Krebspatientin ein Rendezvous mit deinem Kleiderschrank.

What????

Auch für Krebspatienten in und nach der Therapie ist Kleidung, Stil und äußere Erscheinung wichtig. Stellt es doch ein wichtiges Puzzleteil für Wohlfühlen dar.

Soraya und ich kennen uns jetzt ein gutes Jahr, arbeiten seit diesem Jahr zusammen – ich darf ihren Newsletter mit Achtsamkeits-Tipps bereichern.

Am Herzen liegen Soraya Frauen mit und nach Krebs und da kam uns die Idee für eine Beitragsreihe.

Der erste Teil ist nun online, schaut doch gern mal auf Sorayas Blog vorbei und folge uns.

Du findest Soraya auf LinkedIn, Facebook und natürlich auf ihrer Website.

Viel Freude beim stöbern.

Zu Gast bei Kendra „Krebs als zweite Chance“

Kurz vor meinem Urlaub durfte ich noch Gast bei Kendra Zwiefka von „Krebs als zweite Chance“ sein.

Beide sind wir im Juni 2018 an Brustkrebs erkrankt, beide sind wir Krebsblogger und rund um das Thema aktiv auf Social Media.

Nun haben wir zusammen ein Podcastinterview gemacht.

Nehmt euch eine Stunde Zeit mit einem Kaffee oder Tee und hört euch an, was wir für Themen haben.

Wir sprechen ich über meinen Weg seit der Brustkrebs-Diagnose 2018:
👉 3 OPs, Chemo, Bestrahlung
👉 BRCA1-Mutation & Wechseljahre von 100 auf 0
👉 Lymphödem & Fatigue
👉 Depression & der lange Kampf um die Rente
👉 Warum Selbsthilfe (FSH) so viel mehr ist als „Jammern“
👉 Wie Achtsamkeit & Meditation echte Stärke geben – auch ohne Lotus-Sitz

Wir zeigen: Heilung ist mehr als körperlich – es geht um Psyche, Routinen & kleine Schritte.

Du findest das Interview auf Spotify, auf Apple Podcasts und als Video auf YouTube.

Schön & Stark Fotoevent 2024

Repost @franziskaguentherfotografie

・・・


Ihr Lieben, hier kommen die ersten Eindrücke des 5. schön & stark Fotoevents vom 24.06.24.

Auch in diesem Jahr war es wieder so eine wunderschöne, lebenbejahende und kraftvolle Veranstaltung voller Zuversicht, Dankbarkeit und Inspiration. 💕🍀☀️

Ihr Alle seid so großartige Frauen und ich bin jedes Jahr wieder beeindruckt von eurem Umgang mit einer schweren Diagnose.

Was uns verbindet ist die Freude am Leben, die Lebenslust, die Zuversicht und die Liebe zur Natur, zu uns selbst, dem Leben.

Wir können lernen dankbar zu sein, auch, wenn uns das Leben Steine in den Weg legt.
Viele der Frauen, die ich zum Fotoevent oder im Podcast kennenlernen durfte, haben sich dafür entschieden die Tage, die wir Leben nennen, glücklich zu verbringen.

Natürlich ist es an manchen Tagen leichter, als an anderen.

Doch im Grunde darf sich Jeder fragen:

Wie möchte ich leben?

Und worauf möchte ich meinen Fokus lenken?

Auch und mit dem schweren Rucksack, den einige zu tragen haben. ❤

Das schön & stark Fotoevent ist für mich jedes Jahr ein Tag, an dem das ganz deutlich wird. 🙏

Ich danke euch von ❤ für euer Vertrauen und euren Mut euch so zu zeigen, wie ihr seid, für den Tag voller Selbstliebe, netter Gespräche, lachen und Lebensfreude.

☀️ Für all die Dankbarkeit und Wertschätzung.

Für die Gemeinschaft, die wir sind, für das gegenseitige Zuhören und Annehmen. 🙏

Danke an mein großartiges Team für eure Unterstützung & euer Engagement.
Danke an Katja @makeupbykat.berlin und Audry @audryromano für MakeUp&Styling, ich arbeite so gerne mit euch im Team! 💕


Danke Sabrina @sabrina_fatiguecoach , für deine wertvolle Arbeit.

Was für eine großartige Hilfe für Betroffene. 🙏

Danke an Dani @ernaehrungbeikrebs für dein Wissen über das wichtige Thema Ernährung, es ist so schön, dass wir uns kennengelernt haben.

Danke an Jenny, die uns mit Yoga eine Richtung zeigt. 🧘‍♀️

Tausend Dank an Esther @la_mesma für die die großzügigen Gutscheine in den Goodie-Bags. 🩱Auch dir ist es so wichtig, dass Frauen in ihr Körpergefühl und ihre Mitte finden, das spiegelt deine wunderschöne Mode wieder.

Vielen Dank auch an Theresia von der Naturapotheke Geltow, für die tolle Kosmetik, die wir so unkompliziert nutzen durften.

Und natürlich vielen Dank an Caro für die schöne Location und die tatkräftige Unterstützung.

Ohne euch alle wäre das Fotoevent so nicht möglich gewesen.

Die Bilder, die zum Fotoevent entstanden sind, zeigen Frauen, die ihren eigenen Weg gehen und zuversichtlich für sich selbst einstehen.

Gerade unsere Unvollkommenheit macht uns einzigartig und perfekt.

Gemeinsam möchten wir auf das Thema Frauen mit Krebs aufmerksam machen und jede Frau darin bestärken, sich selbst mehr zu lieben und selbstbewusst das eigene Leben zu gestalten.

Im nächsten Jahr wird das Fotoevent am Montag, den 23.06.2025 stattfinden.

Willkommen im Strickbrust Team

Ich stricke und häkle gern.

Es hilft mir abzuschalten, ich produziere etwas, es ist gut gegen Polyneuropathie und schlank hält es auch, weil wenn ich stricke kann ich keine Nüsse oder Chips knabbern.

Irgendwann kam da die Idee, warum nicht für andere stricken?

Socken, Tücher, Schals für Freunde, zuletzt sogar ein Pullover.

Als ich im Februar bei der lieben Michaela zu Besuch war, hatten wir die Idee, das wir mit unseren Socken doch die kalten Füßchen der Chemopatienten wärmen könnten.

Aber alleine aufziehen, Wolle kaufen, Werbung machen, Versand, …?

Moment da gibt es doch das StrickbrustTeam.

Der Name ist Programm, man kann dort gestrickten Brustersatz bekommen.

Aber nicht nur das!

Inzwischen gibt es auch Herzkissen, Portkissen, Mützen, Bettschuhe Krönchen und ab und an auch mal Socken. Alles ehrenamtlich und mit viel Liebe gefertigt, auch Sonderwünsche wie ich kürzlich einen für eine Klientin von mir hatte.

Also mal eben die Mädels angeschrieben und siehe da, es werden Sockenstrickerinnen gesucht.

So sind wir seit Freitag, den 12.04.2024 Teil des StrickbrustTeams und lassen kräftig die Nadeln klappern.

Du kannst auch stricken oder nähen und möchtest unterstützen? Dann mach’s wie wir, kurze Nachricht und los geht’s.

mailto:strickbrust@web.de

Du bist in Handarbeiten nicht so aufgestellt, möchtest aber unterstützen?

Dann hilf doch mit Wollspenden, Stoffen oder schlicht und einfach ein paar Euros.

Vielen Dank dafür.

Wenn Eine eine Reise macht…..

„Fahr mit dem Zug und du lernst Leute kennen!“sagte die liebe Christiane Strüven einmal zu mir.

Hmmmm entweder war ich bisher im falschen Zug oder der mit den gesprächigen Leuten war schon weg.


Meist sind die Menschen mit ihren Handys und Tablets beschäftigt. Im ICE sind eh immer sehr viele very buisy.

Oder sie hören Musik, lesen, schlafen oder signalisieren per Gesichtsausdruck „kein Anschluss unter dieser Nummer“

Ab und an trifft man aber jemanden für ein ungezwungenes Gespräch, das je nach Reisezeit auch schon mal tiefgründig werden kann.



Da war zum Beispiel der nette Herr mittleren Alters, der im August 2021, trotz dessen er irgendwelche Akten bearbeitete, auf mein Shirt mit „Pilgern gegen Krebs“ aufmerksam geworden war. 

Gut kleine Rothaarige mit tiefgrünem Shirt und einen riesigen Rucksack, da kann man ja mal nen Blick riskieren und sich einige Fragen stellen.

Wir kamen ins Gespräch übers Pilgern, warum ich das mache, von wo nach wo und das er das selbst auch noch plane. 

Pilgern ist kein Thema der Art „wie ist das Wetter heute“ und so verging die Zeit zwischen Dresden und Berlin flugs, seine Akten blieben unbearbeitet, mein Pilgermagazin ungelesen, aber wir hatten ein gutes Gespräch.

Dann war da 2016 noch die Dame aus dem Wäschegeschäft, die nach Dresden unterwegs war.

Was anfänglich als Smalltalk anfing, führte auch hier schnell dazu, das man von Zwickau bis Dresden quasselte, zusammen ausstieg und eine gute Reisezeit hatte.

Letztens mit der S-Bahn nach Leipzig erlebte ich tatsächlich mal das, was ich bisher nur von anderen gehört oder als TV Bericht gesehen hatte.

Schienenersatzverkehr, Zug verpasst, Zug übervoll.

Seit einiger Zeit wird hier an der S-Bahn Strecke gebaut, bisher immer ohne Probleme für mich.

Diesmal warnte mich meine App und auch die Bahn per Mail, das es Änderungen gäbe und ich doch umbuchen sollte.


Lieber Software Entwickler, wenn man Sparticket hat, is nix mit umbuchen!


Nun ja, Rechereche meinerseits zeigte an, das da ein Bus eingesetzt werden soll und ich trotzdem nach Leipzig käme.

HIER hätte ich stutzen müssen!

Ein Bus ist keine S-Bahn, Straßen sind keine Gleise, demzufolge dauert es länger.

Ich habe aber nicht gestutzt …..

Völlig blauäugig stieg ich also in den Bus und vernahm recht bald von der Lehrerin der Grundschüler auf Klassenfahrt, das wir über ne Stunde fahren.

Äääääh, das passt ja gar nicht zu meinem ICE ab Leipzig!


Atmen Anett, schön atmen und schon mal nach dem nächsten ICE schauen.

Hoffen Anett, schön hoffen, vielleicht musst du zum ICE rennen, aber du erwischst ihn noch.


Einige Zeit später, wieder in der S-Bahn war klar – der Zug ist weg, aber so was von weg!

Glücklicherweise hatte ich da aber schon das Gespräch mit Jörg begonnen. Seines Zeichens Zugbegleiter, aus der Nachbarstadt, täglich hier unterwegs und an Austausch interessiert. Schnell war gemeinsam der nächste ICE raus gesucht, alle Fragen meinerseits zum Ticket geklärt und in Leipzig sogar noch Zeit für einen Kaffee.

Offen sprachen wir über das Leben, meine Erkrankung und mich als junger Rentner und was er so tagtäglich alles erlebt. 

Ich dachte ja immer als Arzthelferin oder im Verkauf erlebt man einiges, aber als Zugbegleiter ist das locker zu topen. Kein Wunder, das da immer Leute gesucht werden.


Apropos gesucht. 

Hier hatten sich jedenfalls zwei gefunden, die sich grundsätzlich verstehen und abseits von Geplänkel auch noch Gesprächsstoff haben. So wurden Nummern getauscht und natürlich das restliche Wochenende Bericht erstattet, wer gerade in welchem Zug steckt.


Man kann eben doch Leute kennenlernen auf Reisen, womit wir wieder zu Christiane zurück kommen.

Ich denke es würde uns allen, ganz unabhängig vom Reisen, gut tun, offener zu sein und Begegnungen zu zulassen ohne direkt etwas negatives zu vermuten oder sich selbst klein zu machen.

Ein Lächeln, auch unter der Maske, kann da ein guter Anfang sein.



Ach ja und für die nächste Reise mit dem Zug im Juli nehm ich dann eine S-Bahn früher. Sicher ist sicher!



Neurographik, Sämerei und ein gelbes Pferd

Diese Woche ist echt was los!

Heute war ich in der Kinderstube Leubnitz  eingeladen, weil ich letztes Jahr im Oktober schon ein Bild für die künftigen Schulanfänger gezeichnet bzw. neurographiert hatte.

Doreen, die Inhaberin, und ich kennen uns durch unsere gemeinsame Arbeit als Elternsprecher und so blieben wir auch nachdem unsere Kinder die Oberschule Richtung Berufsleben oder Studium verlassen hatten in Kontakt.

Erst hatte ich der Kinderstube schon mal die Gartengeräte von unserem Sohn vermacht, plus Blumenkübel und ein paar Sämerein und dann hatte Doreen in meinem Status meine Zeichnungen entdeckt.
So kam der heutige Termin zustande.
Die Kinder waren begeistert und haben gleich selbst mal probiert (ohne Anleitung wohlgemerkt) ob sie auch so was buntes hinbekommen.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen und es ist immer wieder interessant wie sie ihre Werke kommentieren. Wenn aus einem gelben Pferd ein Monster wird oder mitten im Bild eine Kerze auftaucht, die das Schloss erleuchtet.
Herrlich, diese Phantasie.

Die Bilder hab ich mit nach Hause bekommen und ich denke ich werde da was Neues gestalten.

Und schaut mal ich falle gar nicht auf.😂
Auch heute hatte ich wieder Sämerei dabei für Schnittlauch, Pflücksalat, Sonnenblumen und eine schöne Blumenmischung für Insekten.
Einen Teil werden wir dieses Jahr noch säen, alles andere 2022 und ich werde meinen grünen Daumen gerne zur Verfügung stellen.
Es ist einfach erfrischend mit den Knirpsen und so herrlich unbefangen.
Natürlich wollten sie wissen was ich da für Dinger am Arm habe und ob ich im Krankenhaus war und eine Spritze bekommen habe. Kurz erklärt und gut. Außerdem trage ich Glücksohrringe wurde mir erklärt, da kann ja dann wirklich nix mehr schief gehen.
In diesem Sinne bis morgen, wenn das Pilger Tagebuch startet.