Dein Körper ist genug – mein Shooting mit Caro Gugu

Im Juni durfte ich Teil des Projektes „Dein Körper ist genug“ sein.

Nachdem ich über Social Media schon einige sehr schöne Fotoreihen gesehen hatte, stand mein Entschluss mich zu bewerben schnell fest.

Mein Körper ist genug!

Genau so wie er ist, mit den Narben, ohne Brüste, mit Lymphoedem und Co. Er hat gekämpft und mit mir gemeinsam olle Horst in die Flucht geschlagen. Leider hat er ein paar Macken zurück behalten, aber trotzdem ist er gut so wie er ist. Trotz dieser harten Zeit, funktioniert er, trägt mich durchs Leben und zeigt mit öfter mal, wohl auch zu Recht, meine Grenzen auf.

Und was noch viel wichtiger ist – ich muss mich mit diesem Körper nicht schämen!

Und so kam es, dass wir an einem heißen Sommerabend im Juni, am Strandteil eines Restaurants im Grunewald, beobachtet von den Restaurant Gästen und umzingelt von gefühlt 1 Million Mücken diese tollen Fotos gemacht haben.

Nix mit Bauch rein, Po raus wie das sonst bei „schön & stark“ immer so ist, nein Caro wollte mich ganz natürlich in der goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang ablichten.

Ausgestattet mit einem tollen Höschen von LA MESMA  und mal wieder einer guten Portion Verrücktheit, hatten wir einen schönen Abend.

Das Projekt finanziert sich über Spenden und kann dadurch die Shootings kostenlos anbieten.

Damit zukünftig so wenig wie möglich an Kosten auf die Teilnehmer umgelegt werden muss, kannst du hier mit einer Spende  unterstützen.

Wenn du selbst dabei sein möchtest, kannst du dich hier anmelden.

 

Und seit Nikolaus 2023 gibt’s auch was auf die Ohren – Body Vibes der Podcast

„Jeden Sonntag interviewt Caro Gugu unterschiedliche Gäste und Expert*innen zu ihren Körpergeschichten und touched dabei Themen wie: Bodyshaming, Schönheitsideale, Selbstliebe, Bodypositivity und viele mehr.“

 

Also nicht vergessen!

DUBIST SCHÖN!  DU BIST GUT SO WIE DU BIST! DEIN KÖRPER IST GENUG!

Eure Anett

 

 

 

Sommer, Sonne, schwarze Höschen – ein Fotoevent für mehr Selbstliebe

Wenn sich Ende Juni an Krebs erkrankte Frauen in schwarzen Höschen für ein Fotoshooting im Umland von Brandenburg/Havel bereit machen, dann kann das nur das „Schön&Stark“ Fotoevent sein.

Franziska Günther lädt nun schon zum 5. Mal zu diesem tollen Event ein und ich durfte dieses Jahr zum dritten Mal mit dabei sein.

 

Das Ziel unseres Fotoevents war es ein neues Mutmacherfoto für das Projekt „schön & stark – Frauen mit Krebs“ zu erstellen, um damit allen Betroffen Kraft zu geben und sie darin zu bestärken sich selbst mehr zu lieben und anzunehmen, so wie sie sind. In diesem Jahr war es durch die kleine und begrenzte Teilnehmerzahl möglich, das alle miteinander ins Gespräch gekommen sind, neue und bekannte Gesichter wieder gesehen haben und gemeinsam eine kleine Meditation mit Lea von KrebsKokon zu machen.

Entstanden sind, wie immer bei Franziska, wundervolle Fotos, die an Krebs erkrankte Frauen voller Lebensfreude zeigen.

Frauen, die den Mut haben sich mit all ihren Narben und körperlichen Veränderungen zu zeigen.

Frauen, die ihren Körper akzeptieren und lieben so wie er ist.

Frauen, die das Leben lieben.

In diesem Jahr wurden wir nicht nur von Lea Gall für den Wohlfühlmoment begleitet, sondern auch von Susanne Wagner und Katja Waller geschminkt und von Ester von LaMesma mit Höschen ausgestattet.

Danke euch allen, denn ohne eure ehrenamtliche und endgeldlose Arbeit, wäre das alles nicht möglich gewesen.

 

Da wir gerade beim Geld sind ….

Das Fotoshooting war in diesem Jahr erstmals mit doch relativ hohem Eigenanteil verbunden, den sich nicht jede Frau leisten konnte. Auch Franziska und ihr Team haben +/- Null gearbeitet und hoffentlich nicht noch drauf zahlen müssen für Location, Catering und Co.

Wenn Ihr Franziska und ihr Fotoevent und auch ihre wundervollen Einzelshootings unterstützen wollt, dann spendet gern:

PayPal an schoenundstark@dfb-brandenburg.de


per Überweisung an den
Demokratischer Frauenbund, LV Brandenburg e.V.
Mittelbrandenburgische Sparkasse
IBAN: DE86 16050000 350 301 00 59
BIC: WELADED1PMB

Verwendungszweck: Zweckgebunden für das Projekt „Schön&stark Fotoevent“

Jeder Euro zählt!

 

Ihr könnt Franziska auch gern kontaktieren

Mail: schoenundstark@franziskaguentherfotografie.de

Und ihr auf ihren Instagram und/oder ihrer Website folgen.

Außerdem könnt ihr den „Lebe selbstvoll“ Podcast überall da wo es Podcasts gibt regelmäßig verfolgen und das Buch zum Projekt kaufen.

 

Kleiner Tipp, ab Januar 2024 kann man sich wieder für das Shooting anmelden. Sicher auch eine schöne Geschenkidee für eine betroffene Frau, der das Geld, aber nicht der Mut dazu fehlt.

Schön&Stark – das Buch zum Fotoprojekt

Der treue Leser weiß, das ich inzwischen schon zweimal bei der lieben Franziska Günther zum Fotoshooting war und auch ihr Podcast Gast durfte ich mehrmals sein.

Nun ist es, nach zähen Vorbereitungen, endlich für alle bestellbar, der Bildband mit beeindruckenden Geschichten einiger Shooting Teilnehmerinnen.

Es sind Geschichten, die das Leben schrieb und immer noch schreibt.

Geschichten von Mut und Verzweiflung, vom Ende und Neubeginn, von starken Frauen.

Frauen, wie ich. Gebeutelt von einer Krebsdiagnose, die nur all zu oft zu einem Wendepunkt im Leben wurde.

Frauen, die mutig ihren Weg gehen und das mit diesem Bildband auch zeigen wollen:

Egal wie viele Narben wir haben, wie verändert unser Körper sein mag, wir sind schön und stark. Wir sind nicht nur der Krebs! Keinesfalls, wir sind Frauen mit oder nach Krebs, aber wir sind Frauen!

Das Buch enthält hier und da Geschichten, die mich schon sehr nachdenklich und dankbar gemacht haben. Geschichten, die erzählt werden müssen.

Das Buch ist erhältlich direkt auf der Webseite von Schön&stark oder im Buchhandel eurer Wahl.

Übrigens auch in diesem Jahr findet das Shooting wieder statt, in veränderter Form und an anderer Location.

Ihr dürft gespannt sein!

Oder meldet euch doch noch an!

Schön&Stark Fotoevent

Eure Anett

Lebe selbstvoll

Wer hat an der Uhr gedreht???

Der Blick in den Kalender zeigt ganz unverblümt, das sich das Jahr dem Ende nähert. Und ich sehe mit Blick auf den Blog, das ich nicht ganz so aktiv war wie gewohnt. Zumindest hier nicht.

Aktiv war ich durchaus als Gruppenleiterin der FSH Onliner, als Rechnungsprüfer, als virtuelle Assistentin, als Teil des Teams von Cancer Unites, Podcast Interview und Kalenderproduktion und und und. 

Ein Familienleben und Freunde hab ich ja auch noch!

Diese Aktivitäten erfordern Organisation. Zum einen alle Termine unter einen Hut zu bekommen, zum anderen gar nicht erst zu viele Termine anzunehmen und auch Termine mit mir selber zu haben.

Witzigerweise steht auf dem 13. Zettel aus den Rauhnächten „ich richte mir feste Bürozeiten ein“ als ob ich es geahnt hätte. (Dieser 13. Zettel ist der, der übrig blieb und mich dann durchs Jahr begleitet.)

In der Tat ist es jetzt so, das ich mir zwar nicht 8-15 Uhr vorgenommen hab, kann ich gar nicht leisten, aber ich habe in meinem Kalender stehen, welche Aufgaben zu erledigen sind und die arbeite ich möglichst konzentriert ab. Heißt in meinem Fall, Ruhe, Entspannungsmusik geht, ansonsten bitte keine Störungen. Nur ich, mein Tee oder Kaffee und die Aufgabe. Die Zeiten passe ich meiner Verfassung und den Schichten des Gatten an.

Seit neuestem habe ich dafür auch ein Büro.

Noch nicht ganz fertig, aber wie ihr seht schon gleich mit Yogamatte. Später soll es mal Büro, Sport und Hobby den nötigen Raum geben. Damit ist das Wohnzimmer schlicht Wohnzimmer, wie es sein sollte. 

Diese Erkenntnisse von Planung, festen Zeiten und auch die Arbeit aus der Freizeit verbannen, hab ich während meines Fatigue Coachings bei Sabrina Han gelernt. Wenn Fatigue chronisch ist, musst du lernen damit zu leben. Deswegen wird es dir ab und an trotzdem einen Strich durch deine Planung machen, aber es wirft vielleicht nicht mehr so viel über den Haufen und kommt nicht so oft.

Dinge, die ich mühsam verstehen und annehmen muss, wo mir Nein sagen doch so schwer fällt. Deswegen war es hier leider auch so ruhig geworden.

Ich bin keine Bloggerin, die sich einen festen Plan macht, wann welches Thema, wann geht der Post online usw. Ich schreibe intuitiv, wenn mir was schlüssiges einfällt oder ein mir wichtiges Thema aufploppt. Alles andere empfinde ich als krampfig und das kann man dann auch in den Texten sehen.

Und dann, ich hab’s weiter oben kurz erwähnt, hab es ja auch die Kalender Produktion.

Richtig gelesen! Meine Physiotherapeutin und ich hatten die fixe Idee, einen Kalender für 2023 zu machen. Die Idee haben wir in die Tat umgesetzt und raus gekommen ist:

Der Kalender kostet 15€, wobei 5€ für das SRH Hospiz hier in Werdau als Spende gedacht sind. Druckkosten und Co lassen uns auf einen Gewinn von 1€ pro Kalender kommen. Aber um Gewinn geht’s hier nicht, wir wollen Mut machen. Einfach zeigen, das man auch mit Krebsdiagnose den Lebensmut, seine Träume und das Lachen nicht verlieren muss, auch wenn es an manchen Tagen ganz danach aussieht.

Wenn ihr den Kalender haben möchtet, meldet euch einfach bei mir. Ich verschicke auch.

Und ansonsten freue ich mich wie immer sehr, wenn ihr mir die Treue haltet und meine Post‘s weiter teilt.

Eure Anett

Wie ich wurde, was ich bin

 

Im ersten Moment würde ich berechtigterweise sagen, das Leben hat mich zu dem gemacht wer oder was ich jetzt bin. Grundsätzlich stimmt das ja auch, aber das sogenannte Leben ist ja bei jedem von uns anders. Jeder hat andere wichtige Stationen in seinem Leben durchlaufen, die genau die Person aus einem geformt haben, die man eben jetzt ist.

1. Kindheit in der DDR

Als Jahrgang 1976 habe ich bis zur frühen Pubertät meine Kindheit in der DDR erlebt und geliebt. 

Wohlbehütet in Kindergarten, Grundschule und Hort wuchs ich auf und bekam von all dem, was da ab Mitte der 80er Jahre so um mich rum brodelte, nichts mit.

Statt dessen, war ich ein fleißiger Pionier und demzufolge im Gruppenrat, im Freundschaftsrat, gab Nachhilfe und war zufrieden so wie es war.

Erst in den Jahren 1988/89 entdeckte ich, sehr zum Leidwesen meiner Eltern, das ich eine Meinung und eine Stimme habe, die ich auch vertreten darf. Ich gab mit als Erste den Pionierausweis ab und verweigerte wie der Rest der Klasse das „für Frieden und Sozialismus seid bereit“ und das im Herbst 1989 als die Wandlung gerade erst in Gang kam. In der damaligen politischen Situation für meine Eltern wirklich nicht einfach.

2. Pubertät und Abitur – alles neu macht die Wende

Ende der 80er Jahre, das wissen wir ja alle, kam die Wende. Pioniere und FDJ gab es nicht mehr, so vieles liebgewonne galt auf einmal als nicht mehr richtig und gar verpönt.

In einer Zeit, wo man als Jugendliche eh nach einer Richtung und seinem Weg sucht, verwirrend. Welche Schulbildung sollte man einschlagen? Lehre oder Studium? An wem sich orientieren?

Um Zeit zu schinden und natürlich auch, weil meine Noten es her gaben, wechselte ich wie so viele damals auf`s Gymnasium und absolvierte 1995 mein Abitur. 

Anfangs mit Plänen für ein Sozialpädagogik Studium, – – das mir zu praxisfern mehr Verwaltung war, dann mit einer Ausbildung zur Hebamme – da schreckten mich die geforderten Zahlen an Geburten mit Komplikationen und Co ab, fand ich schließlich mein Glück als Ausbildende zur Arzthelferin direkt vor Ort.

Helfen wollte ich, am Menschen dran sein und ich musste nicht mal von zu Hause weg ziehen. 

Letzteres blieb damals vielen nicht erspart. Für mich wäre es einer Katastrophe gleich gekommen, fand ich damals.

3. die 90er – Lehre, Liebe, Krieg im Kosovo

Meine 90er waren in erster Linie vom Lernen geprägt. Lernen für`s Abitur, für die Lehre, für den Berufsabschluss. Immer mit der Ansage von Eltern und Verwandten „streng dich an, du brauchst gute Noten, sonst kommst du nirgends unter“ 

Ja, das war die Angst in dieser Zeit, wenn man nicht die/der Beste war, dann wurde jemand anderes genommen und selber stand man blöd da.

Glücklicherweise hab ich in meiner Lehre früh vermittelt bekommen, das es der Umgang und das Gefühl für die Patienten sind, das Organisationstalent und das selbstständige Arbeiten, die ausschlaggebend sind und nicht die Noten.

Trotzdem war ich oft das schüchterne Häschen, zumindest tief innen drin, wenn das nach außen auch oft einen anderen Anschein hatte. Aber der Druck einen guten Eindruck machen zu müssen, war immer da, anerzogen und selbstgemacht.

Ende der 90er ging mein damaliger Freund und späterer Ehemann zur Bundeswehr und musste natürlich gleich mit zum Einsatz in den Kosovo. Erstmals musste ich auf mich allein gestellt, das Leben meistern. Natürlich hatte ich noch meine Eltern, aber die brauchten gesundheitlich in dieser Zeit mehr meine Hilfe, als das sie mir eine hätten sein können.

4. die 2000er – wir gründen eine Familie

Nach dem ersten Auslandseinsatz haben wir geheiratet, nach dem zweiten und dem Ausscheiden aus der Bundeswehr kam unser Sohn Phillip. 

Bilderbuchverlauf? 

Nicht so ganz, rückwirkend betrachtet. 

Ich war erst unter der Woche allein zu Hause als Soldatenehefrau, später dann als Ehefrau eines LKW-Fahrers. Erst im Nahverkehr, alsbald im Fernverkehr. Ich war auf mich allein gestellt.

Arbeit, Kindergarten, Haushalt und den ganz normalen Wahnsinn musste ich alleine stemmen und wurde das Gefühl nicht los, das es das doch nun nicht für die nächsten Jahre gewesen sein könnte.

Aber alles was mich neben der Arzthelferin noch interessierte, unter Umständen sogar eine berufliche Veränderung herbei führen könnte, war zu teuer, zu zeitaufwändig, zu weit weg und ich traute mich schlicht und einfach nicht aus meiner Komfortzone heraus.

Also blieb alles beim Alten.

5. die 2010er – Kehrtwende und Brustkrebs

Es kriselte in unsere Ehe, meine Unzufriedenheit wuchs. Mein Leben bestand aus der Arbeit in der Praxis, Kind und Haushalt, unserem Garten und der Versorgung meines Opas und der Unterstützung meiner Eltern. Abends war ich zwar kaputt, aber oft nicht erfüllt.

Phillip kam in die Schule und es setzte sich langsam der Abnabelungsprozess in Gang – alleine auf den Spielplatz oder zu Freunden, übernachten bei Freunden, später Sportverein und Co. Und ich hatte freie Zeit oder arbeitete je nach Dienstplan. Oder ich übte und büffelte mit Phillip, dem Mathe und Deutsch nicht gerade leicht fielen.

In dieser Zeit entdeckte ich Yoga für mich und darüber kam ich mit weiteren Entspannungsmethoden und auch Lebensmodellen in Kontakt. Manches erschien nicht unmöglich.

Ende 2010 war die Unzufriedenheit so groß, das ich erstmalig einen Aufstand veranstaltete und mich von meinem Mann trennen wollte. Durch lange, teils schmerzhafte, Gespräche konnten wir das Ruder herum reißen, kurzfristig zumindest. Beide hatten wir Fehler gemacht oder waren zu bequem gewesen.

Die Unzufriedenheit kam wieder und mein Wunsch nach Trennung und Veränderung, mitten rein platzte auch noch meine alte Jugendliebe von 1993.

Ab 2015 begann eine fordernde Zeit. 

Erst die Trennung, dann die sich ewig hinziehende Scheidung und dazu die neue alte Liebe, die auch nicht unkompliziert startete. 

Stress zu Hause, Stress mit dem Ex und Stress auf Arbeit, weil da eine Kollegin für länger ausgefallen war, umgezogen sind wir auch noch. Dazu Phillip mitten in der Pupertät und im Schulabschluss.

2018 als alles überwunden und in geordneten Bahnen schien, entdeckte ich einen Knoten in meiner Brust. Das Leben stand wieder Kopf, aber diesmal heftiger als jemals zuvor.

6. Brustkrebs und mein zweites Leben

Stell dir vor, nach dem Seilspringen tut da was in deiner rechten Brust weh. Tage später wird man dir erklären, das du Brustkrebs hast und nichts wird mehr sein wie vorher.

Um die Diagnose und Therapie zu verarbeiten, fing ich an zu bloggen. 

„Horst muss sterben“ ist zuerst nur aus diesem Grund entstanden. Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich der Blog zu dem was er heute ist.

Nach 16 Chemotherapien, 3 OP`s und einem Herzkatheter war klar:

1. ich kann nicht mehr in meinen Beruf  bzw. ins Arbeitsleben zurück und das wo ich wirklich gerne als Arzthelferin gearbeitet habe

2. ich bin ein Mutant, könnte also wieder Krebs bekommen

3. ich möchte als EM-Rentner nicht nur auf der Couch sitzen

Das, was ich in all den Jahren unter keinen Umständen haben wollte, war jetzt eingetreten. 

Abhängig zu sein von Behörden, von deren Wohlwollen und Geldern und meinen Lebensgefährten um Geld bitten zu müssen. 

DAS BIN NICHT ICH! 

DAS WILL ICH NICHT SEIN!

Was also tun?

Was anfänglich nur ein loser Kontakt via Facebook war, entwickelte sich dann zu meiner eigenen Ausbildung zum psychoonkologischen Begleiter und inzwischen virtuellen Assistentin und Dozentin bei Andrea Heckmann. Sie hat von Anfang an an mich geglaubt und viel mehr in mir gesehen als ich selbst und vor allem die nötige Geduld mit mir gehabt.

Ich engagierte mich in der Netzwerkstattkrebs recht zügig, nachdem ich die ersten Male dabei war 2020, übernahm noch im selben Jahr die Leitung der Onlineselbsthilfegruppe, weil unsere liebe Patricia leider ihren letzten Weg eingeschlagen hatte.

Durch Corona war ich, und so viele andere auch, gezwungen online zu arbeiten, mir weitere Fähigkeiten am PC anzueignen. Zoom, GoogleDrive, Social Media und Co.

Was ich mir früher nie getraut hätte, ging jetzt auf einmal. 

Ich belegte weitere Kurse online oder per Selbststudium. Inzwischen bin ich Meditationsleiter und schließe in den nächsten Wochen den Kursleiter Waldbaden ab.

Ich kontaktierte andere Blogger oder Buchautoren ohne Scheu und so entwickelte sich ab 2019 mein eigenes kleines buntes Netzwerk.

Und ich entwickelte mich!

Anfangs völlig desillusioniert, gelang es mir, auch mit gut Zureden von außen, mich wieder auf meine Beine zu stellen. 

Heute bin ich virtuelle Assistentin, psychoonkologische Begleiterin und Beraterin, engagiert in einigen Krebsorganisationen, Fotomodell, entdecke mit Heike E.M.Jänicke meine kreative Ader, bin offen für Neues und vor allem glücklich und erfüllt, mit dem was ich tue.

Und nicht zuletzt, hab ich auch mein privates Glück gefunden.

Zwischen 40 und 45 hat mein Leben noch einmal eine völlig andere Richtung eingeschlagen.

Ich helfe immer noch Menschen und bin nah an ihren dran und von zu Hause weg muss ich, dank der Technik, auch nicht mehr. Aber jetzt macht es mir Spaß zu reisen und unterwegs zu sein. 

Ich habe gelernt, mich von dem zu trennen was mir nicht gut tut, Nein zu sagen. Mein Körper bzw. die berüchtigte Miss Fatigue, die gerne Verstärkung von Gisela Lymphoedem bekommt, zeigt mir sehr deutlich, wann Schluss ist. 

Ein Weg, der nicht immer leicht zu gehen war, den ich aber mit Mut zur Veränderung, Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten und auch der Lust am Leben geschafft habe.

Und das kannst du auch!