Kilometerstand bitte!

Laufen, laufen, laufen – war ja irgendwie das Motto der Reha.

Und ich hab doch tatsächlich in den 5 Wochen 351,92km geschafft.

Ich hatte mir im Januar 2019 eine dieser Fitnesstracker Uhren geholt, weil ich nach der Chemo wieder fit werden wollte und war dann die erste Zeit froh, wenn ich die 1000 Schritte geknackt hatte.

Während der Reha war ich nie unter 10000 Schritte , einmal hatte ich sogar 30000 an einem Tag.

Natürlich sind da auch die Wege zwischen Haus 1 und 2 dabei, aber der Großteil stammt von unseren Wanderungen.

Gleichzeitig war es für mich die Reha auch der Start vom Pilgertraining.

Pilgern ach da war ja noch was!

Eigentlich hätte ich das Training laut Plan erst im Februar beginnen müssen. 

Aber wozu warten, wenn ich doch in der Reha die Möglichkeit habe täglich zu laufen und so eine Routine entwickeln kann.

Der Plan sieht für Februar vor:

Beginnend mit 35min Walken/ 1,5h zügig spazieren gehen wird bis Woche vier auf 60min Walken/ 2h zügig spazieren gehen gesteigert. Dazu kommen noch pro Woche 20 min Treppen zügig steigen im Wechsel rauf und runter.

Laufziel hab ich erreicht, am Treppentraining bin ich noch dran.

Das im Treppenhaus zu machen, freut wahrscheinlich die Nachbarn und ich bekomme da nen klitzekleinen Drehwurm. Aber wir haben hier im Ort noch ne Treppe zum Bahnhof, wird wohl die mit mir Bekanntschaft machen.

Die Tagesetappen für die Tour sehen in etwa so aus:

1.Tag 17 km

2.Tag 20 km

3.Tag 25 km

4.Tag 16 km

5.Tag 18km

6.Tag 18 km

7.Tag 10 km


Und davon will ich bis Mai einige mal testen, nicht vor Ort, aber von der Kilometer Zahl her.


Mein Lymphoedem wird’s freuen.


Heute war zwar eher unschönes Laufwetter, aber was soll’s. Richtig anziehen und los.

Und obwohl ich im und um unseren Ort unterwegs war, hab ich wiedermal paar schöne Blickwinkel und Dinge entdeckt, die mir vorher nicht aufgefallen waren.



Eine Zaubernuss in voller Blüte.



„Alte Ziegelei“ Lehmgrube



Kunst am Holz 



Die Natur lässt sich von Zäunen nicht beeindrucken 

Und der kleine See, der mir noch nie aufgefallen ist.

Also egal ob ihr für‘s Pilgern trainiert oder einfach fit werden wollt, anziehen und raus mit euch!

Die Sache mit dem Reis – eine Nachlese

Morgen ist Montag und da war und ist in der Seeklinik bekanntlich Reistag.

Ich hatte euch von meinem ja bereits hier berichtet.

Natürlich gibt’s den Reis nicht trocken in so einem Schälchen, das wäre ja Folter.

Zum Frühstück gibt’s ihn zusammen mit Obstsalat und einem Schälchen Apfelmus. Ich hab mir noch Zimt drauf gemacht und fand es gut. 

Reis zum Frühstück ist ja eher ungewöhnlich, aber wer sich mal mit Haferbrei und Co beschäftigt hat, wird gesehen haben, das zum Frühstück auch Milchreis, Couscous und Co möglich und lecker sind.

Zum Mittagessen gibt’s natürlich wieder Reis, wer hätte es gedacht. 🤪 Diesmal aber mit gedünstetem Gemüse. Und da ist der Koch dann schon gefordert. Der Reis und das Gemüse werden nämlich ohne Salz gegart (erkläre ich weiter unten) und da braucht es geschmackvolles Gemüse, was nicht an allen meiner Reistage der Fall war. 

Mein Tip – ran an die Kräutertöpfe, mutig auch mal die Asiavariante anbieten oder für die Süßen nochmals mit Obst.

Zum Abendessen gab’s dann die dritte und letzte Portion Reis und auf die hatte ich mich ehrlich gesagt beim ersten Reistag euphorisch gefreut. Reis mit Tomatensoße und da die Tomatensoße vom Vortag sooo richtig lecker war, wähnte ich die auch auf meinem Reis. An meiner Wortwahl erkennt der aufmerksame Leser, das dem nicht so war.

Reis mit Tomatensoße ja, aber gänzlich ohne Geschmack, mehr so warm gemachte passierte Tomaten mit paar einzelnen Kräutern drin. 

Ähm ja.

Reistag ist jetzt nicht unbedingt ne Geschmacksexplosion, aber da geht noch was! Für mich gab’s dann beim nächsten Mal abends Apfelmus dazu. Einfach beim bestellen mit angegeben, alles kein Problem.

Aber warum macht man das Ganze eigentlich?

Der Reistag wird eingelegt zum entwässern und entschlacken und entgiften. Wobei der Körper sich selbst mittels Leber und Nieren ja schon gut selber entgiftet. Uns Lymphoedem Patienten kann der Reistag schon mal 1kg bis 2kg weniger auf der Waage bringen, aber freut euch nicht zu sehr, es ist wie gesagt nur Wasser. Wer dauerhaft abnehmen möchte, der muss schlicht und ergreifend seine Ernährung umstellen und sich bewegen. 

So als Fastentag nach einem üppigen Wochenende ist er auch beliebt.

Bei meinen Nachforschungen zum Reistag habe ich heraus gefunden, das man an diesem speziellen Tag Salz und Fett meiden oder ganz weg lassen soll.

Trotzdem ist ein Löffel fettarmer Joghurt oder Quark zum Frühstück erlaubt und beim Obst natürlich das, was ihr am liebsten mögt. Ihr könnt den Reis sogar mit in fettarmer Milch kochen.

Mittags ist das mit dem Gemüse ebenso. Was also spricht gegen eine Gemüse-Reispfanne, die ihr mit ordentlich Kräutern, Curry, Paprika, Chili oder was euer Gewürzvorrat so her gibt würzt. Nur halt kein Salz.

Abends wird tatsächlich in vielen Rezepten die Variante Tomatensoße empfohlen, aber auch noch mal süß oder Reissalat. Da findet ihr ganz sicher euer Lieblingsrezept. 

Wie ihr seht, ist man da doch sehr variabel.

Wichtig ist und da müsst ihr euch unbedingt dran halten:

Vollkornreis verwenden, nicht mehr als 500g im gekochten Zustand 

mindestens 2 Liter trinken, sonst macht euer Kreislauf schlapp

Der Reistag ist ein Fastentag, deshalb Fleisch-/Fischverzicht!

Kein Salz verwenden! (Hatte ich bestimmt schon erwähnt)

Also dann, ran an den Reis!

Alles Mumie hier, oder was?

Reha in der Seeklinik Zechlin bedeutet nicht nur intensive Lymphdrainage, sondern auch Kompressionsbandagierung.

Club der Mumien oder so ähnlich.

Wir haben da ja ständig unsere Witze drüber gemacht.

Aber man sollte diese Art der Therapie nicht unterschätzen.

Nach erfolgter Lymphdrainage wurde stets ein solcher Verband angelegt und im Idealfall sollte man den schon 8h Tragen.

Sinn und Zweck des ganzen ist, die Verstärkung und vor allem Unterstützung der Lymphdrainage und des Lymphabflusses.

Und es ist anstrengend sag ich euch.

Netdoktor.de erklärt das so:

Ein Kompressionsverband ist ein Wickelverband, der mit elastischen Stoffbinden um das Bein gelegt wird. Er unterstützt den Rückstrom von Blut aus den tiefen Beinvenen zum Herzen. Auch die Aufnahme von Gewebeflüssigkeit in die Lymphgefäße wird durch den Kompressionsverband gefördert.“

Für uns Patienten bedeutet das Mumiengefühl, komische Bewegungen, aber man friert auch nicht so leicht. 

Die Kleidung, die ihr mitnehmt sollte deshalb definitiv weiter sein! Schuhe vor allem – nicht 2 Nummern größer, neee weiter. Am besten richtig lange Schnürrsenkel rein ziehen oder diese neuen Gummidinger wählen. Stabilen Halt solltet ihr drin haben. In Crocs durch den Wald is eher ungünstig.

Kompressionstherapie ist aber auch Beschäftigungstherapie abends.

Abwickeln 

Und natürlich für den nächsten Tag wieder aufwickeln.


Extra Hausaufgaben gibt’s auch.

Finger oder Zehen werden mit Mullbinden gewickelt und in aller Regel sind die ab Werk zu breit, also wickelt der Patient sie auf halbe Breite.


Für mich war das je ne Art Ergotherapie wegen meiner Feinmotorik Störung, für andere denke ich einfach lästig aber notwendig.

Zum Glück hatte jemand die Idee mit den Wickelmaschinen.

Hier einmal Anja in Action.


Und ich 

Coole Sache!

Wie ihr seht  Reha ist nicht ausruhen! Nee, da muss man auch arbeiten. Aber es war immer lustig, man kam mit anderen Patienten ins Gespräch und die ersten Tage hat mir das tatsächlich gefehlt. 

Und jetzt wird auch klar, warum ich mit den gewünschten Socken nicht im Ansatz fertig geworden bin.


In diesem Sinne, verwickelt euch nicht und lasset die Lymphe fließen.

-> Sabine da haste mir ja nen Floh und Ohr gesetzt 😂


Home sweet home

Zu Hause ist es doch am schönsten, heißt es ja immer.

Ich bin momentan noch hin und her gerissen und das schon seit dem Frühstück.

Die ganzen lieben Mädels vermisse ich jetzt schon und wer bitteschön soll jetzt beim Rommé mit 111 verlieren? Ganz zu schweigen von Frau Sondermann, Hanna und Maximilian. 

Aber watt mutt, datt mutt!

Die Heimfahrt war wider Erwarten völlig reibungslos obwohl mich im Dorf dicker Nebel empfangen hat.

Aber das war wohl durch den See, der sich zum Abschied nicht noch mal gezeigt hat. Dafür sah es unterwegs überall so herrlich aus. Aber Fotostop auf der Autobahn? Äh wohl eher nicht. Aber auf der fast leeren Landstraße Richtung Neuruppin hab ich’s kurz gewagt.

Zu Hause wurde ich mit Sonnenschein empfangen.

Ja und nun hat er mich schon ein ganz klein bisschen wieder der Alltag.
Die erste Runde Wäsche ist fertig, alles ausgepackt und verstaut. Ich war sogar schon beim Arzt wegen Krankenschein und Rezept für Lymphdrainage und hab den allseits beliebten Papierkrieg gesichtet.
Der hat mir ja nun so gar nicht gefehlt.
Oh ich seh grad es ist 18:26 Uhr.
Ach du Schande, ich hab vergessen zum Abendessen zu gehen. Na das gibt Ärger. 😂
Na ja zumindest auf meinen Salat und den Limburger muss ich zu Hause nicht verzichten.

Ich hoffe alle Heimfahrer sind gut zu Hause gelandet, meldet euch doch mal kurz.
Und wer von den Reha Insassen mit mir Kontakt haben will, aber nicht bei Facebook ist oder wir keine Nummern getauscht haben, ihr findet oben links meine Email Adresse, dann gerne auf diesem Weg und auch gerne direkt meinen Blog abonnieren und nix mehr verpassen.
Und für alle in der Seeklinik gebliebenen lautet die Devise:
Lasset die Lymphe fließen!

Reha Tag 37 Schnee, Stau, Winterwunderland

 

Frau Holle hat über Nacht echt alles gegeben, nur das ich ja noch einen Tag bleibe und Fotos von ihrer Arbeit mache. 😂

Der durchgehende Schneefall der Nacht hat mich heute Morgen gleich in die Patientenverwaltung geführt und so darf ich noch bis morgen als Selbstzahler bleiben. Jetzt bin also Gast mit Pflicht zum Fieber messen, aber kein Patient mehr.

Zum Frühstück hab ich mich über Teile des Lunchpakets her gemacht, das für die Heimfahrt gedacht war, morgen ess ich es wirklich unterwegs!

Während alle anderen mit ihren Behandlungen und Sportgruppen beschäftigt waren, hab ich Termine geplant und verschoben und mich wieder arbeitslos mit laufender Krankschreibung gemeldet. Das hat schon mal ne Stunde in Anspruch genommen, man ist ja nicht alleiniger Hotline Anrufer. 

Dann war mein persönliches Sportprogramm angesagt – Auto abkehren, meins und das von der Tischnachbarin gleich mit.

Und ich hatte Zeit für eine große winterliche Runde. Okay Winterschuhe sind heute wirklich Pflicht, aber zumindest der eisige Wind vom Wochenende ist weg.

Ihr wolltet Winterfotos? Bitteschön!

Sind natürlich noch viel mehr geworden, aber ich brauch ja noch welche für die Reha Nachlese.

Und dann gab’s heute wirklich den letzten Abschiedskaffee und heute Abend wirklich die letzte gemeinsame Runde.

Time to say Goodbye.

Ich bin dankbar für die Zeit hier, für die Bekanntschaften und Freundschaften, für Behandlung und Bestrumpfung und die Ergebnisse.

Es hat sich gelohnt!

Bis bald!