Nach der Therapie ist doch alles wieder gut, oder etwa nicht?

„Nach der Therapie ist doch alles wieder gut“ – oder etwa nicht?

„Du siehst doch wieder gut aus.“
„Jetzt ist ja alles überstanden, oder?“
„Dann kannst du ja wieder ganz normal weitermachen.“

Sätze wie diese sind oft liebevoll gemeint, doch leider treffen sie viele Betroffene mitten ins Herz. Denn sie spiegeln eine Erwartung wider, die mit der Realität wenig zu tun hat: die Vorstellung, dass nach einer Therapie alles wieder so ist wie vorher.

Aber genau das stimmt oft nicht.

Das Unsichtbare hinter dem „wieder gesund“

Nach einer schweren Diagnose und Therapie, egal ob Krebs oder andere schwere Erkrankungen, beginnt eine Phase, über die kaum gesprochen wird. Nach außen wirkt vieles abgeschlossen: Die Behandlung ist beendet, die Haare wachsen wieder nach, der Körper scheint sich zu erholen.

Doch im Inneren sieht es häufig ganz anders aus.

Viele Betroffene kämpfen noch lange mit:

  • Erschöpfung, die sich nicht einfach „wegschlafen“ lässt
  • Körperlichen Einschränkungen, die vorher nicht da waren
  • Angst vor Rückfällen
  • Verunsicherung, wer man eigentlich jetzt ist
  • Konzentrationsproblemen oder Gedächtnislücken
  • ein verändertes Körperbild
  • Einem völlig veränderten Blick auf das Leben

Diese Dinge sind oft unsichtbar, für das Umfeld und auch für die Betroffenen selbst schwer zu greifen. Und genau das macht sie so herausfordernd.

Warum es nicht einfach „weitergeht wie vorher“

Die Diagnose und die Therapie sind ein Einschnitt. Sie verändern nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche und das eigene Selbstbild.

Plötzlich wird vieles hinterfragt:

  • Was ist wirklich wichtig im Leben?
  • Welche Belastungen kann und möchte ich noch tragen?
  • Welche Rolle möchte ich in meinem Alltag einnehmen?
  • Welche Menschen sollen mich dabei begleiten?

Dinge, die früher leicht gefallen sind, kosten heute vielleicht unendlich viel Kraft. Dinge, die früher selbstverständlich waren, sind es plötzlich nicht mehr.

Und das führt zu einem Gefühl, das viele beschreiben:
Ich passe nicht mehr ganz in mein altes Leben.

Die „verflixte dritte Phase“

Die Autorin Nella Rausch beschreibt in ihrem Buch „Fliegen mit verklebten Federn“ genau diesen Abschnitt als eine Art „dritte Phase“:

  1. Diagnose
  2. Therapie
  3. Die Zeit danach

Während die ersten beiden Phasen meist von medizinischer Begleitung geprägt sind, bleibt die dritte oft im Schatten. Plötzlich gibt es weniger Termine, weniger Unterstützung, weniger Struktur und dafür umso mehr Raum für Gedanken, Unsicherheit und Überforderung.

Viele fühlen sich in dieser Zeit:

  • allein gelassen
  • unverstanden
  • unter Druck, „endlich wieder zu funktionieren“

Dabei ist genau diese Phase ein entscheidender Teil der Genesung.

Warum Aufklärung so wichtig ist

Ein großes Problem: Diese dritte Phase ist kaum im Bewusstsein, weder bei Betroffenen noch im Umfeld.

Wenn niemand darüber spricht, entstehen Missverständnisse:

  • Betroffene fühlen sich falsch oder schwach
  • Angehörige verstehen die anhaltenden Schwierigkeiten nicht
  • Erwartungen passen nicht zur Realität

Aufklärung kann hier so viel verändern:

  • Sie nimmt Druck heraus
  • Sie schafft Verständnis
  • Sie erlaubt es, ehrlich über Grenzen zu sprechen

Selbsthilfe kann hier helfen.

Nach der Reha beginnen viele Betroffen nach Gleichgesinnten zu suchen, Menschen, die wissen von was man spricht, die das schon erlebt haben, die vielleicht aus eigener Erfahrung einen Ratschlag geben können oder einfach nur mal zuhören. Genau das erlebe und erfahre ich immer wieder in meinem Ehrenamt bei der Frauenselbsthilfe Krebs.

Erholung braucht Zeit – oft mehr, als man denkt

Heilung ist kein linearer Prozess.

Körper und Psyche arbeiten nach einer Therapie noch lange.
Man könnte sagen: Die Behandlung hat aufgehört, aber die Verarbeitung hat gerade erst begonnen.

Das bedeutet:

  • Fortschritte kommen in kleinen Schritten
  • Rückschläge gehören dazu
  • Geduld wird zu einem wichtigen Begleiter

Und manchmal bedeutet es auch, ein neues Gleichgewicht zu finden, nicht das alte Leben zurückzubekommen, sondern ein Neues zu gestalten.

Was Betroffene wirklich brauchen

Statt Erwartungen brauchen Betroffene vor allem eines

Raum für:

  • ehrliche Gefühle
  • langsamere Prozesse
  • neue Prioritäten
  • Unsicherheit
  • Heilung im eigenen Tempo

Und sie brauchen Menschen, die zuhören, ohne zu bewerten.
Die nicht sagen „Du bist doch wieder gesund“, sondern fragen:
„Wie geht es dir wirklich?“

Ein neues Verständnis von „gesund“

Vielleicht ist die größte Veränderung, dass Gesundheit plötzlich anders definiert wird. Dass man dem Körper wieder Vertrauen schenken kann und nicht jedes kleine Symptom gleich als die nächste Diagnose sieht.

Nicht als Zustand von „alles ist wie früher“, sondern als ein Prozess, in dem man lernt, mit Veränderungen zu leben. Das Leben nach der Therapie ist oft ein anderes. Und das ist kein Scheitern. Das ist ein Weg, der gegangen werden will.

Fazit:
„Nach der Therapie ist alles wieder gut“ ist ein tröstlicher Gedanke – aber selten die Realität, leider.

Indem wir mehr über die unsichtbaren Folgen sprechen und die „verflixte dritte Phase“ sichtbar machen, können wir Verständnis schaffen – für Betroffene und ihr Umfeld.

Denn Heilung endet nicht mit dem letzten Behandlungstag.
Sie beginnt meiner Meinung nach genau dort erst richtig.

Mein persönliches Ostern – sieben Jahre später


Im März vor sieben Jahren lag ich im Krankenhaus und hatte meine erste brusterhaltende Operation.
Horst flog raus.
Ein Abschied, bei dem ich keine Träne vergossen habe – und das sagt eigentlich schon alles.

Was ich damals nicht ahnte:

Während ich mich von diesem ungebetenen Untermieter verabschiedete, begann gleichzeitig etwas Neues. Neben mir lag eine Frau, die am selben Tag operiert wurde, ein ähnliches Schalentier verabschiedet hatte und mit der ich sofort eine Verbindung spürte. Aus dieser zufälligen Bettnachbarschaft ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute hält. Manchmal schenkt das Leben einem genau dann Menschen, die bleiben, wenn man selbst gerade dabei ist, so vieles loszulassen.

Der Plan, der keiner blieb

Ich war fest davon überzeugt, dass ich den Krebs los sein würde, die Bestrahlung noch durchziehe, zur Reha fahre und dann langsam wieder in meinen Beruf zurückkehre.
Ein klarer Weg. Ein Plan, der sich gut anfühlte.

Doch das Leben hatte andere Ideen.

Schon bald zeigte sich ein Lymphödem am rechten Arm. Weitere Operationen folgten. Und aus dem „Zurück in den Job“ wurde ein zäher Kampf um die Erwerbsminderungsrente bis 2021.
Es war, als würde ich durch einen Nebel irren, in dem die alten Wege plötzlich verschwunden waren.

Warum ich das alles schreibe?

Wir feiern Ostern. Und obwohl ich nicht gläubig bin, berührt mich dieser Gedanke von Neubeginn jedes Jahr aufs Neue. Für mich ist Ostern weniger ein religiöses Fest, sondern vielmehr ein Symbol für das Erwachen der Natur, für das erste zarte Grün nach dem Winter, für den Frühling.

Und ohne anmaßend sein zu wollen:
Der März 2019 war mein persönliches Ostern.

Ich musste mich verabschieden – von meinem alten Leben, meinem Beruf, meiner Arbeitsfähigkeit, meiner früheren Zuverlässigkeit. Und leider auch von Menschen, die mich auf diesem neuen Weg nicht begleiten konnten oder wollten.

Doch gleichzeitig begann etwas Neues.
Ein Weg, der nicht geplant war, aber sich nach und nach zeigte.
Ein Weg, der mich zu mir selbst zurückgeführt hat – zu meinen Kapazitäten, zu meiner Kreativität, zu meiner Fähigkeit, andere zu begleiten.

Ein Neubeginn, den ich nicht gesucht habe – aber der mich verändert hat

Den Krebs hätte ich wirklich nicht gebraucht!
Aber er hat mir – bei allem Schmerz, bei aller Erschöpfung – auch eine Chance gegeben.
Eine Chance, mein Leben neu zu ordnen.
Eine Chance, milder mit mir zu werden.
Eine Chance, ein Kapitel zu öffnen, das ich sonst vielleicht nie betreten hätte.

Heute, sieben Jahre später, schaue ich auf diesen März zurück wie auf einen Wendepunkt.
Nicht glorifiziert, nicht verklärt – aber mit einem tiefen Verständnis dafür, dass Abschiede manchmal der Anfang von etwas sind, das wir uns noch gar nicht vorstellen können.

Und vielleicht ist das der eigentliche Zauber des Frühlings:
Er erinnert uns daran, dass selbst nach den härtesten Wintern etwas Neues wachsen kann.

Deinen Träumen ein Zuhause geben

Im letzten Beitrag habe ich darüber gesprochen, den Januar bewusst langsam zu beginnen, gut für sich selbst zu sorgen und einmal tief nach Innen zu lauschen.

Dieser Monat lädt uns ein, innezuhalten und uns zu fragen:

Was wünsche ich mir eigentlich wirklich?

Mehr dazu liest du in meinem neuen Blogpost.

Im letzten Beitrag habe ich darüber gesprochen, den Januar bewusst langsam zu beginnen, gut für sich selbst zu sorgen und einmal tief nach Innen zu lauschen.

Dieser Monat lädt uns ein, innezuhalten und uns zu fragen:

Was wünsche ich mir eigentlich wirklich?

Der Januar ist ein wunderbarer Moment, um die eigenen Träume klarer zu sehen. Und dabei darfst du großzügig sein. Lass für einen Augenblick all die Bedingungen, Hindernisse und „Ja, aber…“ beiseite.

Erlaube dir, einfach zu träumen — frei, weit und ohne Grenzen.

Im nächsten Schritt kannst du deinen Träumen ein Gesicht geben. Suche dir Bilder, male, schreibe oder gestalte kleine Symbole, die deine Wünsche widerspiegeln. Hänge sie an deinen Kühlschrank, an deinen Schreibtisch oder dorthin, wo dein Blick oft landet. Ein Vision Board in Light — leicht, spielerisch, inspirierend.

Und wenn du das Gefühl hast, deine Wünsche seien zu groß, zu weit weg oder zu schwer zu erreichen, dann prüfe, ob es kleine Schritte gibt, die du schon jetzt gehen kannst. Oder ob es eine liebevolle Alternative gibt, die dir das Gefühl deines Traums schon heute näherbringt.

Ich selbst träume davon, eines Tages in Schweden zu leben. Im Moment ist das noch nicht möglich. Aber ich lerne Schwedisch, mein Gartenhäuschen bekommt einen Hauch Skandinavien, meine Einrichtung wird immer ein bisschen schwedischer und ich tauche in Traditionen, Rezepte und Rituale ein. So hole ich mir ein Stück Schweden nach Hause — und mein Traum fühlt sich nicht mehr fern an, sondern wie ein leiser Begleiter im Alltag.

Pläne 2023

Im Jahresrückblog fragte uns Judith nach unseren Plänen und Aussichten für das Jahr 2023.

Da hab ich ja schon eine ganze Menge geplant.

Es wird mein erstes Jahr als aktiver Rechnungsprüfer. Von Januar bis März wird geprüft, Ordner gewälzt, Kontoauszüge gesichtet und Kostenarten verglichen. Ich hoffe ich habe das Meiste der Einweisung dazu behalten, da bin ich ganz guter Dinge und zur Not, weiß ich wen ich fragen kann.

 

Reisen ist auch im neuen Jahr wieder ein großes Thema.

Unser Urlaub in Norwegen/Schweden ist in Planung, ein Trip zum Nürburgring zum Truck Grand Prix aus mit anschließendem Besuch einer Freundin im Mosel Gebiet. Alles andere wird spontan entschieden, wir sind da ja durch unser Wohnmobil sehr flexibel.

Mich wird es im Rahmen meines Ehrenamtes in der FrauenselbsthilfeKrebs definitiv zu einigen Tagungen und zum Bundeskongress und auch zu ein paar Fortbildungen wieder an verschiedene Orte verschlagen. Magdeburg, Senftenberger See, Dresden, …

Eventuell gibt’s im Juni auch wieder ein paar Tage pilgern, diesmal an der Ostsee, für mich, da laufen gerade die Planungen.

 

Ganz großes Thema ist bei mir persönlich die Selbstfürsorge und mein Energiekonto. Daran muss ich noch weiter arbeiten.

Ich starte wie schon mal geschrieben im Januar bei einer Studie zu MBSR Kursen online. Dieser wird über 8 Wochen laufen und endet mit einem Achtsamkeitstag, an dem wir 7h schweigen. Ich bin gespannt und natürlich werde ich hier berichten.

Ich möchte meine Erkenntnisse und Tools aus dem Fatiguecoaching weiter umsetzen und mehr in Richtung Waldbaden/Achtsamkeit arbeiten. Sonst sind die Schuhe bzw. in dem Fall das Nervenkostüm und die Leistungsfähigkeit des Coaches bald genauso am Boden wie die meiner Klienten. Deswegen Kleingewerbe, Coaching und Ehrenamt gut planen und auch mal nein sagen, wenn es für mich zu viel wird.

Ja und ansonsten würde ich mal mit den Worten von Rudi Carrell schließen: Lass dich überraschen ……

Eure Anett

 

 

 

 

Alles Neu hier

Nun bin ich also umgezogen mit meinem Blog auf eine Website.

Alles soll hier gebündelt werden und ist noch lang nicht fertig.

Für euch wird das einfacher, für mich ist es erst mal ein bisschen learning by doing. Aber ich finde bis jetzt, kann sich das Ergebnis sehen lassen.

 

Warum eigentlich der Umzug?

Ich habe schon letztes Jahr überlegt, diesen Schritt zu gehen.

Es ist einfach zu umständlich mehrere Blogs bei Blogger.com zu pflegen, es reichen ja an sich schon die Social Media Accounts.

Für mich selbst habe ich festgestellt, das es auch für den Nutzer deutlich einfacher ist, wenn man unter einer Adresse alles findet und so vielleicht auch mal über den Tellerrand schaut und so mein komplettes Angebot begutachten kann.

Für jeden ist etwas dabei:

mein Blog „Horst muss sterben“

meine Arbeit als virtuelle Assistentin

meine Angebote zur Psychoonkologischen Begleitung

mein Hobby Fotografie mit Postkartenshop

zukünftig auch meine Achtsamkeits Coach Angebote

 

Glücklicherweise gehen ja heutzutage durch diverse Tools die alten Beiträge und Kommentare nicht verloren. Ich hab sie einfach mitgenommen.

Sicherlich passen vom Format her manche Bilder nicht, aber da leiste ich mir einfach mal Mut zur Lücke. Deswegen sind es ja die alten Beiträge.

Ich freu mich, wen ihr mir treu bleibt und mich weiter empfehlt.

Eure Anett

Wer hat an der Uhr gedreht???

Der Blick in den Kalender zeigt ganz unverblümt, das sich das Jahr dem Ende nähert. Und ich sehe mit Blick auf den Blog, das ich nicht ganz so aktiv war wie gewohnt. Zumindest hier nicht.

Aktiv war ich durchaus als Gruppenleiterin der FSH Onliner, als Rechnungsprüfer, als virtuelle Assistentin, als Teil des Teams von Cancer Unites, Podcast Interview und Kalenderproduktion und und und. 

Ein Familienleben und Freunde hab ich ja auch noch!

Diese Aktivitäten erfordern Organisation. Zum einen alle Termine unter einen Hut zu bekommen, zum anderen gar nicht erst zu viele Termine anzunehmen und auch Termine mit mir selber zu haben.

Witzigerweise steht auf dem 13. Zettel aus den Rauhnächten „ich richte mir feste Bürozeiten ein“ als ob ich es geahnt hätte. (Dieser 13. Zettel ist der, der übrig blieb und mich dann durchs Jahr begleitet.)

In der Tat ist es jetzt so, das ich mir zwar nicht 8-15 Uhr vorgenommen hab, kann ich gar nicht leisten, aber ich habe in meinem Kalender stehen, welche Aufgaben zu erledigen sind und die arbeite ich möglichst konzentriert ab. Heißt in meinem Fall, Ruhe, Entspannungsmusik geht, ansonsten bitte keine Störungen. Nur ich, mein Tee oder Kaffee und die Aufgabe. Die Zeiten passe ich meiner Verfassung und den Schichten des Gatten an.

Seit neuestem habe ich dafür auch ein Büro.

Noch nicht ganz fertig, aber wie ihr seht schon gleich mit Yogamatte. Später soll es mal Büro, Sport und Hobby den nötigen Raum geben. Damit ist das Wohnzimmer schlicht Wohnzimmer, wie es sein sollte. 

Diese Erkenntnisse von Planung, festen Zeiten und auch die Arbeit aus der Freizeit verbannen, hab ich während meines Fatigue Coachings bei Sabrina Han gelernt. Wenn Fatigue chronisch ist, musst du lernen damit zu leben. Deswegen wird es dir ab und an trotzdem einen Strich durch deine Planung machen, aber es wirft vielleicht nicht mehr so viel über den Haufen und kommt nicht so oft.

Dinge, die ich mühsam verstehen und annehmen muss, wo mir Nein sagen doch so schwer fällt. Deswegen war es hier leider auch so ruhig geworden.

Ich bin keine Bloggerin, die sich einen festen Plan macht, wann welches Thema, wann geht der Post online usw. Ich schreibe intuitiv, wenn mir was schlüssiges einfällt oder ein mir wichtiges Thema aufploppt. Alles andere empfinde ich als krampfig und das kann man dann auch in den Texten sehen.

Und dann, ich hab’s weiter oben kurz erwähnt, hab es ja auch die Kalender Produktion.

Richtig gelesen! Meine Physiotherapeutin und ich hatten die fixe Idee, einen Kalender für 2023 zu machen. Die Idee haben wir in die Tat umgesetzt und raus gekommen ist:

Der Kalender kostet 15€, wobei 5€ für das SRH Hospiz hier in Werdau als Spende gedacht sind. Druckkosten und Co lassen uns auf einen Gewinn von 1€ pro Kalender kommen. Aber um Gewinn geht’s hier nicht, wir wollen Mut machen. Einfach zeigen, das man auch mit Krebsdiagnose den Lebensmut, seine Träume und das Lachen nicht verlieren muss, auch wenn es an manchen Tagen ganz danach aussieht.

Wenn ihr den Kalender haben möchtet, meldet euch einfach bei mir. Ich verschicke auch.

Und ansonsten freue ich mich wie immer sehr, wenn ihr mir die Treue haltet und meine Post‘s weiter teilt.

Eure Anett

Auf das was da noch kommt

Vielen von euch wird der Song von Max Giesinger und Lotte bekannt sein, der heute zu meiner Blogüberschrift geworden ist.

Er begleitet mich seit seiner Veröffentlichung und drückt mein Lebensgefühl aus.

Auf das, was da noch kommtAuf jedes Stolpern, jedes ScheiternEs bringt uns alles ein Stück weiter zu unsAuf das, was da noch kommtAuf das, was da noch kommtAuf Euphorie und alles LeichteHoff‘, das wird lange noch so bleiben für unsAuf das, was da noch kommt
Wir haben August 2022, es sind etwas über 4 Jahre nach der Diagnose Brustkrebs und knapp 3 nach Ende der Akuttherapie.
4 Jahre erst als Brustkrebskriegerin, jetzt als Brustkrebsüberlebende, Krebsblogger, Brustkrebsaktivistin und Aktive in der Selbsthilfe.
4 Jahre aus dem Arbeitsleben raus, inzwischen endlich im Rentenbezug.
4 Jahre voller Neuerungen, Umstellungen und auch Abschiede.
Aber auch 4 Jahre, in denen ich mich entwickelt habe. Dinge gemacht oder probiert habe, an die vor der Diagnose nicht zu denken war. Menschen kennen gelernt habe, die ich wohl ohne diesen Mist nie im Leben getroffen hätte.
All das hat seine Zeit, Geduld, Mut und Vertrauen gebraucht und mich in der Tat so manchen Nerv gekostet und so paar silbrige Zeitgenossen zeigen sich auch schon auf dem Kopf.
Es braucht definitiv keine Krebsdiagnose oder ne andere Katastrophe, um sein Leben neu auszurichten oder zu ändern, aber bei mir war es eben so und ich habe versucht, für mich das Beste daraus zu machen. Mein Glas war immer halb voll und irgendwo da hinten, ganz am Ende des Tunnels ist auch ein Licht und wenn es nur eine Kerze ist, aber da ist ein Licht.
Gerade dieses Jahr, so finde ich, kommt bei mir einiges ins rollen und hat sich noch mal etliches getan und geändert.
Und es fühlt sich immer mehr nach meinem Weg an.

Ich bin in der FrauenselbsthilfeKrebs (FSH) aktiv und leite derzeit noch bis zum Abschluss die Onlineselbsthilfegruppe der NetzwerkstattKrebs. Ab September bzw. an sich jetzt schon, denn ich wurde ja gewählt und wir arbeiten auch schon, leite ich das Netzwerk FSH Onliner und ich bin Rechnungsprüfer im Landesverband Sachsen.
Aktuell ist mein Typ hier und da gefragt, wenn es darum geht um bestimmte Themen zu referieren. 
Wissen zusammen sammeln, aufbereiten und verständlich weiter zu geben ist mein Ding und inzwischen bin ich auch nicht mehr soooooo sehr aufgeregt vor einer Rede.
Ich bin Meditationsleiter und Waldbaden Kursleiter und nutze das für mich persönlich, für Freunde und auch wieder in der Selbsthilfe.
Heute durfte ich sogar beim Fatigue Coaching, an dem ich eigentlich Teilnehmer bin, darüber sprechen und eine kurze Meditation anleiten.
Und mein kleines Business als virtuelle Assistentin und Postkarten Ersteller läuft auch.

Trotzdem stell ich mir schon öfter mal die Frage, ob es genug ist was ich tue?
Ich lebe nun mal vom Steuerzahler, sollte ich da nicht mehr zurück geben?
Was denken die anderen, wenn die mich so aktiv sehen obwohl ich doch EM Rentner bin?
Kürzlich hat mir mein Körper diese Frage mal wieder richtig gut beantwortet.
Nachdem ich seit Anfang Juni eigentlich im 2 Wochen Takt unterwegs war zu Tagung, Fotoshooting, Abschlussveranstaltung und Co, ging nix mehr.
Geistige Erschöpfung, körperliche Symptome, massives Ruhebedürfnis hatten Absage aller Termine zur Folge. Deswegen war es hier auch eher ruhig geworden.
Zum Glück startete just in diesem Zeitraum das Fatigue Coaching und ich durfte/musste erkennen, das ich zwar relativ gut Termine plane, aber keine Pausen. Und das auch Termine, die mir Spaß machen, die ich als locker leicht empfinde, Kraft kosten. Positiver Stress, ist unterm Strich auch Stress.
Und dann denk ich wieder: 
„Welcher Chef soll dich einstellen, wenn du vormittags 2 Stunden körperlich was machen kannst im Rahmen deiner Möglichkeiten, dann 2 Stunden Mittagspause brauchst und erst am späten Nachmittag oder nach 20 Uhr noch zu geistiger Form aufläufst?“
Ich hab den Chef gefunden!
ICH
Ich bin die Chefin, die Managerin meines Alltags, meiner Gesundheit und meiner Kräfte.
Ich gebe mit meinen Ehrenämtern der Gesellschaft etwas zurück.
Ich erwirtschafte mit meinem kleinen Business zumindest kleine Beiträge, die in meine Altersvorsorge fließen, damit ich später nicht noch mehr vom Staat benötige.
Und ansonsten lebe ich.
Ich habe den Krebs überlebt mit allen Spätfolgen und Nachwehen, die er mir so beschert hat.
Ich weiß nicht ob und wann er wieder kommen wird. Am besten natürlich gar nicht!
Deswegen freu ich mich, auf das was da noch kommt!
Wenn ich so an all das denk‘Will ich, dass es jetzt beginntWenn ich so an morgen denk‘Kann ich’s kaum erwarten, dass es jetzt beginnt!
 

Der September – aufregende Zeiten

 

Da war ordentlich was los im September und deswegen war es die Tage auch ein wenig ruhig hier, ich brauchte erst mal ne Pause vor allem körperlich.
Ganz zuerst einmal – ich habe JA gesagt.
Am 21. September haben wir geheiratet im ganz kleinen Kreis. 
Es war ein wunderschöner aufregender Tag, der aus mir nun Frau Kaczmarek gemacht hat.
Zweite gute Nachricht:
Alle Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt, Onkologen, Knochenszintigraphie, Strahlenklinik und Kardiologen sind ohne Befund bzw. ohne neuen Befund.
Da fällt einem schon mal ein Hinkelstein vom Herzen oder zwei oder drei.
Gerade die Knochenszintigraphie hat mir schon Sorgenfalten auf die Stirn getrieben, weil da am linken Rippenbogen ne Stelle ist, die weh tut. 
Nun ja olle Gisela Lymphoedem zwängt sich überall da rein, wo sie nicht hingehört und macht Ärger. Meine Güte, die könnte doch echt lieber mal zu Horst gehen, oder?
Dann war ich ja in Fulda zum Resilienz Workshop, von dem ich hier schon mal berichtet hatte.
Wunderbares Hotel, tolle Stadt und 30 tolle Frauen plus Referentinnen – echt klasse.
Wir haben aktiv und auch passiv gearbeitet, geredet, geschrieben und lecker gegessen. 
Den Austausch kann man an sich gar nicht so recht in Worte fassen, nur so viel sei dazu gesagt. Sich untereinander zu öffnen, eigene Baustellen zu erkennen, auch mal Tränen zu zu lassen und trotzdem jede Menge Spaß haben und neue Ideen bekommen, das gelingt nur im geschützten Raum eines solchen Workshops. Ich hoffe daher, das sich derartige Angebote etablieren können.
Neue Ideen hab ich mit gebracht, es wird eine neue Rubrik im Blog geben!
Expressives Schreiben

Ganz nebenbei traf ich beim Mittagessen im Hotel Heike E.M. Jänicke, die dort ebenfalls zu einem Workshop war, allerdings für Führungskräfte. Für einen Termin hätten wir wohl ewig Anlauf gebraucht, so war es ne freudige Überraschung natürlich mit Beweisfoto.
Ja und dann waren die Sachsen Mädels vom schön&stark Shooting in der Jubiläumsausgabe der MammaMIA. Wow, damit hatten wir ja nun so gar nicht gerechnet. Aber gerade über diese Zeitschrift kann das Angebot von Franziska Günther unter Krebsmädels bekannter gemacht werden.
Ja und jetzt wird es nicht ruhiger werden.
Die Ausbildung zum psychoonkologischen Berater bei Andrea Heckmann ist wieder gestartet, wo ich Teilnehmer und Dozenten betreuen darf.
Und in meinem Ehrenamt in der NetzwerkstattKrebs tut und ändert sich so einiges, so das ich da im November noch mal unterwegs sein darf.
So viel also zu Rentner haben niemals Zeit.

Halbzeit, Fotos und Sommerpause

Der Juni ist vorbei, die Tage werden wieder kürzer (hab ich als Kind nie verstanden) und die Sommersonnenwende ist die Zeit, um mal das erste halbe Jahr Revue passieren zu lassen, um zu sehen was einen vorwärts gebracht und was einem eher nicht nützlich war.

Ehrlich gesagt, alles was da so los war, hätte locker in 1 Jahr gepasst, aber ich wäre ja nicht ich, wenn sich das alles so ewig ziehen würde wie mein Rentenantrag. 

Anfang des Jahres war ich ja in der Seeklinik Zechlin zur Reha und ich muss wirklich sagen, es war das Beste was ich machen konnte. Ich durfte für mich persönlich erkennen, das mein Lymphoedem keine Einbildung ist und das es wirklich chronisch ist und regelmäßiger Therapie und Bestrumpfung bedarf. Wenn man sich immer bei Behörden erklären muss, zweifelt man irgendwann an seinem eigenen Zustand. 

Ich bin froh, das ich als Therapeutin die liebe Frau Sondermann hatte, die die geniale Idee mit dem Tape hatte. Zusammen mit meiner inzwischen beidseitigen Armbestrrumpfung bin ich super durch die ersten wirklich heißen Tage gekommen ohne das meine Flanken derartig vollgelaufen sind, das ich auch da noch Schmerzen hatte. Der Mensch kann sich an vieles gewöhnen, aber Schmerzen nicht. Ich jedenfalls.


Nachdem ich dann seelisch ein Weilchen gebraucht habe, um mich wieder zu sortieren, bin ich dann ab März wieder so richtig durchgestartet, weil es da mal ein Date mit der lieben Andrea Heckmann gab, das mir die Augen geöffnet und die Schlafmütze vom Kopf gezogen hat. Danke dir meine Liebe. 

Ich habe weiter als gute Fee für die Ausbildungsteilnehmer und Dozenten bei Andrea Heckmann  gearbeitet und meine Ausbildung zum Meditationsleiter begonnen und inzwischen auch abgeschlossen. Als nächstes steht noch Progressive Muskelrelaxation und autogenes Training auf dem Programm. Entspannungspädagogik ist etwas was mir liegt, was ich gut vermitteln kann und was mir selbst immer wieder gut getan hat während meiner Krebserkrankung und das möchte ich gern weiter geben.

Meine Tätigkeit als virtuelle Assistentin im Nebenerwerb lief gut an, so das ich zumindest ein kleines Zubrot verdienen kann, weil ich ja seit April keinerlei staatliche Unterstützung mehr bekomme. Auch hier bin ich froh, das es um mich herum Menschen gibt, die mich dazu ermutigt haben, denn es tut gut gebraucht zu werden. Das was auf dem Konto landet, ist in der Tat nicht viel, wenn man nur so 5-6 Stunden die Woche arbeitet, aber was sich da seelisch tut ist viel viel mehr wert.

Ja und apropos Seele!

Ich durfte am 21.06. Teilnehmerin eines ganz tollen Fotoprojektes sein. 

Der ein oder andere wird es sicher in den letzten Tagen bei Facebook oder Instagram bereits gesehen haben und heute auch noch etliche in der Werdauer Zeitung.

Dazu gibt’s heute nur ein kleines Spoiler Foto, der ausführliche Bericht folgt in den nächsten Wochen, wenn ich genügend Material zusammen habe.

Ihr seid also gezwungen nach meiner Sommerpause wieder zu kommen. 🙂

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit, bleibt gesund, bleibt mir treu und empfehlt mich gerne weiter sowohl den Blog als auch mich als virtuelle Assistentin, psychoonkologische Beraterin und Meditationsleiterin.

Spätestens ab August bin ich wieder da, denn der ist voll von spannenden Aktivitäten. 

Das Baby hat einen Namen

Anett‘s Fotozauber 

Heißt meine kleine feine Fotoseite bei Facebook und ist unter diesem Namen seit Samstag zu erreichen.

Hier der Link zu Anett‘s Fotozauber 

Entstanden ist dieses Baby auch durch euren Zuspruch und Lob was meine Fotos vom Rehaaufenthalt betrifft.

Ich Danke euch dafür.

Manchmal braucht es diesen Schupser noch, das man startet.

Ich veröffentliche meine Fotos und hab auch eine erste Auswahl an Postkarten in Auftrag gegeben, die ihr dann käuflich erwerben könnt.

Und ich hab ein paar liebe Mitstreiter gefunden, die mir Fotos zukommen lassen, denn ich kann ja nicht überall gleichzeitig sein.

Fotografieren und so ganz bewusst die Natur erleben war für mich ein ganz wichtiger Teil der Reha. 

Runter fahren, entschleunigen, durchatmen, achtsam sein. Da kommt es ja ganz recht, das die Seeklinik wirklich am letzten Zipfel von Dorf Zechlin liegt und Dorf Zechlin selbst ja nun auch keine Metropole ist. Für mich perfekt!

Nur so konnte solche Schätzchen entstehen wie ich im Folgenden zeige und nur so hat man einfach Muse mal zu sich zu kommen, nachzudenken und das ein oder andere anzunehmen oder auch abzuschließen.

Mir sind dabei eine Reihe Dinge klar geworden und es haben sich neue Wege für meine Zukunft heraus kristallisiert.

Immer der Braminsee.

Oft stehe ich an gleicher Stelle wie für viele Fotos vorher, aber immer ergibt sich ein anderes Motiv.

Der Blickwinkel entscheidet eben….