Achtsamkeit im Ehrenamt – Zwei besondere Nachmittage im SRH Hospiz Werdau


Es gibt Begegnungen, die bleiben. Zwei solcher besonderen Termine liegen hinter mir: zwei Nachmittage voller Aufmerksamkeit, Offenheit und ehrlicher Menschlichkeit.
Auf Einladung des SRH Hospiz Werdau durfte ich mit Menschen arbeiten, die ihre Zeit, ihre Kraft und vor allem ihr Herz in das Ehrenamt im Hospiz einbringen.

Diese Gruppe war so vielfältig wie ihre Aufgaben. Einige pflegen den Garten, andere kümmern sich um Öffentlichkeitsarbeit, wieder andere schenken den Gästen das Wertvollste, was wir geben können: Zeit, Nähe und Präsenz. Jede dieser Tätigkeiten ist wichtig. Jede verlangt Achtsamkeit. Und jede fordert auch, gut bei sich selbst zu bleiben.

Achtsamkeit im Ehrenamt – ein Balanceakt

Wer im Hospiz begleitet, begegnet dem Leben in seiner ganzen Tiefe. Freude, Dankbarkeit, Stille, Abschied – all das liegt oft nah beieinander. Umso wichtiger ist es, dass Ehrenamtliche Wege finden, sich selbst nicht zu verlieren, sondern gut für sich zu sorgen.

Genau darum ging es in unserem Workshop:
Wie kann ich achtsam bleiben, wenn es emotional wird?
Wie finde ich kleine Inseln der Ruhe?
Wie kann ich mich selbst stärken, um für andere da zu sein?

Vom Duftanker bis zur alten Buche

Wir haben viel gesprochen, gelacht, nachgedacht und ausprobiert. Besonders schön war der Moment, als wir gemeinsam den Duftanker getestet haben – ein kleines, feines Werkzeug, das hilft, innere Ruhe und Sicherheit schnell wiederzufinden.

Zum Abschluss sind wir hinaus in den Garten gegangen. Dort steht eine beeindruckende, alte Buche – kraftvoll, weit verzweigt, ein stiller Zeuge vieler Geschichten. Unter ihr haben wir eine Baummeditation erlebt: Atmen, anlehnen, spüren, loslassen. Ein Moment, der uns alle verbunden hat.

Achtsamkeit zeigt sich in den kleinen Dingen

Aus diesen beiden Nachmittagen ist etwas Wertvolles entstanden:
ein lebendiger Austausch, ehrliche Gespräche und das gemeinsame Gefühl, dass Achtsamkeit nichts Großes sein muss. Sie zeigt sich in kleinen Gesten, in einem Atemzug, in einem Blick nach innen. Und sie ist so individuell wie jeder Mensch, der sich im Hospiz engagiert.

Ich bin dankbar für diese Begegnungen und für all die Menschen, die mit so viel Herz im Ehrenamt wirken. Sie machen die Welt stiller, wärmer und menschlicher.


Atemmeditation – Ankommen im eigenen Rhythmus


Die Atemmeditation ist eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Formen der Achtsamkeit.
Sie braucht keine besondere Umgebung, keine Vorbereitung, keine Stille im Außen.

Alles, was du brauchst, trägst du bereits in dir: deinen Atem.

Setz dich bequem hin oder lege dich entspannt ab.
Und dann beginne einfach zu beobachten.

Beobachte deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen.
Spüre, wie sich dein Brustkorb hebt und wieder senkt.
Wie sich dein Bauch ausdehnt und zurückzieht.
Wie die Atemluft in dich einströmt – kühl, frisch – und wieder ausströmt – warm, weich, vertraut.

Lass deinen Atem kommen und gehen, ganz natürlich, ganz mühelos.

Manchmal wird es dabei im Kopf laut. Gedanken springen, drängen, kommentieren.
Das ist vollkommen normal.

Dein Geist tut nur das, was er gewohnt ist.

Wenn du merkst, dass du abschweifst, lade ihn freundlich zurück – ohne Druck, ohne Bewertung.

Wenn deine Gedanken gar keine Ruhe geben, kannst du deinen Atem zählen:

  • Auf 4 einatmen
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 4 den Atem halten
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 6 ausatmen
    1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6
  • Eine kurze Atempause
    1 – 2 – 3 – 4

Und dann beginnt der Rhythmus von vorn.
Sanft. Gleichmäßig. Tragend.

Diese kleine Atemfolge schenkt deinem Geist eine Aufgabe, damit er sich beruhigen kann. Gleichzeitig hilft sie deinem Körper, in einen ruhigeren, klareren Zustand zu finden.

Wenn du die Übung beendet hast, nimm dir einen Moment Zeit.
Spüre nach.

Wie hat sich das für dich angefühlt?
Konntest du deinem Atem folgen – und nicht deinen Gedanken?


Du möchtest mit mir arbeiten – vielleicht tiefer in die Meditation eintauchen, mehr Ruhe in deinen Alltag bringen oder herausfinden, welche Form der Achtsamkeit dir guttut.
Dann kontaktiere mich gern.
In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was du brauchst.

Gemeinsam finden wir heraus, wie ich dich unterstützen kann – sanft, alltagsnah und in deinem eigenen Tempo.

Waldbaden im Raum oder online???

Waldbaden im Raum oder online klingt im ersten Moment wie ein Widerspruch. Schließlich lebt Waldbaden doch vom Eintauchen in die Natur, vom Duft der Bäume, vom Rascheln der Blätter, vom Lichtspiel zwischen den Zweigen.

Und trotzdem: Es geht. Es funktioniert. Und es fühlt sich – wenn man sich darauf einlässt – erstaunlich stimmig an.

Nicht besser, nicht schlechter. Einfach anders.

Im Februar habe ich für euch die Fortbildung für Waldbaden Kursleiter bei Katharina Nathe von Achtsame Walderlebnisse absolviert zum Thema Waldbaden im Raum oder online anleiten.

Warum?

Weil ich oft mit Clienten arbeite, die entweder nicht in der Lage sind in den Wald zu gehen oder wir zu weit auseinander wohnen. Trotzdem wollen sie mit mir arbeiten.

Mit guter Vorbereitung ist das auch überhaupt kein Problem und fühlt sich, wenn man sich drauf einlässt, genauso gut an wie direkt im Wald.

Man kann den Klienten bestimmte Dinge sammeln lassen, man kann selbst sammeln und es zur Verfügung stellen, selbst der Haushalt gibt Dinge her, die sich verwenden lassen. Nicht zuletzt kann man mit naturreinen Aromaölen unterstützen.

Ich freue mich, euch zukünftig also auch im Raum oder online begleiten zu können, wenn es ums Thema Waldbaden geht.

Meldet euch gern, wenn ihr Interesse habt.

Gehmeditation für den unruhigen Körper und Geist


Manchmal ist der Körper zu unruhig, um still zu sitzen.
Manchmal kreisen die Gedanken so schnell, dass Stille eher Druck als Entlastung erzeugt.

Genau dann kann Gehmeditation ein liebevoller Weg sein, um wieder bei dir anzukommen.

Gehmeditation bedeutet, Schritt für Schritt in den Moment zurückzufinden. Du musst nichts festhalten, nichts erzwingen, nichts „richtig“ machen.
Du gehst einfach – und lässt deinen Atem, deinen Rhythmus, deinen Körper den Weg bestimmen.

Es ist eine Meditation, die Bewegung erlaubt.
Eine Meditation, die dich mitnimmt, statt dich zu bremsen.

Eine Meditation, die deinem unruhigen Körper Raum gibt und deinem Geist eine Aufgabe: den nächsten Schritt.

Beim Gehen spürst du, wie deine Füße den Boden berühren.

Wie sich dein Gewicht verlagert.

Wie die Luft deine Haut streift.

Wie dein Atem sich einpendelt.

Du wirst langsamer, weicher, klarer – nicht, weil du es musst, sondern weil es ganz von selbst geschieht, wenn du dich dem Gehen hingibst.

Gehmeditation ist wie ein leiser Dialog zwischen dir und der Erde:
Ich bin hier. Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug.

Sie hilft dir, aus dem Kopf in den Körper zu kommen. Aus dem Denken ins Spüren. Aus der Unruhe in eine sanfte, natürliche Bewegung, die dich trägt.


Mini-Übung: Gehmeditation für unruhige Momente

  1. Beginne dort, wo du gerade bist.
    Du brauchst keinen besonderen Ort. Ein Flur, ein Gartenweg, ein Stück Wald, ein Zimmer reichen völlig.
  2. Nimm einen Atemzug, bevor du losgehst.
    Spüre deine Füße am Boden. Lass die Schultern sinken.
  3. Setze einen ersten Schritt – bewusst.
    Spüre, wie der Fuß abrollt. Wie der andere folgt. Finde deinen eigenen Rhythmus.
  4. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Gehen.
  • Wie fühlt sich der Boden an
  • Welche Bewegungen entstehen im Körper
  • Wie verändert sich dein Atem
  1. Wenn Gedanken kommen, nimm sie wahr und lass sie weiterziehen – wie Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Kehre sanft zu deinen Schritten zurück.
  2. Beende die Übung bewusst.
    Bleib kurz stehen. Spüre nach. Vielleicht ist etwas weicher geworden. Vielleicht auch nicht. Beides ist vollkommen in Ordnung.

Meditation bedeutet, Dinge achtsam zu tun


Meditation muss nicht immer still, sitzend oder feierlich sein.
Sie kann mitten im Leben stattfinden – genau dort, wo du gerade bist.

In der Küche. Im Garten.Am Schreibtisch. Auf dem Weg zur Arbeit.

Meditation beginnt in dem Moment, in dem du voll und ganz bei dem bist, was du gerade tust.

Achtsam zu handeln bedeutet, dich nicht von Gedanken in die Zukunft ziehen zu lassen.
Nicht schon beim nächsten Termin zu sein, nicht bei der übernächsten Aufgabe, nicht bei dem, was „auch noch“ erledigt werden müsste.

Es bedeutet, jetzt zu sein. In diesem Atemzug. In dieser Bewegung. In dieser Handlung.

Wenn du Kaffee zubereitest, dann spüre den Duft, höre das leise Knistern, beobachte, wie sich die Wärme ausbreitet.
Wenn du arbeitest, dann widme dich dieser einen Aufgabe, ohne nebenbei gedanklich Listen zu schreiben.
Wenn du im Garten bist, dann fühle die Erde, das Licht, die Ruhe, die dich trägt.

Meditation heißt:
Deine Aufmerksamkeit gehört diesem einen Moment.
Nicht mehr und nicht weniger.

Es ist eine liebevolle Entscheidung, dem Leben nicht hinterherzulaufen, sondern es bewusst zu berühren.
Schritt für Schritt. Handlung für Handlung. Atemzug für Atemzug.

So wird Meditation zu etwas ganz Alltäglichem – zu einer Haltung, die dich erdet, klärt und stärkt, ohne dass du dafür extra Zeit freischaufeln musst.
Sie wächst dort, wo du ihr Raum gibst: mitten im Tun.


Mini-Übung: Achtsamkeit im Tun

  1. Wähle eine kleine Tätigkeit, die du heute ohnehin machst:
    Kaffee kochen, Zähne putzen, Geschirr abwaschen, eine Pflanze gießen, eine E-Mail schreiben.
  2. Bevor du beginnst, halte für einen Atemzug inne.
    Spüre deine Füße am Boden. Lass die Schultern sinken.
  3. Widme dich nun dieser einen Aufgabe – und nur ihr.
    Beobachte, was du tust:
  • Welche Bewegungen machst du
  • Welche Geräusche entstehen
  • Welche Gerüche, Farben oder Texturen nimmst du wahr
  1. Wenn Gedanken abschweifen, bemerke es freundlich – ohne Bewertung – und kehre sanft zur Tätigkeit zurück.
  2. Beende die Aufgabe bewusst.
    Nimm wahr, wie es sich anfühlt, etwas mit voller Präsenz getan zu haben.

Diese kleine Übung dauert oft nicht länger als eine Minute – und doch verändert sie die Qualität deines Tages.


Beginn der Fastenzeit – Warum fasten wir eigentlich?

Die Fastenzeit beginnt – und jedes Jahr stellt sich dieselbe Frage:
Warum fasten wir?

Aus religiösen Gründen?
Weil wir uns beweisen wollen, dass es auch ohne geht?
Weil wir uns etwas Gutes tun möchten?
Oder einfach, weil es gerade „in“ ist?

Die Gründe sind so unterschiedlich wie wir Menschen selbst.

Ich für meinen Teil faste ab heute Alkohol.
Nicht, weil ich mir etwas verbieten möchte, sondern weil es für mich mehrere gute Effekte hat:
Meine Leber freut sich.
Vielleicht purzelt ein kleines bisschen Gewicht.
Und Alkohol wird wieder zu etwas Besonderem – nicht zu einem täglichen Begleiter.


Als Weinliebhaberin und Kräuterfreundin gehört ein gutes Glas eigentlich zu meinem Genuss dazu.
Und in den Wochen, in denen die Anforderungen mit meinen Eltern extrem waren, war dieses Glas Wein am Abend mein verdienter Feierabend-Lohn.
Ein Moment von Entspannung.
Ein kurzes Vergessen.

Doch als ehemalige Krebspatientin weiß ich auch:
Förderlich ist das nicht.
Ganz abgesehen von den Kalorien, die Alkohol so still und heimlich mitbringt.

Also: Ab jetzt ohne.
Nicht aus Strenge, sondern aus Fürsorge.
Ich glaube, es wird mir nicht schwerfallen.
Ich weiß, dass es mir guttut.
Und vielleicht normalisiert sich sogar der ein oder andere Laborwert.

Andere verzichten in dieser Zeit auf Social Media, aufs Handy, auf Fleisch – oder sie fasten gar nicht.
Alles ist richtig, solange du dich damit wohlfühlst.
Fasten ist keine Pflicht, kein Wettbewerb, kein moralischer Maßstab.
Es ist eine Einladung, bewusster zu leben.
Nicht mehr und nicht weniger.

Und jetzt bin ich neugierig:
Fastest du?
Und wenn ja – worauf verzichtest du in dieser Zeit?

Was ist Meditation überhaupt?


Meditation klingt für viele nach etwas Großem, vielleicht sogar nach etwas, das man erst „lernen“ oder perfekt beherrschen muss.
Doch in Wahrheit ist sie etwas ganz Einfaches.
Etwas, das wir alle in uns tragen.

Etwas, das sich leise in unseren Alltag einfügen kann – zwischen zwei Atemzüge, zwischen Tür und Angel, zwischen einem Gedanken und dem nächsten.

Meditation bedeutet, für einen Moment bei sich selbst anzukommen.

Nicht stundenlang im Schneidersitz zu sitzen, sondern kurz innezuhalten. Den Atem zu spüren. Die Schultern sinken zu lassen. Den Blick nach innen zu richten, ohne etwas verändern zu müssen.
Es ist wie ein kleiner Zwischenstopp, der uns daran erinnert, dass wir nicht ständig funktionieren müssen.

Meditation ist eine Einladung, die Welt für einen Augenblick weicher zu sehen.

Die Geräusche um uns herum nicht als Störung wahrzunehmen, sondern als Teil des Lebens, das uns trägt. Meditation kann im Wald stattfinden, auf dem Sofa, im Auto vor dem nächsten Termin oder morgens beim ersten Schluck Tee.
Sie braucht keine besondere Ausrüstung, keine perfekte Stille, keine langen Rituale. Nur dich.

Im Kern ist Meditation eine Rückkehr zur Einfachheit.

Ein liebevolles Wiederentdecken dessen, was schon da ist: dein Atem, dein Körper, dein innerer Raum.
Sie schenkt dir kleine Inseln der Ruhe, die du jederzeit betreten kannst – auch mitten im Trubel.

Und vielleicht ist das das Schönste daran:
Meditation ist kein Projekt.
Sie ist ein natürlicher Teil des Lebens, wenn wir ihr ein paar Atemzüge Platz machen.


Hast du schon einmal meditiert – vielleicht bewusst, vielleicht ganz nebenbei im Alltag?


Was interessiert dich an Meditation – suchst du Ruhe, Klarheit, Verbindung zu dir selbst?


Wie kann ich dich auf deinem Weg unterstützen – mit kleinen Übungen, Impulsen oder einer gemeinsamen Praxis?

Antworte mir gern in den Kommentaren.


Meditation kannst auch du!


Welches Bild hast du von Meditation im Kopf?

Vielleicht siehst du den Yogi im Schneidersitz, völlig versunken, reglos, entrückt.
Und gleich danach taucht der Gedanke auf: „Das ist nichts für mich.“

Doch genau hier beginnt etwas Neues.

Jeder kann meditieren.
Jeder auf seine Weise.
Jeder in seinem eigenen Rhythmus.
Jeder mit dem, was er mitbringt.

Meditation ist kein Idealbild.
Keine perfekte Haltung.
Kein Schweigen auf Knopfdruck.
Meditation ist ein Weg — und dieser Weg darf leicht sein.

Meine Aufgabe ist es, dir zu zeigen, wie du diesen Weg für dich entdecken kannst.
Wie du in kleinen Momenten Ruhe findest.
Wie du lernst, deinem Atem zuzuhören.
Wie du spürst, dass Stille nicht leer ist, sondern voller Möglichkeiten.

Es gibt so viele Wege zu meditieren.
So viele Türen, die sich öffnen können.
Lass sie uns gemeinsam entdecken — Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug.

In dir liegt bereits alles, was du brauchst.
Ich begleite dich nur dabei, es wiederzufinden.

In den nächsten Wochen werde ich dir verschiedene Meditationsarten vorstellen — sanfte, kraftvolle, spielerische, stille. Und ich werde dir zeigen, was ich unter Meditation verstehe: einen Raum, der dich stärkt, statt dich zu überfordern. Einen Moment, der dich zurück zu dir bringt.

Bleib also dran und folge mir, wenn du neugierig bist, welche Wege sich für dich öffnen können. Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug.


Imbolc – das Fest des ersten Lichts

Imbolc ist der zarte Moment im Jahreskreis, in dem das Licht spürbar zurückkehrt. Eine Schwelle, die dich einlädt, alten Ballast abzustreifen, Klarheit zu finden und dem Neubeginn mit offenem Herzen entgegenzugehen.

Traditionell wird Imbolc am zweiten Vollmond nach der Wintersonnenwende gefeiert – meist am 1. oder 2. Februar.
Noch liegt der Winter über dem Land, doch unter der Oberfläche regt sich bereits das erste Flüstern des Frühlings. Vielleicht hast du schon Schneeglöckchen entdeckt oder spürst, wie die länger werdenden Tage dich innerlich aufrichten. Genau das ist die leise, kraftvolle Magie von Imbolc – ein keltisches Fest der Reinigung, der Inspiration und der Fruchtbarkeit.

Mit der Christianisierung wurde Imbolc zum Fest der heiligen Brigida, deren Licht- und Heilkräfte stark an die keltische Göttin Brigid erinnern. Heute kennen viele den 2. Februar als Mariä Lichtmess – ebenfalls ein Fest des Lichts, der Reinigung und des Neubeginns.

Imbolc lädt dich ein, nach der dunklen Jahreszeit bewusst innezuhalten.
Dich zu fragen: Was darf gehen? Was darf leichter werden? Was möchte in mir wachsen?
Es ist ein Tag, an dem du Körper, Seele und dein Zuhause von altem Staub befreien kannst – im Innen wie im Außen.

Ein traditioneller Bestandteil ist der Frühlingsputz, oft mit einem Besen aus Birkenzweigen. Die Birke steht für Reinheit und Neubeginn. Das Fegen soll nicht nur Schmutz entfernen, sondern auch stagnierende Energie lösen und Platz schaffen für das, was kommen möchte.

Auch ein Spaziergang in der Natur gehört zu den alten Bräuchen. Lausche den ersten Zeichen des Frühlings, spüre die frische Klarheit der Luft, verbinde dich mit dem Erwachen der Erde. Vielleicht möchtest du symbolisch einen Samen pflanzen – als Zeichen für das, was in dir keimen darf.

Und wenn du magst, wirf heute einen Blick in deine Rauhnachtsaufzeichnungen der 1. und 2. Nacht.
Zünde ein paar Kerzen an, lass das Licht in dein Zuhause und in dein Herz fließen – und freue dich darüber, dass die Tage nun wieder länger, heller und hoffnungsvoller werden.

Die Geschwindigkeit des Waldes aufnehmen

Es gibt Momente, in denen ich spüre, dass mein Kopf zu voll ist, mein Alltag zu laut, meine Schritte zu schnell. Dann zieht es mich in den Wald. Dieser Weg hinaus in die Natur ist mein ganz persönlicher Waldbaden‑Termin — ein Rendezvous mit mir selbst und der Stille.

Mein Handy steckt zwar in der Tasche, aber nur für den Notfall oder für ein paar Fotos, die mich später an die Schönheit dieses Augenblicks erinnern. Eigentlich möchte ich nur eines: mit mir und dem Wald allein sein.

Zu Beginn gehe ich noch schnellen Schrittes. Mein Körper trägt die Geschwindigkeit des Alltags in sich, den Rhythmus der Aufgaben, Termine und Gedanken. Doch je tiefer ich in den Wald eintauche, desto mehr verändert sich etwas in mir.

Langsam überträgt sich die Ruhe des Waldes auf mich.
Die Schritte werden weicher.
Der Blick wird aufmerksamer.
Der Atem wird ruhiger und tiefer.

Ich komme an — nicht nur im Wald, sondern auch bei mir selbst.
Ich genieße den Moment, lasse mich sinken in dieses Gefühl von „runterfahren“, von innerem Loslassen.

Immer wieder bleibe ich stehen. Ich schaue mich um, betrachte die kleinen Details, die ich im Alltag oft übersehe: das Lichtspiel zwischen den Ästen, das Rascheln im Unterholz, die feinen Muster auf der Rinde. Ich lausche den Stimmen des Waldes und seinen Bewohnern. Und ich lasse die „Chemie“ des Waldes wirken — dieses stille Zusammenspiel aus Duft, Klang und Atmosphäre, das so tief in uns hineinsinkt.

Hier geht es nicht darum, viele Kilometer zu sammeln.
Hier geht es darum, mit allen Sinnen zu genießen.
Sich Zeit zu nehmen.
Sich selbst wiederzufinden in der Langsamkeit des Waldes.

Waldbaden bedeutet für mich, die Geschwindigkeit des Waldes aufzunehmen — und damit ein Stück Frieden mit nach Hause zu tragen.