3. Chemo und Kontrolle

Hallo da draußen,
da bin ich wie versprochen.

Diesmal hat es etwas gedauert mit nem Zwischenbericht, sogar die Kontrolle ist schon gelaufen.
Leider braucht es jetzt irgendwie viel länger bis ich wieder fit bin und ich habe fest gestellt, wenn es mir nicht so besonders geht, dann werd ich momentan still, aber mal von vorne.

Mittwoch vor einer Woche war ja die 3. Chemo mit EC.
Die dritte dachte ich so, dann haste nur noch eine und bist mit dem Cocktail durch.
Aber irgendwie geht man nicht mehr so locker ran, weil man schon zwei hinter sich hat, mit Nebenwirkungen und weiß das der Körper zu tun hat und belastet ist.
Man hofft, das es so läuft wie die letzten zwei und sich nicht noch was dazu gesellt.

Da ich ja ein Freund von Routinen und Gewohnheiten bin, gab es wie üblich mein Chemokörbchen und das obligate Frühstück.
Halb gesund wegen der Verdauung und halb süß wie ich es mag wegen der Glückshormone und auch um Horst ein bissel zu verarschen. Der nascht schön süß und futtert Chemo mit und merkt’s nicht.

In der Praxis war ganz schön was los und so saß ich nicht allein sondern mit einer netten Dame zusammen.
Sie hatte vor 10 Jahren Brustkrebs und nachdem sie jetzt ewig über Rückenschmerzen klagte, fand man Knochenmetastasen.
Örgs.
Op, Bestrahlung und glaube Hormontherapie, volles Rohr.
Na gut, nicht weiter drüber nachdenken.

Blutwerte soweit okay, Leuko bei 8,2
Weil es mir letztes Mal dann doch schon am Chemotag übel war, gibt’s diesmal gleich Dexamethason zur Infusion dazu.
Mondgesicht ich komme!

Wir zwei Damen haben uns ganz nett unterhalten während ich am stricken war und meine Aperol und der Klare so durch liefen.

 

Die Zeit verging diesmal ziemlich flott und da ich die letzten zwei ja gut vertragen hab, lief es diesmal insgesamt auch ne Stunde kürzer.

Heim wie immer, Mittagessen wie immer und dann hab ich mich aber schon am frühen Nachmittag gelegt, weil ich ziemlich müde war.
Nach dem aufwachen und den ganzen restlichen Tag so ne leichte Übelkeit, nicht wirklich dramatisch und gut auszuhalten, Essen bessert.

Donnerstag bin ich gut aus der Nacht gekommen, hab vormittags hier so bissel Haushalt gemacht und ne Bolognese für alle gekocht, da war ich ja schon richtig froh drum und guten Mutes, das das so bleibt.
Wahr aber nix leider.
Nachmittags und auch am Freitag schlapp und müde, schwere Beine.
Okay, okay, lag ich halt rum.
Hab nur gemacht was so bissel ging oder sein mußte (was muss eigentlich?) und ansonsten eben Ruhe halten.
Chemo wirkt, der Körper kämpft, muss man ihn ja nicht noch zusätzlich belasten.
Und da ich ja von allen Seiten gemahnt werde zur Ruhe, halte ich eben welche.

Samstag war völlig anders.
Da war ich voll fit, wir waren nachmittags im Garten, ich hab paar Blümchen vom Balkon nach draußen quartiert, abends haben wir gegrillt und saßen noch ne Weile und haben den Spätsommer genossen.

Sonntag hat irgendwer den Stecker gezogen und um das Ganze abzurunden noch mit der Dampfwalze über mich drüber gerollt.
Hab das schon vormittags gemerkt, das ich so bissel lustlos war.
Mittags waren wir bei meinen Eltern zum Essen und haben den kurzen Weg zu Fuß gemacht wie immer.
Wieder zu Hause fühlte ich mich völlig übermüdet, Beine schwer wie nach nem 1000m Lauf und einfach nur der Wunsch sich auszuruhen.

Und so ging das bis Dienstag.
Zwar leicht abgeschwächt, aber schon so das ich spätestens mittags ne Pause in der Horizontalen einlegen mußte und wenigstens ne halbe Stunde auch geschlafen hab.
Überhaupt fühle ich mich weniger belastbar irgendwie.

Mittwoch war ja dann Kontrolle und ich hab natürlich gesagt was los ist.
Auch das ich jetzt insgesamt 5kg zugenommen hab und an den Beinen alles spannt und die Ringe nicht mehr passen.
Dexamethason Nebenwirkung okay, aber in so kurzer Zeit???

Das Blutbild ist soweit okay.
Gut Leuko bei 6,1 (Normwert 10 – 4), machen wir die Grippeimpfung eben erst nächste Woche. Aber sonst alles schön.
Ich wurde gewogen und für die nächste Chemo wird das Dexamethason nur noch zwei Tage gegeben und ich soll jetzt täglich drei Tassen Brennnesseltee trinken um das Wasser aus dem Körper zu schwemmen.
Wenn das nicht ausreicht, müssen wir stärkere Geschütze auffahren.
Heißhunger ist das eine, aber Wassereinlagerungen müssen echt nicht sein.

Die gute Nachricht zum Schluss – es funktioniert.
Heute schon 1,3kg weniger!
Und ich fühl mich auch bissel besser.

Was das schlapp und kaputt angeht, das wird mir wohl erhalten bleiben.
Also wieder umorganisieren oder spontan entscheiden.
Wenn es geht ist gut, wenn nicht, dann nicht, dann aber auch nicht traurig sein.

Wenn das nur so einfach wäre……

alles im grünen Bereich

Hallo da draußen,
ich bin euch doch noch den Bericht meiner Blutbildkontrolle schuldig.

Also zuerst mal – alles im grünen Bereich zur Diagnose und Therapie passend.

Die Leukozyten liegen bei 7,9 – sind also nicht ganz so weit abgerutscht wie nach der ersten Chemo.
Sonst sieht das Blutbild auch gut aus, keine Einschränkungen oder Verbote ausgesprochen.

Ich unterstütze mit täglich mindestens einem Glas rotem Saft und meiner Sauerstoffportion aus Garten, Wald oder einfach Balkon.
Mehr kann man erst mal nicht tun.
Hände waschen, Keimschleudern meiden ist ja klar und zum Glück ist ja auch noch keine Infektsaisson so das ich Menschenmengen meiden müsste.
Und ich denke mein heißgeliebter Ingwer plus dem Weihrauch tun da ihr übriges für die Abwehr.

Ja und sonst?

Alles im grünen Bereich.

Nachdem die Chemo diesmal unerwartet fix Übelkeit brachte, die dann aber auch ebenso fix wieder weg war, hatte ich ehrlich gesagt „nur“ damit zu kämpfen, das den Kräften dann doch jetzt Grenzen gesetzt sind und das sich da langsam Wassereinlagerungen ansammeln.

Die Kräfte na ja wohl ein Lernprozess meinerseits von Nöten.
Haushalten, Pausen machen, auf den Körper hören, akzeptieren das es nicht immer wie gewünscht geht und die Zeit genießen wo es eben läuft.
Aus diesem Grund hatte ich heute auch einen Termin der besonderen Art von dem ich aber gesondert berichten werden.

Die Wassereinlagerungen auch so ein Thema.
Bei mir gilt wohl – Chemo macht fett.
Zum einen bekommt man so ein Mondgesicht, weil man keine Haare mehr hat und das Haar nun mal als Rahmen ums Gesicht fehlt.
Angeblich kommt das Runde auch vom Dexamethason.
Zum anderen hab ich inzwischen schon 3kg zugenommen und das meiste davon scheint wohl eher Wasser zu sein, weil es in der Pause zur nächsten Chemo nämlich wieder zurück geht mit dem Gewicht obwohl ich permanent irgendwie Appetitt habe.

Nun trinke ich täglich mindestens eine Tasse Brennnesseltee zusätzlich zum Ingwer und sehe halt zu viele Wege zu machen – lieber dreimal laufen als einmal mit rechts und links bepackt – damit ich in Bewegung bleibe und der Körper aktiviert wird und ausschwemmen kann.
Bislang funktioniert das gut und so lange das so bleibt, brauche ich keine zusätzlichen Medikamente.

Ansonsten genieße ich meine Tage tatsächlich im Grünen – auf ner Waldrunde, im Garten bissel werkeln oder einfach mit der besten Freundin Kaffee trinken, auf dem Balkon sitzen.

In diesem Sinne grüne Grüße und bis zum nächsten Mal.

Chemo, die zweite

Hallo da draußen,
schon paar Tage her, aber ich konnte mich diesmal nicht früher aufraffen zu schreiben.

Mittwoch früh 8 Uhr war ich bestellt und bin natürlich mit Körbchen angereist, aber diesmal doch leicht sagen wir mal unsicher.
Eine Chemo hatte ich ja schon weg und war ja Dank dem MCP ganz schön weg vom Fenster und die ersten Tage auch ganz schön schlapp und dann kam der Soor. Macht man sich ja so seine Gedanken wie das diesmal nun werden wird, wo einem doch mehrere zuverlässige Quellen einschließlich Praxispersonal sagen, das jede Chemo auch mehr Nebenwirkungen bringt – ist ja nun mal Gift nicht nur für Horst.
Und dann ist diesmal ja auch der Sohnemann zu Hause.
Wie wird er das so verkraften? Kommen wir da zurecht?

Das Frühstück fiel etwas kompakter aus diesmal, Kaffee schmeckte nicht wirklich. Wo mir doch eigentlich nix über eine gepflegte Tasse Kaffee am Morgen in aller Ruhe geht.

Noch fix das neue Tuch gebunden und los, Papa war wieder mein Chauffeur.

 

Angekommen in der Praxis freundliche Begrüßung per Handschlag vom Doc und dann durfte ich wieder in „mein“ Zimmer.

Port an stechen war diesmal nicht ganz so easy, irgendwie wollte der nicht gleich laufen, aber Schwester Andrea hat das gut im Griff und so kamen wir erst mal zu meinen gefüllten Blutröhrchen und spülten dann erst mal mit 250 NaCl durch.
Anschließend wie gehabt erst der Aperol, dann der Klare, gefolgt von weiteren 50ml NaCl inklusive Antikotzi Medikamente.

Apropos Antikotzi.
Nach einer Unterhaltung mit Schwester Andrea bekam ich Vergentan zur Probe mit und soll das statt MCP versuchen. Schlafen soll ja gut sein, dann kann sich der Körper erholen, aber abgeschossen ist ja eher nicht so Sinn und Zweck der Sache. Das ich zusätzlich schon mit Ingwertee und seit neuestem auch noch mit Weihrauch arbeite, findet sie gut.

Die 3h gingen diesmal gut rum, hab bissel gehäkelt und live Bericht erstattet.

Andreas hat mich dann wieder abgeholt und da ich mich soweit fit gefühlt hab, bin ich gleich nach dem Mittagessen noch einkaufen gefahren. Man weiß ja nie!

Gute Idee, denn so ab späten Nachmittag kam sie, die bleierne Schwere und ekelige Übelkeit. Und das trotz zweier Medikamente dagegen.
Lag ich so hier rum mit meinem Tee und paar Keksen, krampfhaft versucht die zwei Liter zu trinken und eigentlich eher versucht den Magen in Ruhe zu lassen.

Abends war der Sohnemann dann ganz lieb und hat Tisch gedeckt und das zusammen essen tat ganz gut, meiner Psyche und dem Magen. Aber für mehr haben dann die Kräfte auch nimmer gereicht, duschen und wieder in die Horizontale.

Wider Erwarten war die Nacht erholsam und ich bin Donnerstag früh ohne Übelkeit aufgestanden, hab aber wie angeordnet mein Dexamethason und die erste Vergentan genommen.
Kräftemäßig ging’s auch ganz gut, hat zumindest für Körperpflege inklusive Soorvorbeugung und ein bisschen Haushalt gereicht. Aber nachmittags dann wieder Batterie leer trotzdem konnte ich nicht schlafen, nur hier liegen.
Und so zog sich das bis gestern so durch.
Vormittags Haushalt, Wäsche und so, nachmittags Ruhen. Aber die Kräfte kommen langsam wieder. Dauert halt diesmal bissel länger.
Aber lieber das, dafür keine Übelkeit. Denn statt der verordneten 3×1 Vergentan hab ich seit der Chemo nur zwei gebraucht. Tschaka!!!!

Heute war dann schon ein Spaziergang drin und gestern hab ich mich an Yoga versucht.

Nun hoffe ich mal, das meine Leukos nicht wer weiß wohin im Sinkflug sind.
Am Mittwoch waren sie bei 9.
Nicht das ich jetzt noch in Quarantäne muss.
Wo doch die Temperaturen langsam angenehmer werden für Waldspaziergang und Garten.
Ich muss raus, Chemo macht fett oder zumindest Wassereinlagerungen!  🙁

Chemokörbchen und andere Vorbereitungen

Morgen starte ich zur zweiten Chemo und hab mein Körbchen schon gepackt.

Vor der ersten Chemo bekam ich einiges an Material vom Onkologen unter anderem auch einen Zettel mit Informationen zur Chemoinfusion.

„Es ist ratsam sich ein kleines Getränk und evtl. etwas zu Essen mitzubringen.
Ein Kissen, eine Decke, ein Buch oder Musik über Kopfhörer können den Aufenthalt angenehmer gestalten.“

steht da geschrieben.

Also hab ich mir ein kleines Körbchen zurecht gepackt.
Ich nehme mit:

0,5 L Getränk – reicht völlig aus, sonst rennt man laufend zum WC
eine kleine Dose mit Gurkenscheiben – mehr braucht es bei mir nicht
ein Buch
mein Häkelzeug
ne Strickjacke – wenn man fröstelig veranlagt ist
Handy – für Liveberichterstattung
Ladekabel und Powerbank

Damit bring ich die 3 Stunden ganz gut rum.

Ansonsten hab ich die letzten zwei Tage hier zu Hause den Haushalt soweit erledigt, der Einkaufszettel ist geschrieben, das Essen grob vorgeplant für den Rest der Woche.
Wenn man Familie hat, geht man gelassener in die Tage nach der Chemo, wenn einiges einfach schon erledigt ist. Der Chemorausch schläft sich dann ruhiger aus, bei mir zumindest.

Einen Zettel mit Fragen und Rezeptwünschen hab ich für den Onkologen auch fertig gemacht, ich glaube die Chemoalzi schlägt bissel zu. Außerdem muss ich ja nicht unnötig Zeit stehlen, weil ich dann da sitze und nicht mehr weiß was ich fragen wollte und dann später telefonisch nerven muss, wenn’s mir wieder eingefallen ist.
Ein Ratschlag, den ich auch unseren Patienten immer gegeben habe „schreiben se sich nen Zettel mit allem was sie fragen wollen, dann vergessen sie nix“.

Mein Frühstück für morgen ist vorbereitet – Skyr Vanille mit Birnenstücken und Zimt.
Klamotten und vor allem Kopfputz sind ausgewählt, der Wecker ist gestellt.
Bloß kein Stress morgen früh.
Mein Papa fährt mich hin, mein Schatz hohlt mich wieder ab.

Ich hoffe auf ne ruhige Nacht.
Das es so easy läuft bisher, stimmt mich etwas nachdenklich.
Man hat es schon so viele Male an Patienten gaaaanz anders erlebt.

Time to say Goodbye

Gewußt hab ich es ja schon von Anfang an, wenn er dann da ist dieser Moment, trifft es einen trotzdem schwer.
Fast schon reflexartig greife ich mir morgens im Bad in die Haare, um festzustellen alles fest.

Gestern Abend traf es mich dann doch ziemlich unvermittelt!

Als ich gerade dabei war mein Abendpflegeprogramm zu vollführen, hatte ich auf einmal ein Büschel Haare in der Hand und dann noch eins und noch eins und …….

Oh mein Gott!!!!

Die ganze lange Ponypartie lag da auf einmal vor mir im Waschbecken.
Mist!

Also Bürste raus und mal gekämmt.
Noch mehr Haare und auch kurze.
Die Illusion das es nur die lange Seite betrifft, weil die immer glatt gefönt wird, kann ich verabschieden.
Es geht jetzt also los.

Komisches Gefühl.
Traurig und fassungslos, weil es optisch ein Schritt zum krank aussehen ist.
Gespannt irgendwie, weil ich mich schon die ganzen Tage gefragt hab wie das sein wird und wie es aussehen wird.
Aber auch erleichtert, weil dieses Gänsehaut auf dem Kopf Gefühl nun wohl der Vergangenheit angehören wird.

Nachdem ich mich wieder etwas gefasst und derweil meine beste Freundin zum Sonntag Abend noch mit Haarbüschelfotos bombardiert habe, such ich mir mal ne Mütze raus. Lieber die Haare unter der Mütze verlieren als das die überall hier rumfliegen.
Mütze auf – autsch.
Meine Haare tun ja weh oder die Haarwurzeln oder die ganze Kopfhaut.
Das hatte aber keiner gesagt bisher, das es bissel zwickt und zwackt und kribbelt und die Mütze eigentlich unangehem ist. Aber ohne geht’s auch nicht.

Na ja der Sonntag Abend durfte als gelaufen betrachtet werden.

Heute gleich nach dem Termin beim Frauenarzt wegen der Krankschreibung hat mein Schatz mir die Haare rasiert.
Waren ganz schön viele.

Und wieder einmal hatte ich mir das viel schlimmer vorgestellt als es dann letztendlich war.
Sieht zwar höchst ungewohnt aus, weil ich ja nun zu 80% Igel hab und sich jetzt nach und nach kahle Stellen bilden wo wirklich kein Haar mehr sitzt.

Aber es ist schon irgendwie auch so eine Etappe der Erkrankung ab der man es nicht mehr verheimlichen kann. Selbst ne Perücke wäre bei mir ja aufgefallen und wollte ich ja auch nicht.

Ab heute dann also betucht oder bemützt durch den Tag.
Ging auch schon ganz gut.

Nun heißt es üben, üben, üben – Tücher binden, Mütze mit und ohne Tuch oder Band.
Und ganz nebenbei hab ich gestern angefangen ne Mütze zu stricken ……
Körpersignale oder so ……

Kontrolle und ne Pilzzucht

Hallo da draußen,
heute war nun also die erste Kontrolluntersuchung nach der 1. Chemo.
Alles zum ersten Mal, bald ganz einfach Routine.

Meine Blutwerte sind soweit okay.
Gut die Leukozyten von 14 auf 6,5 gesunken, aber das ist im Rahmen und noch nicht bedenklich und draußen tobt ja gerade keine Grippewelle.

Ansonsten sind wir, der Onkologe und ich, zufrieden mit meinem Zustand.
Keine Übelkeit mehr.
Das Absetzen vom MCP hat Wunder gewirkt, war wohl ganz schön straff. Zu straff. Nächstes Mal gibt’s was anderes oder wir versuchen ohne.
Ich fühl mich fit, platt von der Hitze, aber das habt ihr alle auch, da jammer ich jetzt nicht rum.
Ich kann gut schlafen, die Gedanken sind sortiert und scheinbar hat mein Körper das ganze ganz gut weg gesteckt.

Scheinbar.

Hat sich da doch seit Sonntag ein „hübscher“ Soor also Pilzrasen entwickelt.
Was sich erst wie Zunge verbrannt anfühlte, wurde über Nacht zu Schluckbeschwerden und Halsschmerzen im Kehlkopfbereich und am Morgen beim Zähneputzen trug meine Zunge statt Prada weißen Pelz. *örgs*
Okay also ran an die Mundspüllösung.
Na ja eher Gel.
Grün, pfefferminzig und gewöhnungsbedürftig – nicht schlucken steht drauf!
Hab ich schon erwähnt das ich mit Schmelztabletten, Gelen und homöopatischen Tabletten, die krümmelig im Mund werden nicht kann???
Nun ja nutzt ja nix und siehe da, nicht lecker aber machbar.
Leider ist das Zeug aber nicht gurgelbar, so das der Soor eben weiter Richtung Kehlkopf und Speiseröhre unterwegs war/ist.
Nachdem ich mich belesen und mit der Praxis telefoniert hatte, was man da tun kann, war der Tag angefüllt von spülen, gurgeln, abspucken, trinken – lindernd ja, aber nicht bekämpfend.
Deswegen gab es heute eine Kapsel Fluconacol, die wirkt im ganzen Körper und dazu ein Gel das man in Mund verteilen und schlucken darf, das legt sich dann im Rachen und über die Speiseröhre.
Groß versprochen wurde Karamell, jetzt gab es Himbeer. Na gut, dann eben fruchtig, Hauptsache es hilft.

Wusstet ihr eigentlich das die Schleimhautzellen sich mit am schnellsten teilen? Ebenso wie Krebszellen etwa.
Der Soor ist zwar einerseits ein Zeichen, das das Immunsystem gerade herab gesetzt ist, aber auch das die Chemo wirkt.

In diesem Sinne, will ich nicht meckern oder jammern.
Es tut seine Wirkung, mir geht’s den Umständen entsprechend wirklich gut – was will ich also mehr?

Murmeltier dank MCP

Hallo,
Da bin ich wieder.

Doch ganz schön abgeschossen gewesen die letzten Tage.
Mittwoch und Donnerstag gings mir ja noch recht gut, zwar immer ein leicht flaues Gefühl im Magen und bissel schlapp, lies sich aber mit kleinen Zwischenmahlzeiten und dem verordneten MCP gut beherrschen.

Ab Donnerstag Nachmittag gings dann langsam los.
Unendlich müde, schlapp, ess ich was oder lass ich’s, was ess ich denn überhaupt- Kühlschrank voll und doch nicht das passende drin. 🙄

Freitag hab ich fast nur geschlafen, früh zwar mit dem alltäglichen im Bad gestartet und ein kleines bisschen Haushalt erledigt, damit ich irgendwie in Gang kam, aber dann war Sense, sicher dank auch der Hitze.

Gestern war es minimal besser, aber gegen Nachmittag dann wieder Murmeltier Phase.

Da mir aber nur noch wenig flau ist und wogegen ich auch mit Ingwertee ansteuern kann, hab ich heute todesmutig das MCP abgesetzt und siehe da – es geht besser, deutlich besser! Sogar der verordnete Spaziergang war problemlos drin.

Nun hoffe ich das das Tal durchschritten ist für diesmal, die angesoffenen 2kg sind jedenfalls schon wieder auf dem Rückzug.

Und Haare auch noch alle auf Posten.

Sommerlichen Sonntag wünsche ich euch noch.

Chemo, die Erste

Gestern 8:30 Uhr ging’s nun also los.

Nach einer eigentlich ganz ruhigen Nacht, bin ich mit nem halbwegs ordentlichen Frühstück gestartet.

Noch ein Schnittchen fertig gemacht für mein Chemokörbchen und dann haben mich meine Eltern abgeholt.

In der Praxis wurde ich gleich in Empfang genommen und bekam ein schönes Plätzchen in einem verstellbaren Sessel zugewiesen.
Noch mal alles erklärt, dann wurde der Port angestochen. Tat echt nicht sehr weh, einatmen, kurz Luft anhalten, pieks, weiteratmen.
erst wurde der Port gespült, dann Blut abgenommen und dann gab’s erst mal ne Runde Kochsalzlösung.

Ja und dann ging’s weiter mit dem roten Epirucibin, gefolgt von nem größen Beutel mit Cyclophosphamid und zum Abschluss den Rest der Kochsalzlösung.

Lief alles ganz komplikationslos.
Man sitzt halt seine 3h da so ab, liest was oder häkelt, schreibt Whatsapp, macht nen Plausch mit der Schwester oder dem Doc, der kam auch noch mal gucken.

Ich bekam Medikamente gegen aufkommende Übelkeit gleich prophylaktisch gespritzt und muss ab heute für 5 Tage Dexamethason nehmen und vorläufig 3x täglich MCP, das soll ich dann aber langsam weg lassen.

Andreas hat mich dann abgeholt, wir waren noch in der Apotheke meinen Medikamentenvorrat und die Mundspüllösung abholen und da ich Hunger hatte, haben wir uns beim örtlichen Fleischer noch was zu essen geholt – Fisch in Senfsoße mit Gemüse und Kartoffeln.

Ja und dann kam es aber doch, das leicht flaue Gefühl im Magen als hätte man den Hunger übergangen, mir war warm im Gesicht vom Kortison, ich hatte Durst fand aber das Wasser langsam ekelig und müde war ich auch irgendwie.
Na ja über 32°C draußen plus Chemo ist wohl keine so gute Kombination.
Also lag ich so auf der Couch rum, hab gedöst, bissel mit Freunden geschrieben, meine 2 Liter brav getrunken und immer mal was kleines gegessen.

Man sieht halt schon bissel fertig aus.

Heute geht’s besser, ich muss halt zwischendurch immer mal was kleines Essen. Nen Keks, bissel Gurke, Melone und trinken trinken trinken.
Frisches kaltes ist mir eh grad lieber.

Nun hoffe ich, das ich so durch die folgenden Tage komme und sich nicht noch all zu viel dazu gesellt.

Räumungsklage eingereicht

Morgen geht’s los!!!!

8:30 Uhr startet die erste Chemo

Ich war ja heute beim Onkologen und wurde da ganz lieb und umfassend aufgeklärt, untersucht und ermutigt.

Wir haben noch mal alle Befunde besprochen.
Die Zyste bleibt da wo sie ist, Ultraschallkonrolle in vier Wochen.
Blutkontrollen stehen jetzt regelmäßig an und wir behalten meine Leber schön im Auge und ich werde von vorn herein gegen etwaige Übelkeit abgeschirmt.
Heute zum Abendessen schon die erste Kortison Tablette.

Die Haare gehen definitiv aus, das Perückenrezept sollte schon geschrieben werde, hab ich dankend abgelehnt. Fand er gut der Doc.
Ansonsten bekomme ich morgen noch ein Rezept für eine spezielle Mundspüllösung, falls die Schleimhäute sich da entzünden.

Essen darf ich alles was mir schmeckt, Gewichtsabbnahme wäre ein NoGo.
Es ist sinnvoll auf die Körpereigenen Signale zu hören was den Appetitt angeht.
Auf dem Merkblatt steht das allgemein übliche:
Vollkorn, gute Fette, zweimal Fisch die Woche, maximal dreimal Fleisch die Woche, Obst und Gemüse, 1,5 bis 2 Liter trinken am Tag dabei von zuckerhaltigen Getränken Abstand nehmen, Milchprodukte
Er hält es nicht für sinnvoll gerade jetzt einen extreme Ernähungsumstellung durch zu ziehen – „nach Eisbein wird ihnen eh nicht der Sinn stehen“.

Ansonsten Pflichtprogramm mindestens 30min Bewegung an frischer Luft, also mindestens spazieren gehen oder walken, gerne auch joggen was halt gerade so möglich ist.
Mein Yoga soll ich weiter machen, was durch den Port momentan so geht, die Muskelgruppe ist halt noch eingeschränkt nutzbar für manche Übungen.

Joar und dann lass ich mich mal überraschen was da so kommen wird.

Im Moment bin ich positiv aufgeregt.
Es geht endlich los.
Horst geht es endlich an den Kragen.

Ich pack mal mein Chemokörbchen zusammen:
Getränk, Buch, Häkelzeug, ein Jäckchen und morgen früh ne kleine Verpflegungsdose dazu