So wollte ich das nicht hören

In letzter Zeit habe ich, wie immer im Herbst, meine jährlichen Kontrollen absolviert.

Frauenarzt, Strahlenklinik, Onkologe und Hausarzt.

Alle sehr zufrieden mit mir.

Alle der gleichen Meinung:

Wir müssen diesen Zustand halten!

Die Beschwerden, die jetzt noch da sind, sind chronisch.

Das bleibt jetzt, abgesehen von Schwankungen, so.

Das müssen Sie akzeptieren und ihr Leben danach ausrichten.

BÄÄÄMMMMM!!!

Schlag in die Magengrube vom Feinsten.

Auch, wenn ich das selber weiß und nicht zum ersten Mal höre, diesmal kam die Aussage wie ein Chor, der einen Kanon singt und den Text immer und immer wieder wiederholt.

Für die Rente, die Mitte 2025 ausläuft und verlängert werden muss, ist diese Aussage der Hit.

Aber sonst?

Ich soll zufrieden sein mit meinem Zustand.

Mit meinem Lymphoedem, dass dieses Jahr bei jeder Vermessung pro Seite etwa 0,5cm zugelegt hat, obwohl die Therapie gleich geblieben ist.

Mit Madame Fatigue, die seit dem Sommer beharrlich Mittagsschlaf einfordert, die mich mein Energietagebuch anzweifeln und neu ausfüllen lässt.

Mit all den Wechseljahresbeschwerden, die mir dank Antihormontherapie und neuer Erkenntnisse bei BRCA1 Mutanten, jetzt statt bis 2024 nun bis 2029 erhalten bleiben.

Stabile Desease wie es neudeutsch so schön heißt und wie ich es bei vielen Krebsbloggern immer wieder lese und mich für sie freue.

Stabil ist besser als Verschlechterung.

Ich habe eine Weile über dieses „damit müssen Sie leben“ nach gedacht.

Johannes Oerding singt in seinem Song Kaleidoskop so schön:

„Es heißt die Hoffnung stirbt zuletzt, dass heißt aber auch sie stirbt nicht jetzt!“

Recht hat er!

Wo kämen wir bzw. ich hin, so ohne Hoffnung?

Ja, ich werde nicht mehr die von vor der Diagnose.

Ja, vieles hat sich verändert an mir, in mir und dadurch auch um mich herum.

ABER ICH LEBE!

Und ich lebe ein gutes Leben.

Und so lange ich immer wieder in der Lage bin, meinen Alltag, mein Yoga, Meditation usw. neu auszurichten und dem jeweiligen Zustand anzupassen, ist die Hoffnung noch lange nicht verloren.

Vielleicht ist das, dieses Ding mit der Akzeptanz???

Sommer, Sonne, schwarze Höschen – ein Fotoevent für mehr Selbstliebe

Wenn sich Ende Juni an Krebs erkrankte Frauen in schwarzen Höschen für ein Fotoshooting im Umland von Brandenburg/Havel bereit machen, dann kann das nur das „Schön&Stark“ Fotoevent sein.

Franziska Günther lädt nun schon zum 5. Mal zu diesem tollen Event ein und ich durfte dieses Jahr zum dritten Mal mit dabei sein.

 

Das Ziel unseres Fotoevents war es ein neues Mutmacherfoto für das Projekt „schön & stark – Frauen mit Krebs“ zu erstellen, um damit allen Betroffen Kraft zu geben und sie darin zu bestärken sich selbst mehr zu lieben und anzunehmen, so wie sie sind. In diesem Jahr war es durch die kleine und begrenzte Teilnehmerzahl möglich, das alle miteinander ins Gespräch gekommen sind, neue und bekannte Gesichter wieder gesehen haben und gemeinsam eine kleine Meditation mit Lea von KrebsKokon zu machen.

Entstanden sind, wie immer bei Franziska, wundervolle Fotos, die an Krebs erkrankte Frauen voller Lebensfreude zeigen.

Frauen, die den Mut haben sich mit all ihren Narben und körperlichen Veränderungen zu zeigen.

Frauen, die ihren Körper akzeptieren und lieben so wie er ist.

Frauen, die das Leben lieben.

In diesem Jahr wurden wir nicht nur von Lea Gall für den Wohlfühlmoment begleitet, sondern auch von Susanne Wagner und Katja Waller geschminkt und von Ester von LaMesma mit Höschen ausgestattet.

Danke euch allen, denn ohne eure ehrenamtliche und endgeldlose Arbeit, wäre das alles nicht möglich gewesen.

 

Da wir gerade beim Geld sind ….

Das Fotoshooting war in diesem Jahr erstmals mit doch relativ hohem Eigenanteil verbunden, den sich nicht jede Frau leisten konnte. Auch Franziska und ihr Team haben +/- Null gearbeitet und hoffentlich nicht noch drauf zahlen müssen für Location, Catering und Co.

Wenn Ihr Franziska und ihr Fotoevent und auch ihre wundervollen Einzelshootings unterstützen wollt, dann spendet gern:

PayPal an schoenundstark@dfb-brandenburg.de


per Überweisung an den
Demokratischer Frauenbund, LV Brandenburg e.V.
Mittelbrandenburgische Sparkasse
IBAN: DE86 16050000 350 301 00 59
BIC: WELADED1PMB

Verwendungszweck: Zweckgebunden für das Projekt „Schön&stark Fotoevent“

Jeder Euro zählt!

 

Ihr könnt Franziska auch gern kontaktieren

Mail: schoenundstark@franziskaguentherfotografie.de

Und ihr auf ihren Instagram und/oder ihrer Website folgen.

Außerdem könnt ihr den „Lebe selbstvoll“ Podcast überall da wo es Podcasts gibt regelmäßig verfolgen und das Buch zum Projekt kaufen.

 

Kleiner Tipp, ab Januar 2024 kann man sich wieder für das Shooting anmelden. Sicher auch eine schöne Geschenkidee für eine betroffene Frau, der das Geld, aber nicht der Mut dazu fehlt.

Krebs und jetzt? – Das Leben ist schön

Bis jetzt ging alles gut.
Was uns trotzdem ständig begleitet:
Die Angst. Die Angst vor Metastasen, Rezidiv oder einem neuen Tumor.
Auch wenn alles gut ging. Vor jeder Nachsorge ist es meist da, dieses unsichere Gefühl.
Auch sonst ist Frau schneller verunsichert wenn etwas zwickt.
Da sind Sie dann, die Gedanken an einen Rückfall.
Ich bin ehrlich: diese Angst wird uns immer bleiben.
Was wir lernen können ist mit der Angst umzugehen. Wenn wir uns bewusst machen wie gefährlich Autofahren ist z. B. Täglich passieren Unfälle mit Todesfolge. Trotzdem steigen viele täglich ganz unbekümmert ins Auto. Wir schaffen es ganz gut die Angst vor einem schweren Unfall zu verdrängen.
Angst raubt viel an Lebensfreude.
Vor Angst übersieht man leicht die schönen Dinge im Leben.
Wie schön es ist wenn morgens der Kaffeeduft in die Nase weht, der Geruch frisch gebackener Semmeln. Das Duschwasser was sanft auf den Körper prasselt. Ein schöner Sonnenaufgang. Die ersten Blumen die Ihre Knospen öffnen…….
Kleine Momente die uns das Leben schön machen.
Je bewusster wir lernen diese Kleinigkeiten zu schätzen und zu beachten, je besser werden wir die Angst zurückdrängen.
Das Leben ist schön.
Keiner hat behauptet, es ist immer einfach.
Lasst uns versuchen jeden Tag so zu gestalten und zu leben, als gäbe es kein Morgen mehr. Denn niemand weiß wann der Zeitpunkt kommt wenn es kein Morgen mehr gibt.
Dazu gibt es auch ein schönes Gedicht:
Später .., wann ist das ?
Kaum hat der Tag begonnen und schon ist es sechs Uhr abends.
Kaum am Montag angekommen und es ist schon wieder Freitag.
… und der Monat ist vorbei.
… und das Jahr ist fast vorbei.
… und schon 30, 40, 50 Jahre unseres Lebens sind vergangen.
Man realisiert, wie viele Menschen wir schon verloren haben.
Eltern, andere Verwandte und viele Freunde und Bekannte. Ein Zurück gibt es nicht.
Also versuchen wir die Zeit zu genießen, die uns bleibt!
Lasst uns nicht aufhören Aktivitäten zu haben, die uns gefallen.
Lasst uns Farbe in unseren grauen Alltag bringen!
Lächeln wir über die kleinen Dinge des Lebens, die Balsam in unsere Herzen bringen.
Wir sollten die Zeit, die uns bleibt mit Gelassenheit und Zuversicht genießen.
Versuchen wir das Wort „später“ zu eliminieren.
Ich mache es später…
Ich sage später…
Ich denke später darüber nach…
Wir lassen alles für später.
Später ist es zu spät!
Denn was man nicht versteht ist:
Später ist der Kaffee kalt…
Später ändern sich die Prioritäten…
Später ist der Charme gebrochen…
Später geht die Gesundheit vorbei…
Später werden Eltern älter…
Später werden die Versprechen vergessen…
Später wird der Tag die Nacht…
Später endet das Leben…
Und danach ist es zu spät….
Also… lassen wir nichts für später…
Denn in der Zwischenzeit können wir die besten Momente verlieren.
Die besten Erfahrungen.
Die beste Familie.
Die besten Freunde.
Der Tag ist heute…♥️
der Moment ist Jetzt!
Eure Imke Neuber und Anett Kaczmarek