
Leben mit und nach Brustkrebs, Lymphoedem. Achtsamkeit, Waldbaden, Psychoonkologische Begleitung und vieles mehr


Wie bringst du am Abend mehr Achtsamkeit in deinen Tagesabschluss? Wie wird dein Abend entspannt?
Letzte Woche beim Morgen Ritual hatte ich ja geschrieben, das der Morgen eigentlich schon am Abend gestartet wird.
Also räume dir alles her, was du für Morgen benötigst. Bereite dein Frühstück vor, deine Arbeitstasche, …
Schreibe eine ToDo Liste mit den wichtigen Aufgaben für morgen, aber bitte nicht zu voll machen.
Manches hat auch noch Zeit und kann erledigt werden, wenn die wichtigsten Dinge abgearbeitet sind.
Hast du auch schon bemerkt, dass du leichter einschlafen kannst, wenn du den Abend in Ruhe abschließt und nicht noch stundenlang am Computer oder Handy bist, bevor es ins Bett geht? Zumindest ist es hilfreich, den Darstellungsmodus des Handys/Laptops ab einer gewissen Uhrzeit, spätestens aber 1 Stunde vor dem Zubettgehen auf den Nachtmodus umzuprogrammieren. Das gelbe Licht fördert das natürliche Müde werden, während das blaue (meist als ganz normal eingestellt) dich wach bleiben lässt. Das blaue Licht fördert höchstens Augenringe.
Überlege! Wie soll dein Abend aussehen? Wann möchtest du ins Bett gehen, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein? Wie kannst du am besten abschalten und zur Ruhe kommen?
Hier findest du einige Ideen:
• Yoga oder Meditation zum entspannen
• Duschritual
• ein Buch lesen, Musik hören
• Glückstagebuch schreiben
Versuche auch nicht zu streng zu dir zu sein, wenn du es nur an manchen Abenden schaffst. Hauptsache, du gehst es überhaupt an.
Wie sieht dein Abend so aus? Erzähl doch mal!
Deine Anett
Alle anderen Beiträge zum Thema Zeit für dich, findest du hier im Blog unter dem Label „Zeit für dich“

Morgen Routine
Achtsamkeit fängt morgens an. Na ja eigentlich schon am Abend …
Stehe morgens nicht zu knapp auf. Wenn du ausreichend Zeit am Morgen hast für Bad, Frühstück ect., dann startet der Tag nicht gleich im Stress und so mancher Morgenmuffel kommt so schön in Ruhe in Tritt. Also stell den Wecker lieber ein paar Minuten früher.
Apropos Wecker.
Es wacht sich auch ganz anders auf, wenn es kein schriller Alarmton ist, der dich sofort 3m über der Matratze stehen lässt. Probiere es mal aus.
Greif nach dem Aufwachen nicht direkt zu deinem Smartphone, sondern bleib ein paar Minuten ruhig liegen oder setz dich an die Bettkante. Starte gedanklich den Tag. Worauf freust du dich? Was für Herausforderungen bringt der Tag mit sich?
Gerne kannst du auch eine kleine Meditation durchführen, aber aufpassen – nicht wieder einschlafen. Dazu also besser hinsetzen.
Wer morgens duscht, der greift dann besser zu belebenden Duschgels oder festen Seifen. Da darf es gern fruchtig sein oder Zitrusdüfte, was euch da so zusagt.
Plane deinen Tag schon am Abend vorher mit einer kleinen ToDo Liste.
WICHTIG! Lass die ToDo Liste nicht zu lang werden! Das verursacht schnell das Gefühl von „das schaff ich doch nie alles“
Überlege, was heute unbedingt sein muss und was auch morgen noch erledigt werden kann. Nach einiger Zeit hast du das dann so verinnerlicht, dass du keinen Berg von Aufgaben mehr vor dir her schiebst. Dazu gibt es nach den Routinen noch einen Post für dich.
Ich habe im Bild oben geschrieben „Frühstücke in Ruhe und gesund“
Ich weiß, es gibt viele unter euch, die morgens nicht essen können oder die keine Lust haben sich dann noch hin zustellen und sich ein Frühstück vorzubereiten.
Ich selbst war am Anfang meines Arbeitslebens, immerhin schon gut 25 Jahre her, auch der Typ Tasse Kaffee und los. In der Schwangerschaft hat mein Körper mir dann signalisiert, dass ich morgens wenigstens was Kleines essen muss, sonst Übelkeit und auch mal schwarz vor Augen. Danach hat wieder der Kaffee genügt. Und seit der Krebserkrankung, wechselt es immer mal. Entweder Intervallfasten oder gerade jetzt wo es wieder kälter wird, gerne auch mal ein Porridge.
Ich achte da auf meinen Körper, weniger auf starre Vorgaben.
Übrigens ein Frühstück kann man sich auch abends vorbereiten.
Overnight Oats heißt das in Neudeutsch – Frühstück im Glas hab ich es immer genannt. Haferflocken, Obst, Joghurt oder Quark, alles in ein Glas am Abend fühlen, zuschrauben und über Nacht in den Kühlschrank. Am Morgen nur noch essen.
Wenn man die Zubereitung von Porridge einmal für sich intus hat, lässt sich das auch gut vorbereiten. Obst kann man schon abends zurecht machen, Haferflocken, Topf ect. alles schon bereit stellen und dann kann es am morgen los gehen.
Und natürlich gibt es nichts schöneres für mich als das Sonntagsfrühstück oder ein Frühstück im Hotel, wo man nach Herzenslust mal schlemmen und genießen kann ohne auf Arbeit oder zum Termin zu müssen.
Und wer morgens wirklich nichts essen kann, der nimmt sich eben was für später mit.
Wie startet ihr in den Tag?
Erzählt doch mal.
Eure Anett
Alle weiteren Zeit für dich – Momente findest du hier im Blog unter dem Label „Zeit für dich“.
Statistisch gesehen, erkrankt eine von acht Frauen in ihrem Leben an Brustkrebs.
Ich bin 1 von 8.
2018 im Juni erfuhr ich von meiner Brustkrebsdiagnose, da war ich gerade einmal 41 Jahre alt.
Im Oktober wird jedes Jahr vermehrt auf Brustkrebs hingewiesen, aufgeklärt, neueste Forschung ins Licht gerückt, zur Vorsorge aufgerufen und auch über die Betroffenen selbst berichtet.
Die Betroffenen?
Ja ich schreibe bewusst nicht die Frauen, denn es können ebenso auch Männer Brustkrebs bekommen. Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts Berlin etwa 770 Männer jährlich und 66.800 Frauen in Deutschland wohlgemerkt, nur in Deutschland!
Zahlen, die mich immer wieder erschrecken. Man könnte fast glauben, dem Krebs nicht entkommen zu können.
Was einen zukünftig in puncto eigener Gesundheit erwartet, das weiß keiner, aber man kann einiges dafür tun, um vor zu beugen oder früh zu erkennen.
Vorbeugen geht in sofern, als das man einfach gut auf sich und seinen Körper achtet. All das, was seit Jahren gebetsmühlenartig immer wieder angeführt wird, gilt hier natürlich auch. Gesundes gutes Essen, ausreichend Trinken, Bewegung, Entspannung, wenig bis kein Alkohol usw. – ich denke das muss ich hier nicht noch einmal alles aufführen.
Vorsorge beziehungsweise Früherkennung geht in sofern, als das man die Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen wahrnimmt und sich auch selbst regelmäßig selbst untersucht.
Darauf weisen viele meiner Krebsblogger Freundinnen, hier das Bild von Michaela „Krebs nicht mit mir!“, an jedem 1. des Monats hin.
„Tastet eure Brüste ab“ heißt es da immer. Das gilt auch für die Männer!

Männer sollten aber außerdem einmal monatlich ihre Hoden untersuchen. „Check your nuts“ oder „Check your balls“ heißt die Kampagne dazu.

Aber was ist eigentlich nach dem pinken Oktober?
Wenn all die tollen Veranstaltungen und Aktionen vorbei sind und alle Produkte mit der pinken Schleife verkauft?
Dann sind es „nur“ die Krebsgesellschaften, Selbsthilfegruppen/-verbände und Betroffene, die darauf aufmerksam machen.
Ich möchte nicht, das Krebs 24 Stunden täglich Thema ist, das würde einen ja vollkommen verrückt machen, aber ich möchte ein Bewusstsein dafür wecken, das Krebs egal welche Art ganzjährig Saison hat.
Das Krebs in sehr vielen Fällen glücklicherweise heilbar ist, es aber ebenso viele Menschen mit Spätfolgen oder Metastasierung gibt, die ihren Alltag tapfer bestreiten ohne das darüber berichtet wird.
Das Krebs zur Existenzbedrohung werden kann.
Ich möchte immer und immer wieder (vielleicht war ich mal eine Gebetsmühle) darauf aufmerksam machen, dass eben nach der sogenannten Heilungsbewährung von 5 Jahren, nach überstandener Therapie nicht wieder alles in Butter ist.
Ich möchte euch Tipps an die Hand geben, wie ihr mit Erkrankten umgehen könnt oder wenn es euch doch selbst erwischt hat, wo man Hilfe findet, denn dazu gibt es immer noch viel zu wenig Wissen in der Gesellschaft, aber sehr gutes Material in Form von Büchern oder Broschüren zum Teil von Betroffenen wie mir.
Deswegen gibt es diesen Blog hier, er wurde mit der Diagnose 2018 geboren. Weil mir diese Informationen damals gefehlt haben, weil ich sie umständlich suchen musste, weil ich in der ersten Zeit niemand selbst betroffenen fragen konnte.
Deswegen bitte ich euch immer wieder, meine Post’s zu teilen, den Blog oder gleich die Seite zu abonnieren und mich weiter zu empfehlen.
Eure Anett
Fatigue war das Thema im Live bei Instagram am Freitag den 24.2. bei Dr. Sabrina Han und mir.
https://www.instagram.com/tv/CpC7N5IIvmS/?igshid=MDJmNzVkMjY=
Nach den vielen Nachrichten und lieben Kommentaren, ist mir mal wieder klar geworden, wie unbekannt Fatigue doch trotzdem ist.
Deswegen heute hier noch mal zum nachlesen, ausdrucken und wie immer teilen, teilen, teilen.

Wikipedia beschreibt es so:
Die Bezeichnung Fatigue ([faˈtiːɡ], englisch/französisch; „Müdigkeit, Ermüdung, Abgespanntheit, Erschöpfung“), selten auch Fatigue-Syndrom, wurde 2000 von Gregory Curt definiert als „signifikante Müdigkeit, erschöpfte Kraftreserven oder erhöhtes Ruhebedürfnis, disproportional zu allen kürzlich vorangegangenen Anstrengungen“
Fatigue ist fachlich ausgedrückt ein Symptomkomplex oder wie ich immer sage – ein Chamäleon.
Wenn bekannt, dann wissen die meisten von bleierner Müdigkeit, das man kraftlos ist.
Leider ist Fatigue so viel mehr:
◦ Körperliche Erschöpfung, die nicht relevant zur körperlichen Belastung steht
◦ Schnell auftretende körperliche Erschöpfung
◦ Schweregefühl in den Gliedmaßen
◦ Erschöpfung lässt sich nicht oder nur gering mit Pause oder Schlaf beseitigen
◦ Geistige Erschöpfung
◦ Kopf fühlt sich leer an, wie „Stecker gezogen“
◦ Schnelle Reizüberflutung
◦ Ablenkbarkeit
◦ Geringe Aufmerksamkeitsspanne
◦ Drang nach Ruhe, reizarmer Umgebung
◦ Konzentrationsschwäche
◦ Störungen Kurzzeitgedächtnis
◦ Wortfindungsstörungen
◦ Gestörter Schlafrhythmus
◦ Alles wächst einem über den Kopf
◦ Antriebslosigkeit
◦ Trauer, Reizbarkeit
◦ Wunsch sich zurückzuziehen
◦ Depressive Verstimmung infolge des Fatigue
und und und
Es gibt noch viele weitere Symptome, die von Patient zu Patient und auch von Grunderkrankung zu Grunderkrankung verschieden sind.
Zum Beispiel gibt es tumorbedingte Fatigue, es gibt Fatigue nach Viruserkrankungen gerade als Teil von LongCovid vielen ein Begriff, es gibt Fatigue bei Multipler Sklerose und und und.

Fatigue ist schwer zu diagnostizieren und das ist auch der Grund, warum sich viele Betroffene lang damit quälen, in die Psychoecke abgestellt oder gar als faul hingestellt werden.
All das, habe ich in meiner Tätigkeit in der Selbsthilfe und auch über Follower schon erfahren müssen.
Grundsätzlich sollte natürlich beim Auftreten dieser Symptome erst einmal eine klinische Diagnostik erfolgen.
Kontrolle von Blutbild, Schildrüsenwerten, Leber, Niere, Diabetesprofil und eventuell auch, je nach Blutbild Status, Eisen, Ferritin, Vitamin B12 und Vitamin D und Selen.
Sollte dein Hausarzt das nicht über die Kasse laufen lassen wollen/können/dürfen, dann zur Not auch selbst bezahlen. Je nach Labor muss man mit um die 50€ rechnen. Gut investiertes Geld, um dem Ding auf die Schliche zu kommen.
Auch eine körperliche Untersuchung wird der Arzt vornehmen und da Blutdruck, Puls, Herzrhythmus kontrollieren und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie EKG, Ultraschall, … veranlassen.
Es wird geprüft ob es eventuell an Medikamenten liegen kann, die du nimmst und ob es ein Problem mit der Ernährung gibt.
DU kannst indes schon mal vorbereiten ein Fatigue Tagebuch führen.
Darin schreibst du auf, was du den Tag über gemacht hast, wann du aktiv warst, wann du dich ausgeruht hast/mußtest und wie du dich dabei gefühlt hast.
Dadurch ist es zum einen möglich zu erkennen, ob die Symptome mit körperlich/geistiger Anstrengung in Verbindung stehen oder eben nicht.
Wichtig für den Arzttermin!
Und im zweiten Schritt, kannst du für dich erkennen, was dir gut tut, was dir Energie raubt und wie viel und wie lange es dauert, bis du dich wieder fit fühlst.

Der Alltag gestaltet sich leider nicht ganz einfach.
Wie im Live auf Instagram bereits gesagt, ist ein großer Bestandteil die Akzeptanz des eigenen Zustandes und auch das Informieren von Familie, Freunden, Kollegen, Arbeitgeber. Letzteres geht natürlich am besten mit Diagnose, ich weiß.
Aber für dich selbst und dein nahes Umfeld ist dieser Post hier ja schon mal ein Anfang, um sich grob einen ersten Überblick zu verschaffen.
Weiterführende Informationen findest du bei der Deutschen Fatigue Gesellschaft
https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de/

Gestalte deinen Tagesablauf bewusst, indem du deine Kräfte und Termine gut einteilst und planst.
Nimm dir bewusst Zeit für dich.
Du musst nicht regelmäßig zu einem Wellness Wochenende oder täglich 2h irgendwo abtauchen, 30min für dich allein mit einem Kaffee oder Tee, mit schöner Musik, mit Kerze oder in der Badewanne genügen, sofern du es regelmäßig tust.
Gib Aufgaben ab, sortiere nach Priorität.
Wenn deine Familie und dein Umfeld Bescheid wissen, fällt es dir wahrscheinlich auch leichter mal etwas abzugeben.
Hab ich auch lernen müssen, ich war immer so ein „ach gib her, mach ich selber“ Typ.
Verabschiede dich wo immer es geht vom Perfektionismus!
Unsere Gesellschaft ist auf perfekt, auf Ideale getrimmt; die meisten davon in unerreichbarer Ferne selbst für Ottonormalos.
Überlege dir also mal, was für dich unbedingt sein muss und was alles auch herrlich unperfekt sein darf.
Gerade beim Thema Haushalt scheiden sich da ja sehr oft nicht nur die Geister. Aber Internet sei Dank gibt’s da ganz nützliche Hilfen.
ToDo Listen, was man wann macht, damit auch die Dinge die nur in großen Abständen erledigt werden müssen nicht vergessen werden und du selbst aber das Gefühl hast, das du deinen Haushalt im Griff hast.
Mir hilft da ganz gut Ordnungsnebenbei auf Instagram, aber es gibt noch viele weitere Angebote, du dürftest was passendes finden.
Verlinkt hab ich es aber trotzdem mal (ich bekomme nix dafür!).
https://instagram.com/ordnungnebenbei?igshid=YmMyMTA2M2Y=

Es wird ja in 90% der Artikel und Empfehlungen propagiert – Sport machen hilft.
Zack Druck aufgebaut!
Hier sei gesagt:
Ja Sport hilft, in der richtigen Dosis, ohne Zwang und ganz wichtig es soll dir Spaß machen!
Geeignet sind Sportarten mit sogenannter moderater Anstrengung
◦ Nordic Walking
◦ Radfahren
◦ Schwimmen
◦ angeleitetes Krafttraining
◦ Yoga
◦ Reha-Sport
◦ Tanzen
Hier bitte unbedingt beachten:
Nicht überanstrengen, da dies die Fatigue wieder verstärken kann. Lieber mit geringer Intensität beginnen und dann schrittweise erhöhen, ebenso Dauer und Häufigkeit.
Hier hilft dir wieder dein Fatigue Tagebuch.
Du hast bis zum Ende durchgehalten?
Glückwunsch.
Auch wenn du in Etappen gelesen hast.
Glückwunsch.
Nun ist es an dir, es in die Welt hinaus zu tragen, damit den vielen Betroffenen mehr Verständnis und Hilfe entgegen gebracht werden kann.
Bis zum nächsten Mal
Deine Anett
Ach ganz wichtig. Ich gebe hier MEIN Wissen wieder, es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt ganz logisch keinen Arzt!!!
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