Atemmeditation – Ankommen im eigenen Rhythmus


Die Atemmeditation ist eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Formen der Achtsamkeit.
Sie braucht keine besondere Umgebung, keine Vorbereitung, keine Stille im Außen.

Alles, was du brauchst, trägst du bereits in dir: deinen Atem.

Setz dich bequem hin oder lege dich entspannt ab.
Und dann beginne einfach zu beobachten.

Beobachte deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen.
Spüre, wie sich dein Brustkorb hebt und wieder senkt.
Wie sich dein Bauch ausdehnt und zurückzieht.
Wie die Atemluft in dich einströmt – kühl, frisch – und wieder ausströmt – warm, weich, vertraut.

Lass deinen Atem kommen und gehen, ganz natürlich, ganz mühelos.

Manchmal wird es dabei im Kopf laut. Gedanken springen, drängen, kommentieren.
Das ist vollkommen normal.

Dein Geist tut nur das, was er gewohnt ist.

Wenn du merkst, dass du abschweifst, lade ihn freundlich zurück – ohne Druck, ohne Bewertung.

Wenn deine Gedanken gar keine Ruhe geben, kannst du deinen Atem zählen:

  • Auf 4 einatmen
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 4 den Atem halten
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 6 ausatmen
    1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6
  • Eine kurze Atempause
    1 – 2 – 3 – 4

Und dann beginnt der Rhythmus von vorn.
Sanft. Gleichmäßig. Tragend.

Diese kleine Atemfolge schenkt deinem Geist eine Aufgabe, damit er sich beruhigen kann. Gleichzeitig hilft sie deinem Körper, in einen ruhigeren, klareren Zustand zu finden.

Wenn du die Übung beendet hast, nimm dir einen Moment Zeit.
Spüre nach.

Wie hat sich das für dich angefühlt?
Konntest du deinem Atem folgen – und nicht deinen Gedanken?


Du möchtest mit mir arbeiten – vielleicht tiefer in die Meditation eintauchen, mehr Ruhe in deinen Alltag bringen oder herausfinden, welche Form der Achtsamkeit dir guttut.
Dann kontaktiere mich gern.
In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was du brauchst.

Gemeinsam finden wir heraus, wie ich dich unterstützen kann – sanft, alltagsnah und in deinem eigenen Tempo.

Gehmeditation für den unruhigen Körper und Geist


Manchmal ist der Körper zu unruhig, um still zu sitzen.
Manchmal kreisen die Gedanken so schnell, dass Stille eher Druck als Entlastung erzeugt.

Genau dann kann Gehmeditation ein liebevoller Weg sein, um wieder bei dir anzukommen.

Gehmeditation bedeutet, Schritt für Schritt in den Moment zurückzufinden. Du musst nichts festhalten, nichts erzwingen, nichts „richtig“ machen.
Du gehst einfach – und lässt deinen Atem, deinen Rhythmus, deinen Körper den Weg bestimmen.

Es ist eine Meditation, die Bewegung erlaubt.
Eine Meditation, die dich mitnimmt, statt dich zu bremsen.

Eine Meditation, die deinem unruhigen Körper Raum gibt und deinem Geist eine Aufgabe: den nächsten Schritt.

Beim Gehen spürst du, wie deine Füße den Boden berühren.

Wie sich dein Gewicht verlagert.

Wie die Luft deine Haut streift.

Wie dein Atem sich einpendelt.

Du wirst langsamer, weicher, klarer – nicht, weil du es musst, sondern weil es ganz von selbst geschieht, wenn du dich dem Gehen hingibst.

Gehmeditation ist wie ein leiser Dialog zwischen dir und der Erde:
Ich bin hier. Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug.

Sie hilft dir, aus dem Kopf in den Körper zu kommen. Aus dem Denken ins Spüren. Aus der Unruhe in eine sanfte, natürliche Bewegung, die dich trägt.


Mini-Übung: Gehmeditation für unruhige Momente

  1. Beginne dort, wo du gerade bist.
    Du brauchst keinen besonderen Ort. Ein Flur, ein Gartenweg, ein Stück Wald, ein Zimmer reichen völlig.
  2. Nimm einen Atemzug, bevor du losgehst.
    Spüre deine Füße am Boden. Lass die Schultern sinken.
  3. Setze einen ersten Schritt – bewusst.
    Spüre, wie der Fuß abrollt. Wie der andere folgt. Finde deinen eigenen Rhythmus.
  4. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Gehen.
  • Wie fühlt sich der Boden an
  • Welche Bewegungen entstehen im Körper
  • Wie verändert sich dein Atem
  1. Wenn Gedanken kommen, nimm sie wahr und lass sie weiterziehen – wie Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Kehre sanft zu deinen Schritten zurück.
  2. Beende die Übung bewusst.
    Bleib kurz stehen. Spüre nach. Vielleicht ist etwas weicher geworden. Vielleicht auch nicht. Beides ist vollkommen in Ordnung.

Meditation bedeutet, Dinge achtsam zu tun


Meditation muss nicht immer still, sitzend oder feierlich sein.
Sie kann mitten im Leben stattfinden – genau dort, wo du gerade bist.

In der Küche. Im Garten.Am Schreibtisch. Auf dem Weg zur Arbeit.

Meditation beginnt in dem Moment, in dem du voll und ganz bei dem bist, was du gerade tust.

Achtsam zu handeln bedeutet, dich nicht von Gedanken in die Zukunft ziehen zu lassen.
Nicht schon beim nächsten Termin zu sein, nicht bei der übernächsten Aufgabe, nicht bei dem, was „auch noch“ erledigt werden müsste.

Es bedeutet, jetzt zu sein. In diesem Atemzug. In dieser Bewegung. In dieser Handlung.

Wenn du Kaffee zubereitest, dann spüre den Duft, höre das leise Knistern, beobachte, wie sich die Wärme ausbreitet.
Wenn du arbeitest, dann widme dich dieser einen Aufgabe, ohne nebenbei gedanklich Listen zu schreiben.
Wenn du im Garten bist, dann fühle die Erde, das Licht, die Ruhe, die dich trägt.

Meditation heißt:
Deine Aufmerksamkeit gehört diesem einen Moment.
Nicht mehr und nicht weniger.

Es ist eine liebevolle Entscheidung, dem Leben nicht hinterherzulaufen, sondern es bewusst zu berühren.
Schritt für Schritt. Handlung für Handlung. Atemzug für Atemzug.

So wird Meditation zu etwas ganz Alltäglichem – zu einer Haltung, die dich erdet, klärt und stärkt, ohne dass du dafür extra Zeit freischaufeln musst.
Sie wächst dort, wo du ihr Raum gibst: mitten im Tun.


Mini-Übung: Achtsamkeit im Tun

  1. Wähle eine kleine Tätigkeit, die du heute ohnehin machst:
    Kaffee kochen, Zähne putzen, Geschirr abwaschen, eine Pflanze gießen, eine E-Mail schreiben.
  2. Bevor du beginnst, halte für einen Atemzug inne.
    Spüre deine Füße am Boden. Lass die Schultern sinken.
  3. Widme dich nun dieser einen Aufgabe – und nur ihr.
    Beobachte, was du tust:
  • Welche Bewegungen machst du
  • Welche Geräusche entstehen
  • Welche Gerüche, Farben oder Texturen nimmst du wahr
  1. Wenn Gedanken abschweifen, bemerke es freundlich – ohne Bewertung – und kehre sanft zur Tätigkeit zurück.
  2. Beende die Aufgabe bewusst.
    Nimm wahr, wie es sich anfühlt, etwas mit voller Präsenz getan zu haben.

Diese kleine Übung dauert oft nicht länger als eine Minute – und doch verändert sie die Qualität deines Tages.


Atemübung gegen Stress, Ärger oder Wut

„Hol mal tief Luft!“

Heißt es oft so schön, wenn der Stress oder Ärger oder gar Wut überhand nehmen.

Und tatsächlich kannst du mit einer einfachen Atemübung – der Seufzeratmung – Entspannung erzeugen.

Normalerweise atmest du etwa 10 bis 15 mal in der Minute. Ganz automatisch, ohne das du etwas dafür tun musst. Dein Körper kann das normalerweise ganz alleine.

Bei Stress, Wut oder Ärger kommt es aber häufig dazu, dass du flach atmest, dadurch wird nur der obere Brustkorb belüftet und das führt dazu, dass der Körper in eine Stresssituation gerät. Muskeln spannen sich an, die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen. Das wiederum verstärkt den Stress, den du gerade eh schon hast. Und wer dauernd im Stress ist, atmet die meiste Zeit flach – ein ewiger Kreislauf, ungünstig für deine Gesundheit.

Mit dem tiefen Atem beziehungsweise mit der Seufzeratmung, kannst du diesen Kreislauf unterbrechen und dich auch für einige Minuten aus der Situation nehmen, was oft Wunder wirkt.

Wie geht denn diese Seufzeratmung?

Am effektivsten ist sie im Stehen, ich erkläre dir aber auch die Variante im Sitzen wegen der Kollegen und so …

Variante im Stehen

Du stellst dich hin, deine Füsse sind etwa eine handbreit auseinander, deine Arme hängen locker an der Seite nach unten.

Jetzt atmest du erst einmal ganz normal ein und aus und beobachtest deinen Atem.

Mit dem nächsten Einatmen, hebst du deine Arme nach oben und atmest tief und lang ein.

Beim Ausatmen, lässt du deine Arme nach unten fallen, kannst auch den Oberköprer vorn über beugen und einen Seufzer oder Schnaufer von dir geben.

Das wiederhole 2 bis 3 Mal und beobachte, wie der Stress, Wut, Ärger von dir abfallen.

Variante 2

Diese Variante eignet sich, wenn du den Raum nicht verlassen kannst oder nicht allein im Raum bist.

Setze dich aufrecht hin und beobachte kurz deine Atmung.

Nimm einen tiefen Atmenzug und ziehe deine Schultern dabei nach oben.

Beim Ausatmen lässt du deine Schultern fallen, eventuell kannst du ja auch deinen Atem auspusten.

Auch hier wiederholst du das Ganze 2 bis 3 Mal und kannst auch im Anschluss noch mal die Schultern kreisen. Beobachte wie Stress, Ärger und Wut sich verringern oder auflösen.

Ich denke, das wird keiner übermäßig auffällig finden, denn Rücken haben wir ja alle irgendwie, wenn wir länger sitzen. Geht auch prima im Wartezimmer, wenn mal wieder eine Kontrolluntersuchung ansteht.

Grundsätzlich solltest du dch selbst immer wieder daran erinnern, tief in den Bauch zu atmen, aufrecht zu sitzen – das alles fördert eine gleichmäßige Belüftung von Brustkorb und Bauchraum, vermindert Stress, stärkt die Konzentration und verringert den Blutdruck.

Du möchtest noch mehr Atem Tipps?

Dann schau doch mal bei Nicole Büsching vorbei, sie ist Atemtrainer und kann dir noch so manche gute Übung zeigen, live im Wald oder online.

 

Schlagzeilen – Fluch oder Segen?

Oder vielleicht beides?

Schlagzeilen oder Headlines erzeugen Aufmerksamkeit, das ist ihr Job.

Man soll den Artikel lesen, die Website besuchen, die Zeitung kaufen. Es wird auf ein Thema aufmerksam gemacht, oft mit provokanten Schlagzeilen.

Hat das geklappt, dann kommt es darauf an, ob der Text inhaltlich verspricht was die Schlagzeile verkündet hat.

Schlagzeilen sind oft krass formuliert und funktionieren, dass habe ich hier im Blog auch schon festgestellt.

Schlagzeilen können aber auch bestimmte Menschen triggern oder verletzen. Gerade, wenn es um Gesundheitsthemen geht, oft schwierig.

Heute bin ich über die Schlagzeile „Tumorfatigue – Kniebeugen am Chemotropf“ gestolpert.

Bitte was???

Im Artikel steht dann, dass regelmäßige Bewegung Tumorfatigue verringern kann. Das kann wird wahrscheinlich großzügig überlesen, wird auch nur einmal erwähnt.

Ich hatte sofort das Gefühl, dass man wohl selbst dran schuld ist mit seinem Fatigue, zumindest zu teilen, wenn man nicht körperlich aktiv war während der Chemo.

Kniebeugen am Chemotropf – allein das Bild was ich da im Kopf habe …

Nur im Nebensatz wurde geschrieben „wenn es möglich ist“ – viele Chemopatienten gehören aber genau zu dieser Patientengruppe, der es nicht möglich ist, körperlich aktiv zu sein, geschweige Sport zu machen. Das kann an der Erkrankung liegen, an den Nebenwirkungen, an voran gegangenen Therapien oder Operationen oder am Alter.

Was die wohl empfinden, wenn sie das lesen?

Es wird nicht erklärt, dass es nicht nur Tumorfatigue gibt. Ich hab auch ohne Tumor Fatigue!

Es wird nicht aufgezeigt, wo man da Hilfe bekommt, ob es da Empfehlungen gibt, Infomaterial, ect.

Da ich zusammen mit Dr. Sabrina Han zum Thema Fatigue arbeite, weiß ich nur all zu gut, wie lange man sucht, um an Tools und Trainings zu kommen.

Wenn schon ein Großteil der Ärzteschaft dazu noch kaum informiert ist, wie soll es dann der Patient sein?

Die Schlagzeile hat Wirkung gezeigt!

Ich hab deswegen diesen Post verfasst.

Der eigentliche Artikel wird geteilt in der großen Krebsbubble.

Wie er die Leser zurück lässt, weiß man nicht.

Ich jedenfalls hab mich gefreut, dass das Thema aufgegriffen wurde, hätte mir aber mehr Information und Erklärung gewünscht und nicht dieses komische Gefühl zwischen den Zeilen.

Schlagzeilen – Fluch oder Segen.

Wie siehst du das?

Zeit für dich – tägliche MeTime

Nachdem ich dir ja letzte Woche gezeigt habe, wie du deine monatliche MeTime einplanen und fest integrieren kannst, gibt es heute die tägliche MeTime. Denn da wollen wir hin!

Sich täglich eine kleine Auszeit nehmen, nur für sich, ohne großen Aufwand und je nach Person muss auch nicht viel Zeit eingeplant werden – das entscheidest du für dich selbst.

Wie du oben im Bild siehst, braucht es für die tägliche MeTime nicht viel.

Lieber täglich kleine Momente, als wöchentlich oder gar monatlich etwas Großes. Was natürlich nicht heißen soll, das du auf monatliche Termine wie Fußpflege, Kosmetikerin, Massage, … verzichten sollst. Im Gegenteil, nimm auch diese wahr und vor allem plane sie regelmäßig ein.

Ich habe zwar nur bei der Kaffeepause extra dazu geschrieben, dass du da bitte dein Handy ausmachst oder weg legst, aber das gilt grundsätzlich immer für deine MeTime. Es ist einzig und allein deine Zeit. Und ich denke, die zeitlich kurzen Vorschläge lassen sich auch gut im Familienalltag einbauen. 10 bis 20min geht’s ab einem gewissen Alter auch mal ohne Mama.

Den Spaziergang an der frischen Luft kannst du zum Beispiel auch in der Mittagspause machen, gerade jetzt wo es wieder früh dunkel wird. Dann lieber die Natur am tage genießen, ideal natürlich im Park, am Fluss oder im Wald.

Dabei nimmst du mal alles um dich herum wahr, die Farben, die Gerüche, die Geräusche und auch wie sich der Boden während des Laufens anfühlt.

Idealerweise versuchst du auch bei deinem Spaziergang, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, die schöne frische Luft tief in dich aufzusaugen. Kleines Waldbaden quasi.

Wusstest du, dass die Farben der Natur, insbesondere die vielen verschiedenen Grüntöne, von Bildschirmarbeit gestresste Augen beruhigen?

Zum Glückstagebuch hatte ich ja schon einen Beitrag geschrieben, aber ich möchte es natürlich hier nicht unerwähnt lassen. Auch Tagebuch schreiben an sich, wo du deinen tag reflektierst, kann dazu beitragen, am Abend zur Ruhe zu kommen.

Wie wäre es denn mit eine Gesichtsmassage am Abend, unabhängig davon welchem Geschlecht du angehörst, tut es dir gut und gleichzeitig tut man ja auch was für sein Aussehen.  Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Ich persönlich verwende gerne ein gutes Gesichtsöl und genieße einmal monatlich bei Sabrina Klassen den Guasha Abend. Wenn dich das interessiert, schreib mir gern.

 

Wie du siehst, sind es viele kleine Dinge, die du zu deiner MeTime machen kannst, sehr gern auch mehrfach am Tag.

Hast du noch weitere Ideen? Dann schreib mir gern in den Kommentaren.

 

Nächste Woche stell ich dir die Morgen Routine vor.

Deine Anett

 

Alle weiteren Post’s zum Thema Achtsamkeitsmomente, findest du hier im Blog unter dem Label „Zeit für dich“

 

 

 

 

 

 

Zeit für dich – neue Routinen integrieren

 

Ehe ich dir in den nächsten Wochen einige Tipps für deinen Alltag geben möchte, zeige ich dir heute, wie du neue Routinen überhaupt in deinen Alltag integrieren kannst.

Der Mensch, das weiß nicht nur das Sprichwort, ist ein Gewohnheitstier. Es braucht circa 12 Wochen, bis eine neue Routine sich so verfestigt hat, das sie ganz selbstverständlich wird. Es heißt also geduldig sein und dran bleiben.

Wenn du neue Routinen in deinen Alltag integrieren willst, so überlege dir, welche für dich in Frage kommen. Ruhig alle notieren  und dann vielleicht in einer Art Ranking noch mal aufschreiben welche dir am wichtigsten ist.

WICHTIG – starte nur mit einer neuen Routine, wenn die integriert ist, kann die nächste in Angriff genommen werden.

Wenn du startest, dann in kleinen Schritten. Mache es dir einfach durchzuhalten mit wenigen Minuten zum Beispiel und steigere langsam. Nichts ist schlimmer als zu Beginn schon das Gefühl von „das schaff ich doch nie“ zu haben.

Vielleicht magst du deine Familie oder deine beste Freundin in dein Vorhaben einweihen, so ein ganz kleines bisschen „Kontrolle“ von außen, hilft beim durchhalten. Natürlich sollte keiner kommen mit „du musst heute noch ….“, aber wenn dein Umfeld weiß was du vor hast, können sie dich hin und wieder motivieren. Und   ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich selbst besser dran bleibe, wenn ich es meiner Familie oder Freundin gesagt hab, weil dann möchte ich ja auch zeigen, dass ich es schaffen kann.

Erlaube dir (Thema von letzter Woche), dich nicht zu ärgern oder dich schlecht zu fühlen, wenn du es mal nicht geschafft hast. Im Gegenteil, jedes Einhalten ist ein Erfolg! Hauptsache du bleibst dran.

 

Nun interessiert mich natürlich brennend, welche neuen Routinen du eventuell neu integrieren willst oder bei was ich dir gern behilflich sein kann.

Schreib doch gerne dazu in den Kommentaren.

Deine Anett

 

 

 

Ich bin 1 von 8

Statistisch gesehen, erkrankt eine von acht Frauen in ihrem Leben an Brustkrebs.

Ich bin 1 von 8.

2018 im Juni erfuhr ich von meiner Brustkrebsdiagnose, da war ich gerade einmal 41 Jahre alt.

Im Oktober wird jedes Jahr vermehrt auf Brustkrebs hingewiesen, aufgeklärt, neueste Forschung ins Licht gerückt, zur Vorsorge aufgerufen und auch über die Betroffenen selbst berichtet.

Die Betroffenen?

Ja ich schreibe bewusst nicht die Frauen, denn es können ebenso auch Männer Brustkrebs bekommen. Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts Berlin etwa 770 Männer jährlich und 66.800 Frauen in Deutschland wohlgemerkt, nur in Deutschland!

Zahlen, die mich immer wieder erschrecken. Man könnte fast glauben, dem Krebs nicht entkommen zu können.

Was einen zukünftig in puncto eigener Gesundheit erwartet, das weiß keiner, aber man kann einiges dafür tun, um vor zu beugen oder früh zu erkennen.

Vorbeugen geht in sofern, als das man einfach gut auf sich und seinen Körper achtet. All das, was seit Jahren gebetsmühlenartig immer wieder angeführt wird, gilt hier natürlich auch. Gesundes gutes Essen, ausreichend Trinken, Bewegung, Entspannung, wenig bis kein Alkohol usw. – ich denke das muss ich hier nicht noch einmal alles aufführen.

Vorsorge beziehungsweise Früherkennung geht in sofern, als das man die Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen wahrnimmt und sich auch selbst regelmäßig selbst untersucht.

Darauf weisen viele meiner Krebsblogger Freundinnen, hier das Bild von Michaela „Krebs nicht mit mir!“, an jedem 1. des Monats hin.

„Tastet eure Brüste ab“ heißt es da immer. Das gilt auch für die Männer!

Männer sollten aber außerdem einmal monatlich ihre Hoden untersuchen. „Check your nuts“ oder „Check your balls“ heißt die Kampagne dazu.

 

Aber was ist eigentlich nach dem pinken Oktober?

Wenn all die tollen Veranstaltungen und Aktionen vorbei sind und alle Produkte mit der pinken Schleife verkauft?

Dann sind es „nur“ die Krebsgesellschaften, Selbsthilfegruppen/-verbände und Betroffene, die darauf aufmerksam machen.

Ich möchte nicht, das Krebs 24 Stunden täglich Thema ist, das würde einen ja vollkommen verrückt machen, aber ich möchte ein Bewusstsein dafür wecken, das Krebs egal welche Art ganzjährig Saison hat.

Das Krebs in sehr vielen Fällen glücklicherweise heilbar ist, es aber ebenso viele Menschen mit Spätfolgen oder Metastasierung gibt, die ihren Alltag tapfer bestreiten ohne das darüber berichtet wird.

Das Krebs zur Existenzbedrohung werden kann.

Ich möchte immer und immer wieder (vielleicht war ich mal eine Gebetsmühle) darauf aufmerksam machen, dass eben nach der sogenannten Heilungsbewährung von 5 Jahren, nach überstandener Therapie nicht wieder alles in Butter ist.

Ich möchte euch Tipps an die Hand geben, wie ihr mit Erkrankten umgehen könnt oder wenn es euch doch selbst erwischt hat, wo man Hilfe findet, denn dazu gibt es immer noch viel zu wenig Wissen in der Gesellschaft, aber sehr gutes Material in Form von Büchern oder Broschüren zum Teil von Betroffenen wie mir.

Deswegen gibt es diesen Blog hier, er wurde mit der Diagnose 2018 geboren. Weil mir diese Informationen damals gefehlt haben, weil ich sie umständlich suchen musste, weil ich in der ersten Zeit niemand selbst betroffenen fragen konnte.

Deswegen bitte ich euch immer wieder, meine Post’s zu teilen, den Blog oder gleich die Seite zu abonnieren und mich weiter zu empfehlen.

Eure Anett

 

 

 

 

 

 

Krebs und jetzt? – Das Leben ist schön

Bis jetzt ging alles gut.
Was uns trotzdem ständig begleitet:
Die Angst. Die Angst vor Metastasen, Rezidiv oder einem neuen Tumor.
Auch wenn alles gut ging. Vor jeder Nachsorge ist es meist da, dieses unsichere Gefühl.
Auch sonst ist Frau schneller verunsichert wenn etwas zwickt.
Da sind Sie dann, die Gedanken an einen Rückfall.
Ich bin ehrlich: diese Angst wird uns immer bleiben.
Was wir lernen können ist mit der Angst umzugehen. Wenn wir uns bewusst machen wie gefährlich Autofahren ist z. B. Täglich passieren Unfälle mit Todesfolge. Trotzdem steigen viele täglich ganz unbekümmert ins Auto. Wir schaffen es ganz gut die Angst vor einem schweren Unfall zu verdrängen.
Angst raubt viel an Lebensfreude.
Vor Angst übersieht man leicht die schönen Dinge im Leben.
Wie schön es ist wenn morgens der Kaffeeduft in die Nase weht, der Geruch frisch gebackener Semmeln. Das Duschwasser was sanft auf den Körper prasselt. Ein schöner Sonnenaufgang. Die ersten Blumen die Ihre Knospen öffnen…….
Kleine Momente die uns das Leben schön machen.
Je bewusster wir lernen diese Kleinigkeiten zu schätzen und zu beachten, je besser werden wir die Angst zurückdrängen.
Das Leben ist schön.
Keiner hat behauptet, es ist immer einfach.
Lasst uns versuchen jeden Tag so zu gestalten und zu leben, als gäbe es kein Morgen mehr. Denn niemand weiß wann der Zeitpunkt kommt wenn es kein Morgen mehr gibt.
Dazu gibt es auch ein schönes Gedicht:
Später .., wann ist das ?
Kaum hat der Tag begonnen und schon ist es sechs Uhr abends.
Kaum am Montag angekommen und es ist schon wieder Freitag.
… und der Monat ist vorbei.
… und das Jahr ist fast vorbei.
… und schon 30, 40, 50 Jahre unseres Lebens sind vergangen.
Man realisiert, wie viele Menschen wir schon verloren haben.
Eltern, andere Verwandte und viele Freunde und Bekannte. Ein Zurück gibt es nicht.
Also versuchen wir die Zeit zu genießen, die uns bleibt!
Lasst uns nicht aufhören Aktivitäten zu haben, die uns gefallen.
Lasst uns Farbe in unseren grauen Alltag bringen!
Lächeln wir über die kleinen Dinge des Lebens, die Balsam in unsere Herzen bringen.
Wir sollten die Zeit, die uns bleibt mit Gelassenheit und Zuversicht genießen.
Versuchen wir das Wort „später“ zu eliminieren.
Ich mache es später…
Ich sage später…
Ich denke später darüber nach…
Wir lassen alles für später.
Später ist es zu spät!
Denn was man nicht versteht ist:
Später ist der Kaffee kalt…
Später ändern sich die Prioritäten…
Später ist der Charme gebrochen…
Später geht die Gesundheit vorbei…
Später werden Eltern älter…
Später werden die Versprechen vergessen…
Später wird der Tag die Nacht…
Später endet das Leben…
Und danach ist es zu spät….
Also… lassen wir nichts für später…
Denn in der Zwischenzeit können wir die besten Momente verlieren.
Die besten Erfahrungen.
Die beste Familie.
Die besten Freunde.
Der Tag ist heute…♥️
der Moment ist Jetzt!
Eure Imke Neuber und Anett Kaczmarek

Krebs und jetzt? – Nachsorge

 

Wer gedacht hat: Akuttherapie beendet, krebsfrei, mein Leben geht jetzt weiter wie früher, wird wahrscheinlich schon gemerkt haben: Nichts ist wie früher.
Die Diagnose hat uns verändert.
Wenn nicht körperlich (bei vielen ist das allerdings auch so), dann zumindest geistig und seelisch.
Dazu kommt noch das bei vielen die Anschschlusstherapie beginnt.
Antihormonbehandlung, Immuntherapie, Antikörper….. es geht mit der Behandlung weiter.
Natürlich birgt auch so eine Anschlussbehandlung so ihre Tücken.
Hormonentzug macht viel mit unserem Körper.
Auch Antikörper und Immuntherapie verlaufen selten ohne Nebenwirkungen.
Ich möchte hier nicht auf die einzelnen Nebenwirkungen eingehen, mit Absicht.
Bei Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Die Empfehlung kennt man aus den Medien.
Diese Empfehlung gebe ich hier gerne weiter. Es zeigt sich jetzt wieder wie gut meine Wahl von Gynäkologe/Onkologe war.
Die Zeit der Nachsorge hat begonnen.
Wir wurden bis jetzt intensiv von Ärzten/Schwestern begleitet.
Wir wurden in einen Plan gesteckt.
Nun ist die Zeit der Intensivbetreuung vorbei.
Wir müssen uns um vieles wieder selber kümmern.
Nachsorge geschieht selten automatisch.
Was steht mir zu?
MRT, CT, PET, Mammographie….wie oft wird kontrolliert?
Denn Sie ist ja da, unsere Angst.
Die Angst das da doch noch was ist.
Ich glaube das niemand völlig emotionslos am Tag der Nachsorge ist😉.
Aber wie ist das nun mit der Nachsorge
Hier mal die Angaben der ärztlichen Leitlinien.
Das ist das was unbedingt gemacht werden soll, was Euch kein Arzt verweigern kann.
1- 3. Jahr
Gespräch, körperliche Untersuchung: vierteljährlich,
nach Brusterhaltung Mammographie alle 12 Monate beidseits,
Mammsonographie (Ultraschall) alle 12 Monate beidseits,
Laboruntersuchungen, weitere Bildgebung u. Ä.: nur bei Verdacht auf Rezidiv und/oder Metastasen bzw. Therapienebenwirkungen,
ab 4. Jahr
Gespräch, körperliche Untersuchung: halbjährlich,
Mammographie und Brustultraschall: alle 12 Monate,
Laboruntersuchungen, weitere Bildgebung u. Ä.: nur bei Verdacht auf Rezidiv und/oder Metastasen bzw. Therapienebenwirkungen,
ab 6. Jahr
Früherkennung (Mammographie und Brustultraschall 1x pro Jahr),
weitergehende Untersuchungen bei Verdacht auf Rezidiv und/oder Metastasen bzw. Therapienebenwirkungen
Wer jetzt meint: Viele Untersuchungen, der täuscht sich.
Viele fragen sich warum kein MRT mehr? Es könnten sich doch Metastasen gebildet haben.
Was ist mit Leber, Lunge und Knochen?
Die Bedenken sind ja da.
Viele Krankenkassen bieten erweiterte Nachsorgeprogramme sogenannte DMP’s an.
Ein Anruf bei der Krankenkasse kann sich also lohnen. 
Die Ärzte müssen dann zwar meist den Antrag ausfüllen und an die Kassen weiterleiten, können dann aber mehr Leistungen mit den Kassen abrechnen.
Leider nehmen nicht alle Ärzte aufgrund des enormen bürokratischen Zusatzaufwandes teil.
Die Programme unterscheiden sich von Kasse zu Kasse, beinhalten in den ersten Jahren aber meist eine Ultraschalluntersuchung beider Brüste im Abstand von 3 Monaten. Auch halbjährliche Kontrolle beider Brüste durch Mammographie und Unterbauchsonographie sind meist Teil der Programme. Blutuntersuchung sollte ebenfalls alle 3 Monate drin sein.
Diese kann jedoch auch der Hausarzt oder Onkologe machen.
Durch die Therapien können die verschiedensten Nebenwirkungen auftreten.
Im Zuge der Nachsorge sprecht darüber mit Euren Ärzten.
Diese sollten dann auch weitere Behandlungen in die Wege leiten. Ob Ergo-,Physio- oder Psychotherapie, der Arzt wo Ihr die Nachsorgeuntersuchungen macht, sollte Euch auch bei allen Nebenwirkungen weiterhelfen.
Und trotzdem sei hier auch gesagt, das jede Kontrolluntersuchung „nur“ eine Momentaufnahme ist und man beim besten Willen den Körper nicht komplett auf Krebs oder ähnliches checken kann, dazu ist das alles viel zu komplex.
Und viele Untersuchung, sei es durch Strahlenbelastung, Kontrastmittel, radioaktive Substanzen .., sind schädlich für den Körper, wenn sie zu häufig erfolgen.
Ihr müsst also wieder lernen, eurem Bauchgefühl und eurem Körper zu vertrauen.
Wie immer: bei Fragen zur Nachsorge, gerne in den Kommentaren.
Text/Konzept: Imke Neuber
Veröffentlichung: Anett Kaczmarek