Wenn die Welt schwerer wird – und das Herz mit


Die letzten Wochen waren anstrengend. Nicht laut, nicht spektakulär. Sondern dieses stille, innere Anstrengend, das sich in die Knochen setzt.
Zwei Todesfälle im näheren Umfeld. Nachrichten, dass liebe Menschen ihren letzten Weg antreten – ins Hospiz, in die Palliativbetreuung. Worte, die man liest und die sofort tiefer sinken, als man es zugeben möchte.

Es berührt mich in vielen Schichten. Seelisch. Herzmäßig.

Und ja – es macht mir auch Angst.

Ich bin im achten Jahr nach der Diagnose, im siebten Jahr krebsfrei.
Und gerade in solchen Momenten frage ich mich:

Werde ich weiterhin von Schutzengeln begleitet?
Von guten Mächten, die mich tragen?

Oder ist das alles nur eine fragile Illusion, die jederzeit reißen kann?

Mein Körper antwortet schneller als mein Kopf. Madame Fatigue packt das große Besteck aus: Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel. Als würde mein System sagen: „Das ist zu viel. Zu nah. Zu vertraut.“

Und natürlich könnte ich es mir leichter machen. Ich müsste ja „nur“ mein Ehrenamt niederlegen. Die Krebsaccounts aus meinem Feed werfen. Mich aus der Krebsbubble verabschieden. Abstand schaffen. Türen schließen.

Aber will ich das?

Ich glaube nicht.

Denn ich sehe es als meine Aufgabe, Mut zu machen. Aufzuklären. Geschichten zu erzählen, die sonst im Stillen verhallen würden. Menschen zu begleiten, die gerade durch ihre dunkelsten Stunden gehen. Ihnen eine Stimme zu geben, wenn sie selbst keine Kraft mehr haben.

Und wenn das Opfer dafür meine Fatigue ist – dann bringe ich es. Nicht leichtfertig. Nicht heroisch. Sondern bewusst.

Weil es eben nicht „nur“ Brustkrebs ist. Weil es eben nicht wieder „alles gut“ ist, sobald die Therapie endet. Weil die Nachsorgejahre nicht einfach ein Bonuslevel sind, sondern ein eigenes Terrain – voller Fragen, Trigger, Schatten und gleichzeitig voller neuer Klarheit.

Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu bekommen. Sondern um sichtbar zu machen, was oft unsichtbar bleibt. Um zu sagen: Auch Jahre später kann die Angst noch leise mitgehen. Auch Jahre später kann der Körper reagieren, wenn das Leben uns an unsere Verletzlichkeit erinnert.

Aber ich schreibe es auch, weil ich weiß: In all dem liegt eine Form von Stärke. Eine, die nicht laut ist.
Eine, die nicht glänzt.

Eine, die sich zeigt, wenn wir trotz Müdigkeit weitergeben, was uns selbst einmal gefehlt hat.

Vielleicht ist das mein Weg. Vielleicht ist das meine Art, Sinn zu finden in all dem, was war.

Und vielleicht ist es genau das, was mich – trotz allem – weitergehen lässt.


Mein persönliches Ostern – sieben Jahre später


Im März vor sieben Jahren lag ich im Krankenhaus und hatte meine erste brusterhaltende Operation.
Horst flog raus.
Ein Abschied, bei dem ich keine Träne vergossen habe – und das sagt eigentlich schon alles.

Was ich damals nicht ahnte:

Während ich mich von diesem ungebetenen Untermieter verabschiedete, begann gleichzeitig etwas Neues. Neben mir lag eine Frau, die am selben Tag operiert wurde, ein ähnliches Schalentier verabschiedet hatte und mit der ich sofort eine Verbindung spürte. Aus dieser zufälligen Bettnachbarschaft ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute hält. Manchmal schenkt das Leben einem genau dann Menschen, die bleiben, wenn man selbst gerade dabei ist, so vieles loszulassen.

Der Plan, der keiner blieb

Ich war fest davon überzeugt, dass ich den Krebs los sein würde, die Bestrahlung noch durchziehe, zur Reha fahre und dann langsam wieder in meinen Beruf zurückkehre.
Ein klarer Weg. Ein Plan, der sich gut anfühlte.

Doch das Leben hatte andere Ideen.

Schon bald zeigte sich ein Lymphödem am rechten Arm. Weitere Operationen folgten. Und aus dem „Zurück in den Job“ wurde ein zäher Kampf um die Erwerbsminderungsrente bis 2021.
Es war, als würde ich durch einen Nebel irren, in dem die alten Wege plötzlich verschwunden waren.

Warum ich das alles schreibe?

Wir feiern Ostern. Und obwohl ich nicht gläubig bin, berührt mich dieser Gedanke von Neubeginn jedes Jahr aufs Neue. Für mich ist Ostern weniger ein religiöses Fest, sondern vielmehr ein Symbol für das Erwachen der Natur, für das erste zarte Grün nach dem Winter, für den Frühling.

Und ohne anmaßend sein zu wollen:
Der März 2019 war mein persönliches Ostern.

Ich musste mich verabschieden – von meinem alten Leben, meinem Beruf, meiner Arbeitsfähigkeit, meiner früheren Zuverlässigkeit. Und leider auch von Menschen, die mich auf diesem neuen Weg nicht begleiten konnten oder wollten.

Doch gleichzeitig begann etwas Neues.
Ein Weg, der nicht geplant war, aber sich nach und nach zeigte.
Ein Weg, der mich zu mir selbst zurückgeführt hat – zu meinen Kapazitäten, zu meiner Kreativität, zu meiner Fähigkeit, andere zu begleiten.

Ein Neubeginn, den ich nicht gesucht habe – aber der mich verändert hat

Den Krebs hätte ich wirklich nicht gebraucht!
Aber er hat mir – bei allem Schmerz, bei aller Erschöpfung – auch eine Chance gegeben.
Eine Chance, mein Leben neu zu ordnen.
Eine Chance, milder mit mir zu werden.
Eine Chance, ein Kapitel zu öffnen, das ich sonst vielleicht nie betreten hätte.

Heute, sieben Jahre später, schaue ich auf diesen März zurück wie auf einen Wendepunkt.
Nicht glorifiziert, nicht verklärt – aber mit einem tiefen Verständnis dafür, dass Abschiede manchmal der Anfang von etwas sind, das wir uns noch gar nicht vorstellen können.

Und vielleicht ist das der eigentliche Zauber des Frühlings:
Er erinnert uns daran, dass selbst nach den härtesten Wintern etwas Neues wachsen kann.

Perfektionismus versus eigene Kapazitäten – Wenn der Körper neue Grenzen setzt


Seit meiner Brustkrebserkrankung begleitet mich Fatigue. Ein unsichtbarer, unberechenbarer Gast, der sich nicht an Pläne hält. Früher war ich gefühlt zu 1000 % zuverlässig. Termine einhalten, Aufgaben erledigen, für andere da sein – das war mein Selbstverständnis. Heute passiert es, dass ich „kurz vor der Angst“ absagen muss, Aufgaben nicht schaffe oder mich selbst ausbremse, obwohl ich es besser weiß.

Und dann sitzt er plötzlich neben mir: der Gedanke, unzuverlässig zu sein. Der Gedanke, andere könnten das alles besser. Der Gedanke, nicht mehr die zu sein, die ich einmal war.

Warum ist es so schwer, diese Veränderungen anzunehmen?

Weil Perfektionismus ein alter, treuer Begleiter ist. Er hat uns lange gedient: als Antrieb, als Struktur, als Identität. Wenn der Körper plötzlich andere Kapazitäten hat, gerät dieses innere System ins Wanken. Es fühlt sich an, als würde ein Teil von uns verschwinden.

Doch eigentlich passiert etwas anderes:
Wir müssen lernen, uns neu zu begegnen.

Veränderung anzunehmen bedeutet nicht, aufzugeben. Es bedeutet, die Realität zu würdigen. Und das ist schwer, weil wir gleichzeitig Abschied nehmen müssen – von der früheren Leistungsfähigkeit, von alten Rollen, von Erwartungen, die nicht mehr passen.

Warum stellen wir unser Licht so in den Schatten?

Weil wir gelernt haben, unseren Wert über Leistung zu definieren.
Weil „Ich kann gerade nicht“ sich anfühlt wie ein persönliches Versagen.
Weil wir uns selbst oft härter beurteilen als jeden anderen Menschen.

Und weil Fatigue, Schmerz oder Erschöpfung uns in einen Zustand bringen, in dem Selbstmitgefühl schwerer fällt. Der Körper ist müde, die Seele gleich mit.

Doch das Licht ist nicht weg. Es ist nur anders geworden. Vielleicht weicher. Vielleicht leiser. Aber es ist da.

Was macht das mit mir?

Es macht mich verletzlich.
Es macht mich menschlich.
Es zwingt mich, hinzuschauen.

Und manchmal macht es mich wütend, traurig oder hilflos.
Aber es öffnet auch Räume, die früher keinen Platz hatten:
Räume für Pausen. Für Ehrlichkeit. Für Selbstfürsorge. Für ein neues Verständnis von Stärke.

Als Achtsamkeitstrainerin habe ich viele Werkzeuge, die ich meinen Klient*innen an die Hand gebe. Doch wenn es um mich selbst geht, stelle ich mir gern ein Bein. Das ist kein Widerspruch – das ist menschlich. Wir alle sind Experten für andere und Lernende für uns selbst.

Ein neuer Umgang mit den eigenen Kapazitäten

Vielleicht ist das die eigentliche Einladung dieser Zeit:

  • Nicht mehr alles zu schaffen, sondern das Richtige.
  • Nicht mehr perfekt zu funktionieren, sondern authentisch zu leben.
  • Nicht mehr über die eigenen Grenzen zu gehen, sondern sie zu ehren.

Fatigue zwingt mich, meine Energie wie ein kostbares Gut zu behandeln. Und vielleicht ist das – bei aller Härte – auch eine Form von Weisheit.

Ein Gedanke zum Schluss

Perfektionismus war lange mein Motor.
Heute ist es meine Menschlichkeit.

Ich lerne, mich mit meinen neuen Kapazitäten zu akzeptieren. Nicht jeden Tag gelingt es. Aber jeder Tag bringt eine Chance, milder mit mir zu sein.

Und vielleicht ist genau das die Art von Zuverlässigkeit, die jetzt zählt:
Die Zuverlässigkeit, mir selbst treu zu bleiben.


Der Achtsamkeitstrainer und die eigene Achtsamkeit


Warum auch wir, die andere begleiten, manchmal stolpern – und was ich mir selbst rate.

Als Achtsamkeitstrainer gebe ich euch hier regelmäßig Impulse mit auf den Weg. Vor einiger Zeit habe ich eine kleine Sonntagsreihe gestartet, in der ich euch mitnehme in meine Welt – in Routinen, Gedanken, Praxis. Ich arbeite vor Ort und online mit Menschen, die neugierig sind, die sich entwickeln wollen, die sich selbst wieder näherkommen möchten.

Viele von euch wissen: Ich engagiere mich seit Jahren in der Frauenselbsthilfe Krebs, helfe privat oft und gern, und bin – wie ich immer scherzhaft sage – ein „beschäftigter Rentner“.
Wäre da nicht die Fatigue, die mich seit der Krebstherapie begleitet. Sie nimmt mir nicht nur körperliche Energie, sondern fordert auch meine Psyche heraus. Und genau hier beginnt das Thema dieses Beitrags.

Was rät der Achtsamkeitstrainer sich selbst?

Die kurze Antwort:
Genau das, was ich auch euch rate – nur muss ich es mir selbst manchmal doppelt so deutlich sagen.

Ich verordne mir regelmäßige Termine bei meiner lieben Kathrin Unger: Massage, Entspannung, Hypnose – alles, was Körper und Geist wieder sortiert.
Ich führe einen Kalender, der Außenstehende in die Verzweiflung treiben würde: digital und analog, mit geblockten Zeiten vor und nach Terminen, mit To‑Dos, die ich abhake, mit kleinen Notizen, die mich daran erinnern, Pausen nicht nur zu planen, sondern auch einzuhalten.

Mein Handy hat verschiedene Fokuszeiten bekommen:

  • damit ich wirklich Mittagspause habe
  • damit ich während der Lymphdrainage nicht angerufen werde
  • damit WhatsApp nicht rund um die Uhr Aufmerksamkeit verlangt

Denn auch ich habe Feierabend. Und Wochenende. Und Grenzen.

Meine kleinen Inseln im Alltag

Ich gehe in den Wald.
Ich lese.
Ich stricke abends bei sanfter Musik oder meinen Lieblingsalben.
Oder ich sitze einfach mit einer Tasse Kaffee da und genieße den Moment, ohne etwas leisten zu müssen.

Das klingt alles wunderbar – und das ist es auch.
Aber: Trotzdem komme ich an meine Grenzen.
Trotzdem stürzt der schön geplante Tag manchmal wie ein Kartenhaus in sich zusammen, weil das Leben eben nicht fragt, ob es gerade passt.

Merkt ihr was?

Auch als Achtsamkeitstrainer bin ich nicht perfekt.
Ich bin nicht immer gelassen, nicht immer achtsam, nicht immer im Flow.
Ich bin ein Mensch – mit Geschichte, mit Herausforderungen, mit guten Tagen und mit solchen, an denen ich mich selbst daran erinnern muss, was ich anderen beibringe.

Und genau das macht mich empathisch.
Ich kenne euren Struggle, weil ich ihn selbst erlebe.
Ich weiß, wie schwer es ist, achtsam zu sein, wenn der Alltag brennt.
Und ich weiß, wie wertvoll es ist, wenn man sich selbst nicht verurteilt, sondern liebevoll an die Hand nimmt.

Mein Impuls für euch

Nehmt den Druck raus.
Ihr müsst nicht perfekt sein.
Ihr müsst nicht jeden Tag meditieren, journalen, atmen, reflektieren, dankbar sein und gleichzeitig alle To‑Dos abhaken.

Jeder findet seine eigene Methode.
Und manchmal ist die achtsamste Entscheidung einfach:
„Heute mache ich nur das, was mir gut tut.“

Wenn ihr das schafft – auch nur für ein paar Minuten – dann seid ihr schon mitten in der Achtsamkeit.


Leben nach Krebs – anders, aber nicht weniger lebenswert


„Leben nach Krebs“ – ein Thema, das man aus vielen verschiedenen Blickwinkeln beleuchten kann. Denn jede*r von uns trägt eine eigene Wahrheit in sich. Und ja: Nach dem Krebs ist das Leben anders. Punkt.

Bei mir bedeutet „anders“ zum Beispiel: ohne Brüste, ohne Eierstöcke, mit 42 Jahren in die Wechseljahre geschleudert und stolze Besitzerin bunter Kompressionsärmel an beiden Armen. Dazu Depressionen, Fatigue und eine Berentung, die ich mir so nie ausgesucht hätte.

Klingt erst einmal düster, oder?

Doch das ist nur die Oberfläche. Die Fakten. Nicht die ganze Geschichte.


Was ich durch den Krebs gelernt habe

Für eine Buchrecherche wurde ich einmal gefragt:
„Was hast du durch den Krebs gelernt?“

Meine spontane Antwort:
„Socken stricken.“

Wir haben herzlich gelacht – denn das war nicht die Art Erkenntnis, die man erwartet. Aber es war eine meiner Wahrheiten. Und es blieb nicht bei den Socken.

Ich habe gelernt:

  • Socken stricken (ja, das bleibt ganz oben)
  • wie stark mein Körper ist
  • wie stark meine Beziehung ist
  • Hilfe einzufordern – und sie anzunehmen
  • was echte Freundschaft bedeutet
  • NEIN zu sagen
  • MeTime nicht nur zu planen, sondern zu leben
  • wie wertvoll mein Ehrenamt in der FSH ist

Ich bin selbstbewusster geworden. Mutiger. Freier.

Ich fahre inzwischen allein mit dem Zug zu Workshops und Kongressen – und bin 2021 sogar ganz entspannt in Fulda an Chris de Burgh vorbeispaziert. Ich gebe zu, ich hab ihn nicht gleich erkannt.
Früher hätte ich mich das nie getraut.


Ich gebe weiter, was ich gelernt habe

Heute begleite ich andere Betroffene, teile meine Erfahrungen, helfe, wo ich kann – und kenne endlich meine Grenzen.
Ich bin Achtsamkeitscoach, psychoonkologische Begleiterin und virtuelle Assistentin. Drei Rollen, die mich erfüllen und gleichzeitig flexibel genug sind, um meine Kräfte zu schützen.

Für die Zukunft habe ich noch einige Kurse im Blick. Dank Fernstudium und Onlineformaten kann ich in Miniportionen lernen – abends, wenn andere schon vor dem Fernseher eingeschlafen sind. Und alles, was ich lerne, hilft nicht nur mir, sondern auch anderen.

Dinge, die ich ohne den Krebs vermutlich nie getan hätte.


Neue Menschen, neue Wege, neues Ich

Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, die ich ohne die Erkrankung nie getroffen hätte.
Und ja – Horst (so nenne ich meinen Krebs) hat mit Pauken und Trompeten in meinem Leben aufgeräumt. Anfangs war das schmerzhaft. Ich habe ständig zurückgeschaut, auf das, was nicht mehr möglich war.

Heute schaue ich nach vorn.

Die Vergangenheit kann ich nicht ändern.
Aber mein Leben im Jetzt – das kann ich gestalten.

Ich freue mich über jeden guten Tag.
Die weniger guten nehme ich an.
Sie gehören zu mir.
Sie sind der Preis dafür, dass ich noch hier bin.

Ich genieße kleine Dinge, die Zeit mit meiner Familie, mit Freund*innen – und entdecke mich selbst immer wieder neu.


Das Leben ist schön. Auch mit oder nach Krebs.

Anders, ja.
Aber nicht weniger lebenswert.


Selbsthilfe in der Rehaklinik – warum wir regelmäßig vor Ort sind


Mehrmals im Jahr fahre ich in die Vogtlandklinik Bad Elster, um dort die Möglichkeiten der Selbsthilfe vorzustellen.
Meine Kollegin Marion ist sogar monatlich mit einem Infostand vor Ort. Viele fragen uns:

Warum macht ihr das eigentlich?
Die Antwort ist einfach – und gleichzeitig tief berührend.

🌿 Wenn der Körper zur Ruhe kommt, spricht die Seele lauter

Nach der Akuttherapie beginnt für viele Betroffene in der Reha eine ganz neue Phase. Der medizinische Druck lässt nach, Termine werden weniger, der Alltag rückt in die Ferne. Plötzlich ist Raum da – Raum zum Nachdenken, zum Fühlen, zum Verarbeiten.

Und genau in diesem Moment spüren viele:
Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, tut gut.
Er entlastet, verbindet, stärkt.
Doch wo findet man diese Menschen?

🤝 Hier setzt Selbsthilfe an

Die Frauenselbsthilfe Krebs – und natürlich die vielen anderen Selbsthilfeorganisationen – bieten eine Fülle an Gruppen, Angeboten und Begegnungsmöglichkeiten. Für fast jede Lebenssituation gibt es passende Unterstützung.

Denn wenn der Alltag zurückkehrt, tauchen Fragen auf, die in keinem Arztgespräch vorkommen.
Momente, auf die einen kein Lehrbuch vorbereitet.

Gefühle, die nur jemand versteht, der sie selbst erlebt hat.

DU BIST NICHT ALLEIN.

Und genau das spürt man in der Selbsthilfe.

🌸 Warum der Zugang oft erst später gelingt?

Natürlich wäre es ideal, schon mit der Diagnose den Weg in die Selbsthilfe zu finden. Viele Kliniken geben ihren Patientinnen und Patienten heute bereits umfangreiches Material mit.

Doch Hand aufs Herz:
Im Strudel aus Terminen, Diagnostik, Therapie und der schlichten Tatsache „Ich habe Krebs“ bleibt dafür oft kein Raum.
Auch ich selbst habe das damals erst einmal zur Seite geschoben.

Erst während und nach meiner Reha wurde ich offen dafür. Ich habe bewusst nach Angeboten gesucht – und gefunden, was mir gefehlt hatte: Gemeinschaft, Verständnis, Mut.

🌼 Deshalb sind wir in den Kliniken präsent

Mit unseren regelmäßigen Terminen möchten wir zeigen:

  • Selbsthilfe ist nicht altbacken.
  • Selbsthilfe ist lebendig, unterstützend und wohltuend.
  • Selbsthilfe zeigt Wege auf – zurück ins Leben, das weitergeht.
    Vielleicht anders als vorher, aber dennoch voller Möglichkeiten.

Wir möchten Mut machen, Türen öffnen und zeigen:
Es gibt Menschen, die dich verstehen. Es gibt Wege, die du nicht allein gehen musst.

Melde dich gern bei mir, wenn du Fragen hast.


Was ist eine geführte Meditation?


Eine geführte Meditation ist wie eine kleine Reise, bei der du nicht allein unterwegs bist.
Jemand oder ich begleitet dich mit Worten, Bildern und sanften Impulsen, damit du leichter in die Ruhe findest. Du musst nichts wissen, nichts können, nichts vorbereiten. Du darfst einfach zuhören und dich tragen lassen.

Während einer geführten Meditation leitet meine Stimme dich Schritt für Schritt an:
Sie erinnert dich daran, deinen Atem wahrzunehmen.
Sie lädt dich ein, deinen Körper zu spüren.
Sie führt dich in innere Bilder, in Gefühle, in Räume der Stille.
Und sie holt dich am Ende wieder sanft zurück.

Geführte Meditationen sind besonders hilfreich, wenn der Geist unruhig ist oder du Schwierigkeiten hast, allein in die Stille zu finden.
Die Worte geben deinem Denken eine Richtung, damit es nicht ständig abschweift.

Gleichzeitig entsteht ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit – du musst dich nicht „anstrengen“, sondern darfst dich einfach einlassen.

Ob im Sitzen, Liegen oder sogar im Gehen:
Eine geführte Meditation schenkt dir einen Moment, in dem du dich gehalten fühlst.
Einen Moment, in dem du bei dir ankommst.
Einen Moment, der nur dir gehört.

Sie ist ein sanfter Einstieg in die Welt der Achtsamkeit – und für viele Menschen der erste Schritt zu mehr innerer Ruhe.

Möchtest du solche Meditationen regelmäßig erleben?
Dann kannst du von mir geführte Meditationen bekommen – abgestimmt auf deine Bedürfnisse, deinen Alltag und das, was dir gerade guttut.
Ob für mehr Ruhe, Klarheit, Erdung oder Leichtigkeit:
Ich begleite dich gern.

Wenn du mit mir arbeiten möchtest, melde dich einfach.
Gemeinsam finden wir heraus, welche Form der Meditation dich am besten unterstützt.


Achtsamkeit im Ehrenamt – Zwei besondere Nachmittage im SRH Hospiz Werdau


Es gibt Begegnungen, die bleiben. Zwei solcher besonderen Termine liegen hinter mir: zwei Nachmittage voller Aufmerksamkeit, Offenheit und ehrlicher Menschlichkeit.
Auf Einladung des SRH Hospiz Werdau durfte ich mit Menschen arbeiten, die ihre Zeit, ihre Kraft und vor allem ihr Herz in das Ehrenamt im Hospiz einbringen.

Diese Gruppe war so vielfältig wie ihre Aufgaben. Einige pflegen den Garten, andere kümmern sich um Öffentlichkeitsarbeit, wieder andere schenken den Gästen das Wertvollste, was wir geben können: Zeit, Nähe und Präsenz. Jede dieser Tätigkeiten ist wichtig. Jede verlangt Achtsamkeit. Und jede fordert auch, gut bei sich selbst zu bleiben.

Achtsamkeit im Ehrenamt – ein Balanceakt

Wer im Hospiz begleitet, begegnet dem Leben in seiner ganzen Tiefe. Freude, Dankbarkeit, Stille, Abschied – all das liegt oft nah beieinander. Umso wichtiger ist es, dass Ehrenamtliche Wege finden, sich selbst nicht zu verlieren, sondern gut für sich zu sorgen.

Genau darum ging es in unserem Workshop:
Wie kann ich achtsam bleiben, wenn es emotional wird?
Wie finde ich kleine Inseln der Ruhe?
Wie kann ich mich selbst stärken, um für andere da zu sein?

Vom Duftanker bis zur alten Buche

Wir haben viel gesprochen, gelacht, nachgedacht und ausprobiert. Besonders schön war der Moment, als wir gemeinsam den Duftanker getestet haben – ein kleines, feines Werkzeug, das hilft, innere Ruhe und Sicherheit schnell wiederzufinden.

Zum Abschluss sind wir hinaus in den Garten gegangen. Dort steht eine beeindruckende, alte Buche – kraftvoll, weit verzweigt, ein stiller Zeuge vieler Geschichten. Unter ihr haben wir eine Baummeditation erlebt: Atmen, anlehnen, spüren, loslassen. Ein Moment, der uns alle verbunden hat.

Achtsamkeit zeigt sich in den kleinen Dingen

Aus diesen beiden Nachmittagen ist etwas Wertvolles entstanden:
ein lebendiger Austausch, ehrliche Gespräche und das gemeinsame Gefühl, dass Achtsamkeit nichts Großes sein muss. Sie zeigt sich in kleinen Gesten, in einem Atemzug, in einem Blick nach innen. Und sie ist so individuell wie jeder Mensch, der sich im Hospiz engagiert.

Ich bin dankbar für diese Begegnungen und für all die Menschen, die mit so viel Herz im Ehrenamt wirken. Sie machen die Welt stiller, wärmer und menschlicher.


Atemmeditation – Ankommen im eigenen Rhythmus


Die Atemmeditation ist eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Formen der Achtsamkeit.
Sie braucht keine besondere Umgebung, keine Vorbereitung, keine Stille im Außen.

Alles, was du brauchst, trägst du bereits in dir: deinen Atem.

Setz dich bequem hin oder lege dich entspannt ab.
Und dann beginne einfach zu beobachten.

Beobachte deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen.
Spüre, wie sich dein Brustkorb hebt und wieder senkt.
Wie sich dein Bauch ausdehnt und zurückzieht.
Wie die Atemluft in dich einströmt – kühl, frisch – und wieder ausströmt – warm, weich, vertraut.

Lass deinen Atem kommen und gehen, ganz natürlich, ganz mühelos.

Manchmal wird es dabei im Kopf laut. Gedanken springen, drängen, kommentieren.
Das ist vollkommen normal.

Dein Geist tut nur das, was er gewohnt ist.

Wenn du merkst, dass du abschweifst, lade ihn freundlich zurück – ohne Druck, ohne Bewertung.

Wenn deine Gedanken gar keine Ruhe geben, kannst du deinen Atem zählen:

  • Auf 4 einatmen
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 4 den Atem halten
    1 – 2 – 3 – 4
  • Auf 6 ausatmen
    1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6
  • Eine kurze Atempause
    1 – 2 – 3 – 4

Und dann beginnt der Rhythmus von vorn.
Sanft. Gleichmäßig. Tragend.

Diese kleine Atemfolge schenkt deinem Geist eine Aufgabe, damit er sich beruhigen kann. Gleichzeitig hilft sie deinem Körper, in einen ruhigeren, klareren Zustand zu finden.

Wenn du die Übung beendet hast, nimm dir einen Moment Zeit.
Spüre nach.

Wie hat sich das für dich angefühlt?
Konntest du deinem Atem folgen – und nicht deinen Gedanken?


Du möchtest mit mir arbeiten – vielleicht tiefer in die Meditation eintauchen, mehr Ruhe in deinen Alltag bringen oder herausfinden, welche Form der Achtsamkeit dir guttut.
Dann kontaktiere mich gern.
In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was du brauchst.

Gemeinsam finden wir heraus, wie ich dich unterstützen kann – sanft, alltagsnah und in deinem eigenen Tempo.

Waldbaden im Raum oder online???

Waldbaden im Raum oder online klingt im ersten Moment wie ein Widerspruch. Schließlich lebt Waldbaden doch vom Eintauchen in die Natur, vom Duft der Bäume, vom Rascheln der Blätter, vom Lichtspiel zwischen den Zweigen.

Und trotzdem: Es geht. Es funktioniert. Und es fühlt sich – wenn man sich darauf einlässt – erstaunlich stimmig an.

Nicht besser, nicht schlechter. Einfach anders.

Im Februar habe ich für euch die Fortbildung für Waldbaden Kursleiter bei Katharina Nathe von Achtsame Walderlebnisse absolviert zum Thema Waldbaden im Raum oder online anleiten.

Warum?

Weil ich oft mit Clienten arbeite, die entweder nicht in der Lage sind in den Wald zu gehen oder wir zu weit auseinander wohnen. Trotzdem wollen sie mit mir arbeiten.

Mit guter Vorbereitung ist das auch überhaupt kein Problem und fühlt sich, wenn man sich drauf einlässt, genauso gut an wie direkt im Wald.

Man kann den Klienten bestimmte Dinge sammeln lassen, man kann selbst sammeln und es zur Verfügung stellen, selbst der Haushalt gibt Dinge her, die sich verwenden lassen. Nicht zuletzt kann man mit naturreinen Aromaölen unterstützen.

Ich freue mich, euch zukünftig also auch im Raum oder online begleiten zu können, wenn es ums Thema Waldbaden geht.

Meldet euch gern, wenn ihr Interesse habt.