Und jährlich grüßt das Murmeltier

Kontrolluntersuchung – Nachsorge

Einmal im Jahr ist es wieder soweit: Ultraschallkontrolle Brust und Brustkorb!

Für die Ärztinnen und Ärzte reine Routine.
Für mich Ausnahmezustand!

Selbe Abteilung.
Selbe Stühle.
Dasselbe Untersuchungszimmer.
Und immer wieder derselbe Satz: „Da wird alles okay sein.“

Im Juni 2018 war es das nicht.
Mein Bauchgefühl wusste es.
Meine eigenen Hände wussten es.
Nur mein Kopf wollte es nicht wahrhaben.

Seitdem sitze ich jedes Jahr wieder hier.
Für viele ist es eine einfache Kontrolle.
Für uns Krebspatienten ist es ein Flashback – ein Strudel aus Angst, Hoffnung, guten Wünschen und der Möglichkeit, erneut auf hart dem Boden der Realität zu landen.

Alles ist vertraut und trotzdem voller Unbehagen.
Ich bin froh, wenn ich endlich dran bin.
Froh, wenn ich mit einem stabilen, tumorfreien Befund nach Hause gehen darf.

Und doch bleibt da dieses Wissen:
Er könnte jederzeit zurückkommen, der olle Horst mit seinem Gefolge.

Kopfkino at its best.

Auch dieses Jahr wieder Glück gehabt.
Alles unverändert – und das im 7. Jahr.


Ich bin einfach nur unendlich dankbar.

Abenteuer Pflege zu Hause – Jetzt wird’s lustig. Also… irgendwie.


Stell dir vor, du hast einen 90‑jährigen Papa, der leicht dement ist und jeden Tag aufs Neue überrascht.
Und eine Mutter, die gerade so eine schwere Darmerkrankung überstanden hat, dass selbst der Darm dachte: „Okay, das war knapp. Und wer hat hier eigentlich ein Loch in die Wand gemacht?“

HEUTE kommt sie aus der Kurzzeitpflege nach Hause.

Willkommen in meinem Alltag – Eintritt frei, Nervenstärke bitte selbst mitbringen.

Es ist ja nicht einfach nur so, dass wir Mutti wieder nach Hause holen.
Nein, nein. Das wäre ja zu einfach.
Es ist vielmehr ein logistisches Großprojekt, das locker mit der Planung einer Mondlandung mithalten könnte (also naja fast):

  • Hilfsmittel beantragen
  • Pflegedienst koordinieren,
  • Termine jonglieren,
  • Formulare ausfüllen,
  • Genehmigungen einholen
  • Arzttermine organisieren

Währenddessen wiehert der Amtsschimmel so laut, dass selbst Papa fragt, ob wir neuerdings einen Bauernhof haben.

Und als Bonuslevel darf ich auch noch Widerspruch gegen die Einstufung des Pflegegrades einlegen.
Pflegegrad 2?
Bei meiner Mutter?
Da hat wohl jemand gewürfelt.

Zum Glück kann ich auf 23 Jahre als Arzthelferin zurückgreifen.
Alte Kontakte, medizinisches Vorwissen und ein organisatorisches Talent, das inzwischen olympische Disziplin sein könnte, retten mich täglich vor dem Nervenzusammenbruch.

Denn krank zu sein ist schon schlimm genug. Aber die Bürokratie dahinter?

Manchmal fühle ich mich wie Asterix und Obelix im „Haus, das Verrückt macht“.
Nur dass mein Passierschein A38 anders heißt:
„Bitte reichen Sie das Formular in dreifacher Ausfertigung ein, unterschrieben, gestempelt, kopiert, eingescannt und am besten noch telepathisch übermittelt.“

Und dann gibt es da noch die Menschen, die dieses Chaos erträglich machen.

♥️♥️♥️

Freunde, die da sind, unterstützen, zuhören, mich bremsen – oder mir einfach Dackelsocken schenken.
Weil manchmal genau das die Art von Liebe ist, die man an einem völlig überdrehten Tag braucht.

Aber hey:
Es ist meine Familie.
Es ist unser Chaos.
Und irgendwie schaffen wir’s jeden Tag wieder – mit Humor, Liebe und der Fähigkeit, über Dinge zu lachen oder ironisch zu schreiben, die eigentlich gar nicht lustig sind.

Und ja, ein bisschen Humor und Ironie rettet mir oft den Tag.


zwischen Perfektionismus und Realität

Perfektionismus hat mich lange begleitet – im Beruf, im Alltag, in meiner Fürsorge für andere.

Doch seit mein Körper durch das Fatigue-Syndrom seine eigenen Grenzen setzt und ich gleichzeitig so viel Verantwortung für meine Eltern trage, fühlt sich dieser alte Anspruch oft wie ein zu enger Mantel an.

Achtsamkeit hilft mir, ihn Stück für Stück abzulegen.

🌱 Wenn Perfektionismus eng macht

Perfektionismus sagt mir manchmal:

  • „Ich muss alles schaffen.“
  • „Ich darf nicht schwach sein.“
  • „Ich muss funktionieren – für meine Eltern, für meinen Alltag.“

Doch mein Körper spricht eine andere Sprache.

Fatigue ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal, dass ich täglich über deine Kräfte hinausgehe obwohldiese begrenzt sind – emotional, körperlich, organisatorisch.

Perfektionismus versucht, mir Halt zu geben, aber er übersieht, wie viel ich ohnehin leiste.

🌤️Achtsamkeit lädt auch dich ein, die Realität nicht zu bekämpfen, sondern anzuerkennen:

  • Ein Tag mit Energie ist ein Geschenk.
  • Ein Tag, an dem du kaum Kraft hast, ist kein persönliches Versagen.
  • Gefühle wie Überforderung, Traurigkeit oder Erschöpfung dürfen da sein.
  • Kleine Schritte sind genug – besonders in deinem Alltag zwischen Pflege, Verantwortung und Selbstfürsorge.

Meine Realität ist nicht unperfekt. Sie ist mutig, menschlich und getragen von Liebe.

🌸Achtsamkeit bedeutet für mich:

  • „Ich darf Pausen machen, ohne mich zu rechtfertigen.“
  • „Ich darf Hilfe annehmen – auch wenn ich es gewohnt bin, stark zu sein.“
  • „Ich darf fühlen, was ich fühle, ohne es zu bewerten.“
  • „Ich darf unvollkommen sein, gerade weil ich so viel trage.“

Sie schenkt mir einen inneren Raum, in dem ich nicht funktionieren musst. Einen Raum, in dem ich einfach Anett sein darfst – mit all meiner Wärme, meiner Verantwortung und meiner Erschöpfung.

Ein kleiner Impuls für dich da draußen

Lege eine Hand auf dein Herz.
Spüre die Müdigkeit – und die Kraft, die trotzdem da ist.
Atme einmal tief ein.
Erlaube dir, für diesen Moment nichts zu leisten.
Nur zu sein.

In diesem stillen Zwischenraum zwischen Anspruch und Wirklichkeit entsteht ein Frieden, der nicht aus Perfektion kommt, sondern aus Annahme und Selbstfreundlichkeit.

Leben mit Lymphödem – Alltag zwischen Therapie und Selbstbestimmung

Ein Lymphödem begleitet viele Betroffene ein Leben lang.

Es ist keine Erkrankung, die „vorübergeht“, sondern eine, die Aufmerksamkeit, Wissen und tägliche Selbstfürsorge braucht.

Doch genau darin liegt auch eine große Stärke:

Wer sein Lymphödem versteht, kann aktiv Einfluss auf das eigene Wohlbefinden nehmen.

💧 Alltag voller kleiner, aber wichtiger Routinen

Das Leben mit einem Lymphödem besteht aus vielen Bausteinen, die zusammen ein stabiles Fundament bilden:

  • Hautpflege, um die empfindliche Haut zu schützen
  • Kompressionsversorgung, die konsequent getragen werden muss
  • Entstauungsgymnastik, die den Lymphfluss unterstützt
  • Regelmäßige Lymphdrainage-Termine, die Entlastung bringen
  • Körperliche Bewegung, angepasst an die eigenen Möglichkeiten
  • Eine ausgewogene Ernährung, die den Körper zusätzlich stärkt

Diese Schritte sind nicht immer leicht in den Alltag zu integrieren – besonders, wenn man ohnehin viel Verantwortung trägt. Aber sie sind wertvolle Werkzeuge, die helfen, Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zu erhalten.

💧Neue Broschüre des Bundesverbands Lymphselbsthilfe

Der Bundesverband Lymphselbsthilfe hat all diese Themen in einer neuen, umfassenden Broschüre zusammengetragen. Sie bietet Orientierung, praktische Tipps und verständliche Informationen – ein echter Begleiter für Betroffene und Angehörige.

Du kannst die Broschüre

  • kostenlos als PDF herunterladen oder
  • als gedruckte Version gegen Porto bestellen.

👉 Wenn du dich dafür interessierst, folge einfach dem Link

So findest du schnell und unkompliziert alle Informationen, die dir weiterhelfen können.

💧Verordnungshilfe Lymphdrainage

Unter https://www.lymphologic.de/2024/11/14/heilmittelrichtlinien-und-budgetneutrale-verordnungsmoeglichkeiten-ab-oktober-2024/ findest du die aktuelle Ausfüllhilfe für den langfristigen Heilmittelbedarf bei Lymphoedem.

Am besten gleich ausdrucken und mit zum Arzt nehmen.

Du bist nicht allein.

Wenn du Fragen hast, melde dich gern bei mir.

Aufgaben abgeben

🌿 Aufgaben abgeben im privaten Alltag – und akzeptieren, wie der andere es macht

Zu Hause Aufgaben abzugeben ist etwas anderes als im Beruf. Es ist persönlicher. Intimer. Oft hängt unser Herz an bestimmten Routinen: So mache ich das für meine Eltern, so fühlt es sich richtig an, so habe ich es immer gemacht.

Doch genau im privaten Raum, wo wir so viel tragen, braucht es manchmal die Entscheidung, etwas aus der Hand zu geben – und auszuhalten, dass es anders gemacht wird.

💧 Abgeben heißt Vertrauen schenken.

Vielleicht räumt jemand anders die Küche nicht so gründlich auf wie du.

Vielleicht faltet er die Wäsche anders.

Vielleicht dauert alles länger.

Und trotzdem entsteht Entlastung nur dann, wenn du zulässt, dass „anders“ nicht automatisch „schlechter“ bedeutet.

💧 Annehmen heißt loslassen.

Loslassen von Perfektion.

Von Gewohnheiten.

Von dem inneren Anspruch, alles selbst machen zu müssen, weil es sonst nicht „richtig“ ist.

💧 Privat heißt persönlich

– und gerade deshalb wichtig.
Wenn du im privaten Umfeld Aufgaben abgibst, gibst du nicht nur Arbeit ab.

Du gibst auch ein Stück Verantwortung ab, die du lange allein getragen hast.

Das braucht Mut. Und Selbstfürsorge.

💧 Gemeinsam heißt: Jeder bringt sich ein, wie er kann.

Vielleicht kocht jemand anders einfacher.

Vielleicht putzt jemand anders oberflächlicher.

Vielleicht organisiert jemand anders chaotischer.


Aber am Ende zählt, dass du nicht alles allein tragen musst.

Manchmal beginnt Entlastung nicht damit, dass jemand dir hilft, sondern damit, dass du zulässt, dass Hilfe anders aussieht, als du es gewohnt bist.

Schwer, ich weiß, aber machbar.

Deinen Träumen ein Zuhause geben

Im letzten Beitrag habe ich darüber gesprochen, den Januar bewusst langsam zu beginnen, gut für sich selbst zu sorgen und einmal tief nach Innen zu lauschen.

Dieser Monat lädt uns ein, innezuhalten und uns zu fragen:

Was wünsche ich mir eigentlich wirklich?

Mehr dazu liest du in meinem neuen Blogpost.

Im letzten Beitrag habe ich darüber gesprochen, den Januar bewusst langsam zu beginnen, gut für sich selbst zu sorgen und einmal tief nach Innen zu lauschen.

Dieser Monat lädt uns ein, innezuhalten und uns zu fragen:

Was wünsche ich mir eigentlich wirklich?

Der Januar ist ein wunderbarer Moment, um die eigenen Träume klarer zu sehen. Und dabei darfst du großzügig sein. Lass für einen Augenblick all die Bedingungen, Hindernisse und „Ja, aber…“ beiseite.

Erlaube dir, einfach zu träumen — frei, weit und ohne Grenzen.

Im nächsten Schritt kannst du deinen Träumen ein Gesicht geben. Suche dir Bilder, male, schreibe oder gestalte kleine Symbole, die deine Wünsche widerspiegeln. Hänge sie an deinen Kühlschrank, an deinen Schreibtisch oder dorthin, wo dein Blick oft landet. Ein Vision Board in Light — leicht, spielerisch, inspirierend.

Und wenn du das Gefühl hast, deine Wünsche seien zu groß, zu weit weg oder zu schwer zu erreichen, dann prüfe, ob es kleine Schritte gibt, die du schon jetzt gehen kannst. Oder ob es eine liebevolle Alternative gibt, die dir das Gefühl deines Traums schon heute näherbringt.

Ich selbst träume davon, eines Tages in Schweden zu leben. Im Moment ist das noch nicht möglich. Aber ich lerne Schwedisch, mein Gartenhäuschen bekommt einen Hauch Skandinavien, meine Einrichtung wird immer ein bisschen schwedischer und ich tauche in Traditionen, Rezepte und Rituale ein. So hole ich mir ein Stück Schweden nach Hause — und mein Traum fühlt sich nicht mehr fern an, sondern wie ein leiser Begleiter im Alltag.

Wenn Pflege zur Belastung wird

Ich pflege meine Eltern.


Ich tue das aus Liebe, aus Verbundenheit und aus dem Wunsch heraus, für die Menschen da zu sein, die mich ein Leben lang begleitet haben.

Doch selbst diese tiefe Zuneigung schützt mich nicht davor, dass Pflege manchmal zu einer Belastung wird.

Manchmal schleicht sich die Erschöpfung leise in meinen Alltag: unruhige Nächte, Fahrigkeit, Vergesslichkeit, ein ständiges Gefühl von Verantwortung, das kaum noch Pausen zulässt.

Und manchmal trifft es mich plötzlich — dieser Moment, in dem ich spüre, dass meine Kräfte nicht unendlich sind.

Und das alles zu meinem schon bestehendem Fatigue Syndrom!

Ich trage viel: körperlich, emotional, organisatorisch.
Ich jongliere Termine, Medikamente, Sorgen, Erwartungen.
Ich halte aus, tröste, entscheide, begleite. Ich sehe und erfahre Dinge über meine Eltern, die bisher verborgen waren.


Oft tue ich das im Stillen, ohne große Worte, ohne Anerkennung, ohne Raum für meine eigene Verletzlichkeit.

Oft plagt mich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal nicht so funktioniere.

Doch Überlastung ist kein Zeichen von Schwäche.


Sie ist ein Signal!


Ein Hinweis darauf, dass ich nicht allein tragen muss, was eigentlich für mehrere Schultern gedacht ist.

Entlastung kann viele Formen haben: – ein Gespräch, in dem ich ernst genommen werde

– jemand, der mir den Besuch im Pflegeheim abnimmt

– ein Pflegedienst, der Aufgaben übernimmt

-Haushaltshilfe

– ein Ort, an dem ich sagen darf: „Ich kann gerade nicht mehr.“


Und genau dieser Satz verdient Respekt — nicht Rechtfertigung.

Ich brauche Pausen, Unterstützung und Mitgefühl, denn ich bin nicht nur pflegende sondern selbst auch erkrankte Tochter.


Gute Pflege entsteht nicht nur aus Fürsorge für andere, sondern auch aus Fürsorge für mich selbst.

Dankbarkeit

Heute ist der 4. Advent

Ein komischer Advent in unserer Familie dieses Jahr.
Meine Mama liegt seit 18.11. im Krankenhaus, hat eine komplizierte Sigmadivertikulitis mit geplatztem Dickdarm auf etwa 10cm Länge und Bauchfellentzündung nur knapp überlebt.

Mutti macht inzwischen Fortschritte, wechselt am 23.12. in die Kurzzeitpflege und soll Ende Januar wieder nach Hause kommen.
Da gibt es noch viel zu tun und zu regeln für mich.

UND um meinen am Freitag 90 gewordenen Papa muss ich mich auch kümmern.

Hier steht deshalb nur die Hälfte an Deko, einen Weihnachtsmarkt hab ich dieses Jahr nicht besucht, keine Weihnachtsfeier oder Ähnliches.
Stattdessen abends ein Glühwein, ein bisschen Musik und Strickzeug zum runterkommen, wenn dann endlich auch die Bürokratie erledigt war.
Ein Baum – weiß ich noch nicht.

Und das bei mir Weihnachtskind!

Ich habe es tatsächlich geschafft ein paar Wichtelpäckchen zu verschicken, bei Post mit Herz mitzumachen und den engsten Kreis mit Weihnachtspost zu beglücken.

Was ich diesen Advent erfahren habe ist DANKBARKEIT.

Dankbar für unser persönliches Weihnachtswunder.


Dankbar für die Möglichkeiten der modernen Medizin.

Dankbar für die Hilfe, die uns zuteil wurde.

Dankbar für Freundschaft, die nicht viel fragt, sondern einfach da ist.

Dankbar für freundliches und fürsorgliches Pflegepersonal trotz Personalmangel und Stress.

Dieses Jahr ist der Advent nicht komisch, er ist besonders, weil er uns gezeigt hat, was wirklich zählt.

#advent #weihnachten #dankbarkeit #familie #freundschaft

Wenn der Blick über dich berichtet ….

Wenn Frauen mit der DiagnoseBrustkrebs konfrontiert werden, verändert sich schlagartig alles – körperlich, seelisch und im Alltag. Viele fühlen sich zunächst überfordert, allein gelassen und voller Fragen.

Genau hier setzt die Arbeit von Anett Kaczmarek an. Sie ist Landeskassiererin im FSH Landesverband Sachsen e. V., Gruppenleiterin im Netzwerk FSH Onliner und Psychoonkologische Begleiterin – vor allem aber ist sie eine Frau, die anderen Mut macht, weil sie selbst diesen Weg kennt.

„In erster Linie suchen die Frauen Austausch, Verständnis und das Gefühl: Ich bin nicht allein.“ – Anett Kaczmarek

Ein geschützter Raum in Werdau für Betroffene

In der Selbsthilfegruppe am Brustzentrum Werdau finden Betroffene genau das: einen geschützten Raum, in dem Sorgen, Ängste, Therapiefragen, Nebenwirkungen, aber auch Themen wie „Wie sage ich es meinen Kindern?“ offen angesprochen werden können.

Die Gruppe unterstützt auch bei finanziellen oder beruflichen Problemen – mit Informationen, aber vor allem mit menschlicher Nähe.

Selbsthilfe als Kraftquelle

Die Treffen, Gespräche und der Austausch untereinander geben Halt, besonders in der oft schweren Anfangszeit nach der Diagnose. Anett erzählt:

„Zu sehen, wie andere vor mir den Weg gegangen sind, dass es zu schaffen ist – das gibt Kraft.“

Anett Kaczmarek spricht nicht nur über Stärke – sie lebt sie. Offen und selbstbewusst thematisiert sie in sozialen Medien ihre persönliche Entscheidung: eine Mastektomie ohne Brustaufbau. Eine Entscheidung, die für viele Frauen noch immer mit Unsicherheiten oder gesellschaftlichen Erwartungen behaftet ist.

„Mir hat damals eine Patientin zum Anfassen gefehlt – heute möchte ich genau das für andere sein.“

Die Reaktionen auf ihren offenen Umgang seien überwiegend positiv. Betroffene melden sich bei ihr mit Fragen – auf der Suche nach ehrlichen Erfahrungen und einem Vorbild, das zeigt: Frau sein definiert sich nicht über die Brust.

Tag der offenen Tür im Brustzentrum Werdau – 27. Oktober

Alle, die mehr über die Selbsthilfeangebote und die Arbeit des Brustzentrums erfahren möchten, sind herzlich eingeladen zum Tag der offenen Tür am Montag, 27. Oktober 9 bis 15 Uhr In der Kapelle (1. OG) der Pleißental-Klinik GmbH, Ronneburger Str. 106, 08412 Werdau

Geboten werden interessante Vorträge, persönliche Gespräche, Infostände, Mitmachaktionen, Beratung rund um Ernährung, Reha und Haarersatz sowie Einblicke in Sportangebote und Yoga. Auch die Selbsthilfegruppe unter Leitung von Schwester Katja stellt sich vor. Anett freut sich besonders auf den Austausch mit neuen Gesichtern:

„Es sind viele spannende Aussteller dabei – und es ist eine schöne Gelegenheit, Selbsthilfe einmal ganz unverbindlich kennenzulernen.“

Ein starkes Netzwerk – online und vor Ort

Die Gruppe in Werdau ist direkt über das Brustzentrum erreichbar. Darüber hinaus bietet die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) mit 14 Gruppen allein in Sachsen sowie dem bundesweiten FSH Onliner Netzwerk umfangreiche Unterstützung:

  • regelmäßige Gruppentreffen
  • Telefonberatung
  • Online-Forum
  • kostenloses Informationsmaterial

Alle Infos: www.frauenselbsthilfe.de

Ein Appell: Nicht nur kämpfen – sondern auch vorsorgen

Anett ist wichtig, dass der gesellschaftliche Blick auf Krebs sich verändert – mit mehr Offenheit, langfristiger Unterstützung und vor allem einem klaren Fokus auf Vorsorge:

„Vorsorge rettet Leben. Egal welches Geschlecht – nutzt die Angebote der Krankenkassen.“

Denn: Brustkrebs betrifft viele. Jährlich erkranken rund 71.000 Menschen in Deutschland an Brustkrebs, davon etwa 500 Männer. Allein im Brustzentrum Werdau erhielten 145 Menschen im Jahr 2024 diese Diagnose – darunter ein Mann. Insgesamt wurden über 1000 Brustkrebspatientinnen und -patienten dort betreut und behandelt.

Doch Anett Kaczmarek bleibt entschlossen:

„Auch wenn Krebs oft gut behandelbar ist – wir dürfen nicht vergessen, was für eine einschneidende Erfahrung es ist. Niemand sollte diesen Weg allein gehen müssen.“

Kontakt zur Selbsthilfegruppe Werdau: Über das Brustzentrum Werdau Weitere Infos und Gruppen deutschlandweit: www.frauenselbsthilfe.de

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International Flat Day

Heute ist International Flat Day!

Mein Körper, meine Entscheidung!

Mastektomie ohne Aufbau muss ganz selbstverständlich eine gleichwertige Option zu allen anderen OP Techniken bei Brustkrebs sein.
Es muss möglich sein, ohne langen Kampf gegen Ärzte und Krankenkassen, diese Entscheidung zu treffen und durchsetzen zu können.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, nicht aus Lust und Laune!
Und ich lebe gut damit.
Ich bin fraulich, ich kleide mich fraulich , ich fühle mich so wohl.
Und das ist das wichtigste.

Mein Dankeschön geht noch mal an @caro_gugu von @deinkörperistgenug für die tollen Fotos im Sommer 2023 und an Ablatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust e. V. – AMSOB für die tolle Arbeit, die ihr leistet.

flatday #brustkrebs #meinkörpermeineentscheidung #selbstbewusstohnebrust #deinkörperistgenug